Driver 3
Und dabei haben sich die Entwickler extra viel Zeit gelassen! Satte neun Monate hat es gedauert, bis der enttäuschenden PS2- und Xbox-Fassung die PC-Version folgte. Doch die hat bis auf eine mäßige Bonusmission wenig Neues zu bieten.
Welcome to Miami
Auch im dritten Teil gehen Sie in der Rolle des Undercoveragenten Tanner auf Ganovenjagd. Dieses Mal hat es der skrupellose Cop auf eine Autoschieberbande abgesehen, die in den halbwegs originalgetreu nachgebildeten Metropolen Miami, Nizza und Istanbul ihr Unwesen treibt. Während des 30 Missionen starken Story-Modus klemmen Sie sich hinters Steuer von knapp 70 Fahrzeugen. Von der fetten Stretch-Limo über den schnittigen Sportwagen bis zum wuchtigen LKW ist alles Denkbare vertreten. Wem das nicht genug ist, der schwingt sich auf Motorräder oder peitscht mit einem Speedboat übers Wasser. Sie sind lieber zu Fuß unterwegs? Auch kein Problem - erstmals in der Driver-Geschichte dürfen Sie nämlich Ihr Fortbewegungsmittel auch stehen lassen und Action-Missionen mit einem Dutzend Waffen per pedes aus der Verfolger- oder Ego-Perspektive im GTA-Stil absolvieren.
Schreckliches Missionsdesign
Zwar sind die Städte frei befahrbar, aber sie wirken dabei keinesfalls so lebendig wie in GTA Vice City oder Need for Speed: Underground 2. Zweites Manko: Während Sie in Vice City mehrere Missionen in beliebiger Reihenfolge ansteuern oder sich gar als Taxler verdingen können, gibt es bei Driver 3 außer dem auf Dauer langweiligen Umhercruisen nichts zu tun. Schuld ist der lineare Spielablauf, bei dem alle Missionen der Reihe nach angesteuert werden. Die Mehrzahl Ihrer höchstens zehn Minuten dauernden Aufträge besteht aus Verfolgungsjagden über Stock und Stein, bei denen Sie wahlweise an der Stoßstange der Schurken kleben bleiben oder Bösewichte schadlos abhängen sollen. Und das ist trotz überzeugender Fahrphysik frustrierend schwer. Wie bei der Konsolenversion müssen manche Einsätze über 20 Mal gestartet werden, bis man endlich weiß, welche vorgeskriptete Überraschung einen hinter der nächsten Ecke erwartet - und das Spiel mal wieder vorschnell beendet. Zwischenspeichern ist nämlich nicht erlaubt.
Das macht einen rasend!
Ähnlich frustrierend sind Steuerung und Kameraführung. Egal ob Sie mit Gamepad oder Tastatur spielen: Die von Driver 3 vorgegebenen Einstellungen sind völlig unbrauchbar. Doch sogar bei selbst konfigurierter Steuerung treibt einen das ungenaue Handling sämtlicher Fahrzeuge in den Wahnsinn. Aber auch die Action-Missionen zu Fuß sind eine Zumutung. Aufgrund des zuckeligen Fadenkreuzes ist bei praktisch allen Gegnern exaktes Zielen unmöglich. Noch schlimmer: die ständigen Ruckler. Selbst bei niedrigeren Auflösungen zwingt die kleinste Explosion den stärksten PC in die Knie. Und dabei ist die Konsolen-Grafik alles andere als fortschrittlich. Streckenrandobjekte und Fahrzeuge poppen plötzlich im Hintergrund auf, Explosionen wirken arg künstlich, die Animationen der Fußgänger sind stocksteif und die Stadtkulissen extrem kantig. GTA Vice City sah zwar nur unwesentlich besser aus, hat aber auch schon zwei Jahre auf dem Buckel und ist Driver 3 dennoch in allen Belangen überlegen.

