Enter the Matrix ist das Spiel zum neuen Kinofilm Matrix: Reloaded
(Copyright by Warner Bros.) Nach einem heftigen Feuergefecht in einer Post-Filiale regnet es Briefe von der Decke.
Die schlechte Nachricht: Der Mensch ist anno 2199 nicht mehr als eine Batterie, die von den herrschenden Maschinenwesen als Energiequelle benötigt wird. Sein Körper liegt verkabelt in einem Brutkasten und produziert so lange Wärme und Elektrizität, bis er stirbt. Die mehr oder minder gute Nachricht: Von der Geburt bis zu seinem Tod gaukelt ihm ein Computerprogramm eine gänzlich andere Realität vor - die Welt inklusive aller guten und schlechten Seiten, so wie wir sie anno 2003 kennen. Nur eine handvoll Menschen lebt außerhalb dieser virtuellen Realität, die sich Matrix nennt. Unter diesen Männern und Frauen befindet sich ein Mann, der alles verändern kann. Sein Name ist Neo ... und er ist dazu bestimmt, die Menschheit aus der Sklaverei zu befreien.
Vom Kinofilm zum Spiel
(Copyright by Warner Bros.): Die Flugbahn jeder Kugel in Enter the Matrix wird korrekt berechnet.
So viel zur Story des Kultfilms Die Matrix aus dem Jahr 1999. Damals begeisterte der Streifen die Kinobesucher mit wahnwitzigen Kamerafahrten, abgefahrenen Kampf- und Prügelszenen und seinem durchgestylten, dunkel-düsterem Design. Am 15. Mai kommt nun endlich der lang ersehnte zweite Teil Matrix Reloaded in die Lichtspielhäuser. Zeitgleich dazu will Infogrames das Computerspiel Enter the Matrix veröffentlichen, das zurzeit von Shiny Entertainment (MDK, Sacrifice) unter anderem für den PC entwickelt wird. PC Games war für Sie auf der internationalen Pressekonferenz in London und sprach vor Ort mit Dave Perry, dem Präsidenten von Shiny Entertainment, über blaue und rote Pillen.
Das Interessante an Enter the Matrix ist sicherlich die Tatsache, dass die Story des Spiels keine hundertprozentige Umsetzung des neuen Kinothrillers ist. Ganz im Gegenteil: Spiel und Film erzählen jeweils eine eigene Geschichte, die sich allerdings ergänzen und an vielen Stellen auch überschneiden. Im Klartext: Wer ins Kino geht und sich dort Matrix: Reloaded anschaut, bekommt die Hauptgeschichte um Neo, Morpheus und Trinity erzählt. Im Spiel dreht sich hingegen alles um zwei Nebendarsteller des Films, Niobe und Ghost, deren Abenteuer parallel zu den Geschehnissen auf der Leinwand ablaufen. Der Clou an der Sache ist, dass sich viele Ereignisse und Situationen im Kino als auch vor dem Monitor zu Hause nur dann verstehen lassen, wenn man beides kennt. "Meine Empfehlung an alle PC-Games-Leser ist, zunächst Enter the Matrix anzuspielen und dann ins Kino zu gehen", rät Dave Perry. "Wer nach dem Kinobesuch weiterspielt, wird nicht nur das Spiel rundum verstehen, es werden sich ihm auch jene Teile der Matrix-Story erklären, die im Film nur angedeutet werden."
Regisseure machen Spiele
(Copyright by Warner Bros.) Niobe zeigt einem Polizeibeamten, wie gut sie Karate beherrscht.
Verantwortlich für diese ungewöhnliche Verknüpfung zwischen Film und Spiel sind die Filme-Macher Larry und Andy Wachowski, die schon den ersten Teil produziert haben. Sie waren es, die vor elf Jahren die ersten Ideen zu Die Matrix hatten und jetzt die Fortsetzung des erfolgreichen Kinohits in Angriff nahmen, das Konzept dazu ausarbeiteten und die Story für Film und Spiel geschrieben haben. Sie waren es auch, die sich Shiny Entertainment als Entwickler aussuchten und dem Team von Dave Perry den Zugang zu allen Ressourcen ermöglichten, über die auch die reguläre Filmcrew verfügt: Schauspieler, Stuntmen, Sound- und Spezialeffekte und die Filmmusik. Obendrauf wurde für Enter the Matrix sogar eine Stunde Filmmaterial mit den Original-Schauspielern an den echten Schauplätzen abgedreht, die man nur im Spiel sehen wird. Laut den Aussagen der Schauspieler sollen diese Aufnahmen ebenso aufwendig gedreht und inszeniert worden sein, wie für den Film.

