Feedback: Eve: The Second Genesis
Sigur Ollafson ist Marketing-Manager bei CCP.
"Das bessere Freelancer" - so oder so ähnlich bezeichnen viele PC-Games-Leser das Online-Rollenspiel EVE: The Second Genesis von Entwickler CCP. Ein im Grunde nicht ganz fairer Vergleich, denn EVE spielt sich völlig anders als das actionlastige Freelancer. Wie bei vergleichbaren Titeln - wie Dark Age of Camelot oder Everquest - ist vor allem Teamplay gefragt; Einzelgänger dürften sich in dem riesigen Universum schnell langweilen. Denn ohne die Hilfe von erfahrenen Mitspielern ist man schnell frustriert, da das Gameplay nicht für kurze Ballerorgien ausgelegt ist und man somit kaum Erfolgserlebnisse hat. Genau so sehen es auch die meisten Leser.
Vier Fragen an den Hersteller CCP. Wir sprachen mit dem Marketing-Manager Sigur Ollafson.
PC Games: Die Lernkurve in EVE ist so steil wie die Eigernordwand. Gerade für Online-Neulinge ist die Gefahr groß, dass sie bildlich gesprochen abstürzen und das Spiel frustriert beenden.
Ollafson: "Wir sind schon dabei, das Tutorial zu überarbeiten und den Einstieg in EVE zu vereinfachen. Das neue Tutorial wird die wichtigen Features in EVE wie den Kampf, die Navigation oder auch den Handelspart sehr ausführlich beschreiben und den Spieler dabei quasi "an die Hand nehmen". Außerdem übersetzen wir es ins Deutsche und Französische, um eventuellen Problemen mit der englischen Sprache aus dem Weg zu gehen."
PC Games: Die Raumkämpfe in EVE sind relativ langweilig: Meist drückt man ein paar Knöpfe, das war's. Wie wollt ihr das in Zukunft spannender gestalten?
Ollafson: "Anstelle eines schnellen Zeigefingers und guter Reflexe hängt der Ausgang eines Kampfes allein von den Fähigkeiten der beteiligten Charaktere und der Ausrüstung der Schiffe ab. Im Julie-Patch haben wir die Kämpfe beispielsweise dadurch aufgewertet, dass Entfernung, Geschwindigkeit und die Zielerfassung eine größere Rolle spielen. Es reicht jetzt also nicht mehr aus, nur noch den Feuer-Knopf zu drücken. Vor allem die Gefechte zwischen unterschiedlichen Schifftypen haben davon profitiert: Ein Kreuzer hat nun echte Probleme, wenn eine kleine, schnelle und wendige Fregatte ihm zu nahe kommt."
PC Games: Aber das ändert ja noch nichts an der Tatsache, dass man nach wie vor nur einen Knopf drückt?
Ollafson: "EVE ist eben kein Space-Shooter wie Freelancer, sondern ein Rollenspiel. Klar manövriert man nicht selbst und versucht, seinen Gegner ins Fadenkreuz zu kriegen. Schließlich stehen in einem Rollenspiel die Fähigkeiten deines Charakters im Vordergrund, nicht deine eigenen. Daher sind unsere Änderungen im Juli-Patch der richtige Weg, um die Kämpfe attraktiver und spannender zu gestalten: Man muss je nach Geschütz in der richtigen Entfernung bleiben, die Kanonen zum richtigen Zeitpunkt nachladen und dabei auf die Energieanzeigen des eigenen Schiffes achten. Das trifft auch auf die großen Schlachtschiffe zu; ohne Eskorte oder einer taktischen Meisterleistung wird man sich kaum gegen kleinere Schiffe wehren können. Demnächst werden wir noch eine Tarnvorrichtung ins Spiel einbauen, wodurch die Kämpfe noch abwechslungsreicher werden."

