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  • Auf in die sechste Dimension

    Das erste ernst zu nehmende Spiel der Firma ist gerade einmal sechs Monate alt und war überraschend erfolgreich. Das erste ernst zu nehmende Spiel der Firma ist gerade einmal sechs Monate alt und war überraschend erfolgreich. Die neue Lizenzierungspolitik der FIA beschert uns gerade einen wahren Boom an Formel-1-Simulationen: Exklusivlizenzen werden nicht mehr vergeben. Umso schwieriger ist es für ein Softwarehaus, sich von den Mitbewerbern zu unterscheiden. Electronic Arts versucht, dies mit grafischen Mitteln zu schaffen.
    James Hawkins ist ein erfahrener Mann. Etliche Jahre bei MicroProse haben bei ihm das Gespür für gute Spiele geschult. Durch die Zusammenarbeit mit Geoff Crammond, dem Entwickler von Grand Prix 1 bis 3, wurde er Fachmann für Rennsimulationen und fühlte sich für seinen Job bald überqualifiziert. "Es gibt nur wenige Developer, die ihre Arbeit so gut machen, wie ein gewisser Geoff Crammond. Bei MicroProse kann man daher immer nur die Nummer Zwei bleiben." Also verließ Hawkins das Grand-Prix-3-Team und begab sich zu Image Space Incorporated, den Programmieren von Sports Car GT. Image Space hatte gerade einen Auftrag von Electronic Arts bekommen, für EA Sports eine Formel-1-Simulation zu erstellen und war auf der Suche nach geeigneten Fachleuten. "Was wir in den letzten Monaten auf die Beine gestellt haben, ist unglaublich. Unser Programmierteam ist ein so großartiger Haufen hoch begabter Jungs, dass EA uns sogar verboten hat, Einzelheiten über sie preiszugeben." Auch Informationen über das Spiel selbst wurden bis vor kurzer Zeit streng unter Verschluss gehalten.
    Formel 1 2000 wird das erste Spiel sein, das alle Teams, Fahrer und Strecken der Rennsaison 2000 beinhaltet. Damit taucht das Team Jaguar ebenso auf wie der BMW-Motor und die US-Grand-Prix-Strecke in Indianapolis. James Hawkins: "Wir haben mit allen Teams und allen Streckenbetreibern sehr eng zusammengearbeitet. Sogar mit den Ingenieuren und Mechanikern haben wir lange Gespräche geführt. Das hat zwar deren Arbeitsabläufe gestört, dafür haben wir aber das bestmögliche Material für unser Spiel." Zentimetergenau nachgebildete Rennstrecken gehören längst zum Standard, auch halbwegs realistische Gebäude sind bereits in vielen Rennsimulationen zu finden. Wirklich neu ist aber der Motorsound, der von jedem der elf Wagentypen einzeln aufgenommen wurde. Anstatt eine einzige Aufnahme zu machen und diese für jeden Wagen, jede Drehzahl und jede Geschwindigkeit zu verändern, wurden die Motorengeräusche sämtlicher Fahrzeuge in allen erdenklichen Rennsituationen aufgenommen. Damit sich dieser Aufwand auch lohnt, wird Formel 1 2000 ein völlig neuen Soundsystem enthalten, das jedes Geräusch in einen dreidimensionalen Raum projiziert. Auf diese Weise soll der Spieler akustisch genau ausmachen können, von wo und mit welcher Geschwindigkeit sich ein Gegner nähert. Welche Hardware dazu benötigt wird, wollte Hawkins noch nicht mitteilen.
    Auch in anderen Bereichen ist Image Space sehr um Realismus bemüht. Jedes Fahrzeug besteht aus über 1.000 Polygonen und verfügt über ein vollständig animiertes Cockpit mit funktionstüchtigen LED-Lampen. Jeder Fahrer trägt einen Overall mit seinen eigenen Sponsoren, auch die individuellen Helme wurden in das Spiel übertragen. Unterhalb der Visiere wird sogar (bei entsprechender Kamera-Einstellung) das Gesicht des jeweiligen Fahrers erkennbar sein.
    Das wichtigste an einer Rennsimulation ist natürlich die Fahrphysik. Nach Angaben von Hawkins wird Formel 1 2000 nach Grand Prix Legends das zweite Spiel sein, das "eine 6D-Physik" verwendet. Natürlich findet auch in Formel 1 2000 das Geschehen in einem dreidimensionalen Raum statt, aber anstatt nur über eine mehrfach gebogene Fläche zu fahren, werden die Fahrzeuge auch "abheben" können. Dies war ein besonderer Wunsch von Electronic Arts, um damit noch mehr Realismus zu erhalten. Nicht unbedingt für den Fahrer - dessen Fahrt wäre nach einem Abflug ohnehin beendet - sondern für die Computergegner. Da die Rennwagen sich in alle drei Achsen bewegen und drehen können, sind "atemberaubend aussehende Unfälle" möglich. Laut James Hawkins ist es genau dies, wovon sich Electronic Arts eine Weiterentwicklung des Genres verspricht.
    Diese Idee wurde von den Programmierern weiterentwickelt, sodass die Fahrer von ihren Unfällen Verletzungen davontragen können und für einen bestimmten Zeitraum ausfallen. Auch eine individuelle Aggressivität der Fahrer wurde ansatzweise realisiert. Beide Features wurden allerdings wieder entfernt, da einerseits die FIA-Lizenz eine Verletzung der Fahrer untersagt und andererseits ein Spieler nur ungern durch Fremdverschulden aus einem Rennen ausscheidet. Immerhin wurde die Fahrphysik beibehalten, die mit großem Aufwand aus vertraulichem Datenmaterial gewonnen wurde. Die elf Teams und ihre Stammfahrer wurden wochenlang interviewt, um auch wirklich das exakte Fahrverhalten der 22 Wagen simulieren zu können. Die Folge sind Rennergebnisse, die der Wirklichkeit entnommen worden sein könnten: Vorne streiten sich McLaren und Ferrari um den Sieg, hinten bangen Minardi und Jaguar um das Erreichen der Ziellinie.
    Auf die Frage, ob man in einem McLaren größere Chancen auf einen Sieg hätte, antwortete James Hawkins: "Obwohl die Software diverse Charakteristika für wirklich jedes Fahrzeug erlauben würde, haben wir uns dazu entschlossen, für das Spielerfahrzeug keine unterschiedlichen Daten zu verwenden. Wenn wir dies getan hätten, hätte jeder Spieler in einem Ferrari oder McLaren einen deutlichen Vorteil gegenüber Arrows- oder Minardifahrern. Anstatt die Spieler dafür zu bestrafen, dass sie ein schwächeres Fahrzeug auswählen, wollen wir sie dazu ermutigen, alle Wagen auszuprobieren und die unterschiedlichen Formen, Cockpits und Texturen zu bewundern." Ob dieses ungewöhnliche Konzept aufgeht, wird sich schon sehr bald zeigen. Denn obwohl Electronic Arts und Image Space bislang kaum eine Information über Formel 1 2000 veröffentlicht haben, soll das Spiel pünktlich zum Beginn der Saison 2000 überall erhältlich sein.

  • F1 2000
    F1 2000
    Publisher
    Electronic Arts
    Release
    01.04.2000

    Aktuelles zu F1 2000

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07.03.2001
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