Everlight
Die 3D-Figuren bewegen sich durch fein gerenderte 2D-Landschaften. Kleine Animationen sollen die starren Umgebungen lebendiger gestalten.
Nach dem Erfolg von Simon the Sorcerer: Chaos ist das halbe Leben war es nur eine Frage der Zeit: Die Entwickler Silver Style veröffentlichen Ende August ihr nächstes Adventure. Auch in Everlight ist die Hauptfigur ein Jugendlicher, der eine fremde Zauberwelt entdeckt - Melvin.
Allerdings ist er, anders als der vorlaute Simon, ein ganz Braver.
Close-ups kommen häufiger zum Einsatz als noch in Simon the Sorcerer 4. Daher haben die Entwickler auch die Mimik der Charaktere verbessert.
Schüchtern und verträumt betritt Melvin einen Kerzenladen, wo ihm der eigenartige Mister Teeth die Wege der Magie eröffnet. Um sich als würdig zu erweisen, wird er kurzerhand an einen wundersamen Prüfungsort teleportiert: in die verwunschene Stadt eines Märchenlandes. Ein Fluch lastet auf der beschaulichen Ortschaft. Jede Nacht verändern sich die Charaktere der Bewohner, ohne dass sie sich am nächsten Morgen daran erinnern. Da wird aus der alten Jungfer etwa eine männerverschlingende Nymphomanin - ganz schön peinlich! Im Laufe des Spiels lernt Melvin auch, in die Vergangenheit zu reisen, wo er die Stadt in ihren jungen Jahren vorfindet. Dort setzt er Dinge in Gang, die sich dann in der Gegenwart auswirken - "vierdimensionales Rätseldesign" nennen das die Entwickler, nicht ohne Stolz.
Das Spiel wandert auf vertrauten Pfaden: Die Steuerung erfolgt komplett mit der Maus, Actionszenen gibt‘s keine. Im Vordergrund stehen die Story und das Lösen kniffliger Rätsel.
Die Tag- und Nachtwechsel bieten Stoff für clevere Aufgaben: Der vermögende Dorfschmied ist tagsüber etwa ein enthaltsamer Zeitgenosse. Nachts hingegen lässt er sich in der Taverne so richtig volllaufen - ein guter Zeitpunkt, um ihm sein Geld abzujagen. Stets an Melvins Seite ist die freche Elfe Fenny. Sie hilft ihm als eine Art sprechendes Notizbuch und sorgt mit ihrer eifersüchtigen Ader für witzige Kommentare.
Silver Style baut die Stärken von Simon 4 aus: Die Sprachausgabe wird professioneller und es kommen mehr Close-Up-Einstellungen zum Einsatz. Trotz gleicher Engine sieht Everlight schöner aus als Simon: Eine detailliertere Mimik der Charaktere, feinere Lichteffekte und doppelt so viele Animationen werten die Grafik auf. Auch Komfortfunktionen wie die Übersichtskarte und eine mehrstufige Hilfe-Funktion wurden übernommen.


Hört sich auf jeden Fall gut an die Neuerungen. Über den Hauptcharakter kann man sich streiten - aber ist sicherlich auch mal was anderes nen schüchternden Jungen zu spielen.
Erstens waren die die Gegenwart verändernden Zeitreisen eine Superidee (siehe auch "Back to the Future II") und es wurde Zeit, daß die Idee noch einmal umgesetzt wird.
Zweitens, schau 'mal in Deinen Perso. Die Generation, die heute Spiele entwickelt und kauft, hält DOS doch für 'ne Art Programmiersprache. Wenn Du denen von Lucas Adventures vorschwärmst ist das genau so, wie wenn Opa Dir früher vom Krieg erzählt hat