Empire Earth 2
Die Gegend ist ruhig, die Sonne scheint, Rehe streifen gemütlich über die Wiese. Die Felder tragen reichlich Früchte und die neu erschlossene Goldmine lässt Ihr Dorf gedeihen. Doch der Schein trügt, Gefahren lauern überall, schon lange gibt es Auseinandersetzungen mit den Inkas und das Verhältnis zu den Chinesen war irgendwie auch schon mal besser. Sie entschließen sich, Ihre Verteidigung zu verstärken, Steinwälle sollten die Gegner aufhalten und Ihre Reiter werden die Angreifer schon zurückdrängen. Plötzlich wird es laut, ein bedrohliches Rumpeln ist zu hören und Sekunden später biegen sechs chinesische Panzer um die Ecke. Unfair? Nicht in Empire Earth 2, auf das Echtzeitstrategen mit imperialistischen Ambitionen schon sehnsüchtig warten.
Gewichtige Rolle
In den drei Kampagnen werden Ihnen die Panzer nicht auflauern: Hier wird dem zügellosen Forschen und Entwickeln ein Riegel vorgeschoben. Spielen Sie beispielsweise die deutsche Kampagne, so erleben Sie den Aufstieg der teutonischen Krieger, Sie verteidigen die Festung Marienburg und zu Martin Luthers Zeiten müssen Sie sich auch noch mit dem Klerus he-rumschlagen. All das geschieht schön der Reihe nach, mehr als eine Epoche steigen Sie in der Regel pro Mission nicht auf. Im Jahr 1871 ist allerdings Schluss, denn kurz danach setzt die amerikanische Kampagne an. Wer lieber in den Anfängen der Menschheit die Geschicke seiner Zivilisation in die Hand nehmen möchte, dem seien die acht Missionen auf der Seite der Koreaner ans Herz gelegt. Alles in allem sind Sie mit den insgesamt 24 Missionen recht gut beschäftigt. Hinzu kommen zwei so genannte "Turning Point Missions". Der zuletzt in Spielen oft behandelte D-Day, die Invasion in der Normandie, ist ebenso mit dabei wie der Kampf der "Drei Königreiche" in China im Jahre 230 n. Chr. Wer immer noch nicht genug hat, der stürzt sich auf die Skirmishkarten oder in den umfangreichen Mehrspieler-Modus. Zu den drei bekannten Modi aus dem ersten Teil sind acht neue hinzugekommen. Jeder dieser Modi kann zusätzlich als "Soul Survivor" gespielt werden. Einen leider etwas fummeligen Editor gibts obendrauf, für Nachschub sollte also gesorgt sein.
Wachse und gedeihe
Am Spielprinzip hat sich seit dem ersten Teil nur recht wenig verändert zum Glück, werden viele sagen. Der unwiderstehliche Mix aus Echtzeit-Strategie und Civilization funktioniert auch weiterhin ganz hervorragend. Sie beginnen meist mit dem Aufbau Ihrer Siedlung; das eine oder andere Mal gilt es, zuvor einen geeigneten Standort für eben diese zu finden oder eine bestehende Stadt zu erweitern. Wer jetzt befürchtet, dass jede Mission den gleichen langweiligen Regeln folgt, kann beruhigt sein. In den Kampagnen gibt es immer wieder Überraschungen: Dort wechseln sich ruhige Aufbaumissionen mit schweißtreibenden Verteidigungs- und Angriffsschlachten ab. Neben den Primärzielen gibt es sekundäre Aufgaben, die Ihnen Vorteile wie zusätzliche Rohstoffe oder Truppenverstärkungen verschaffen. Auch kommen während einer Mis-sion neue Ziele hinzu, Leerlauf entsteht also nahezu nie.

