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  • Trittbrettfahrer verbreiten Angst - Änderung des Paragrafen 131 möglich?

    Trittbrettfahrer verbreiten Angst - Änderung des Paragrafen 131 möglich? Heute Morgen waren die Nachrichten wieder voller Befürchtungen. Ein Junge in Baden-Württemberg habe geplant, einen "Amoklauf" zu begehen. Ein weiterer Schüler, diesmal aus Rheinland-Pfalz, habe ebenfalls einen Lauf geplant. In Offenburg suchte die Polizei einen 18jährigen, der seit Dienstag vermisst wurde und bewaffnet war. Der letzten Eilmeldung nach wurde nun die Leiche des jungen Mannes in einem Waldstück gefunden. Er habe laut Polizeiangaben den Freitod gewählt. Außerdem verhaftete die Polizei heute in München ein 21-jähriger Mann, der sich im Internet auf die Seite von Sebastian B. stellte und eine ähnliche Tat in seiner Arbeitsstelle durchführen wollte. Die Meldungen häufen sich und immer wieder wird auf die "Gewalt verherrlichenden Computerspiele", auch als "Killerspiele" bekannt, verwiesen. Doch warum häufen sich die Meldungen? Ist es seit dem tragischen Vorfall in Emsdetten "in" geworden, anderen Menschen Angst einzujagen?

    Ein Grund dafür liegt vermutlich in der dauerhaften Medienpräsenz. Sehen sozial schwache Einzelgänger nun eventuell eine Chance, sich ins - durchaus fragwürdige - Rampenlicht zu stellen, um aus ihrer eigens geschaffenen Isolationszelle auszubrechen? Die Vorfälle werden in den Medien breitgetreten, Politiker aller Parteien streiten sich um verschärfte Gesetze gegen die mediale Gewalt in Film und vor allem Spiel. Durch die so geschaffene Plattform versuchen sich nun anscheinend immer mehr Jugendliche zu profilieren, der Welt zu zeigen, dass sie überhaupt existieren.

    Oder schürt nun gar die umhergeisternde Angst vor weiteren "Amokläufen" die erhöhte Wachsamkeit? Mit vagen Andeutungen werden heutzutage Polizeiaufgebote mobilisiert, die einem Auftreten bei Terrorangriffen gleichen. Schulen werden umstellt, Lehrer verhört, Schüler nach Hause geschickt. Unterrichtsausfall, Angst und die dauernde Unsicherheit resultieren schließlich aus derlei Vorgehen. Vielleicht ist man seit dem Emsdettener Vorfall übervorsichtig geworden - aus nahezu jedem naiven Jugendspaß wird Ernst gesehen.

    Positiv für die Spielergemeinde ist natürlich, dass nun nicht mehr allein die "Killerspiele" für die Misere verantwortlich gemacht werden. Privater Misserfolg, Isolierung von der Außenwelt und Probleme in der Familie treten ebenfalls in den Vordergrund. Trotzdem fordern viele Politiker, allen voran Günter Beckstein, ein umgehendes Verbot der Herstellung von Killerspielen und Freiheitsentzug von bis zu einem Jahr bei Vertrieb oder Besitz solcher Software. Spieler müssen demnach Strafen fürchten, denn nach Becksteins Plänen sei der Besitz "Gewalt verherrlichender Computerspiele" eine Straftat:
    "...soll der Gewaltdarstellungs-Paragraf 131 des Strafgesetzbuchs so geändert werden, dass die Herstellung, Verbreitung und Nutzung Gewalt verherrlichender Computerspiele bestraft werden kann. Als Strafmaß wird Haft bis zu einem Jahr angestrebt..."

    Doch existieren auch in der Politik Gegner Becksteins. So sagt der Linksfraktionsvorsitzende Bodo Ramelow zu Spiegel Online: "Jedes Mal, wenn es ein Massaker gibt, geht die Debatte um die virtuelle Welt los - ohne, dass die Leute davon Ahnung haben." Auch der Medienxperte der FDP-Bundestagsfraktion Hans-Joachim Otto zeigte sich kritisch: "Das ist ein undifferenzierter und naiver Rundumschlag. Dadurch werden weite Teile jugendlicher und erwachsener Computerspieler sowie Hersteller und Vertreiber kriminalisiert. Solche Verbote können sehr schnell in unzulässige Zensur münden."

    Bildergalerie: Emsdetten
    Bild 1-3
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  • Es gibt 101 Kommentare zum Artikel
    Von lestat1804
    Ich finde die Diskussion um die ach so verteufelten "Killerspiele" einfach nur eine Schwäche der Politiker. Als damals…
    Von fireblader
    Ist doch Toll, da hat jemand keinen Bock auf Schule und kübndigt mal so im Game an er lebe z.B. in RLP und hasse seine…
    Von Ra-Tiel
    Also darauf würde ich in Deutschland nicht mein Leben verwetten. 
    • Es gibt 101 Kommentare zum Artikel

      • Von lestat1804 Neuer Benutzer
        Ich finde die Diskussion um die ach so verteufelten "Killerspiele" einfach nur eine Schwäche der Politiker. Als damals im Amiland die "Amokläufer" überprüft wurden, war angeblich Marylin Manson mit sein "gewaltverherrlichenden" Texten daran schuld. Hier in Deutschland war er aber zum Zeitpunkt des Erfurter…
      • Von fireblader Erfahrener Benutzer
        Ist doch Toll, da hat jemand keinen Bock auf Schule und kübndigt mal so im Game an er lebe z.B. in RLP und hasse seine Lehrer und mitschüler und morgen werde er alle umbringen. Jemand meldet das der Polizei, die der Presse und schon lassen besorgte Eltern Ihr Kind nicht in die Schule. Schneller kann es doch…
      • Von Ra-Tiel
        Zitat von olligod am 07.12.2006 22:30
        [...] Ich hoffe die Vernunft wird siegen.

        Also darauf würde ich in Deutschland nicht mein Leben verwetten. 
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06.12.2006
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