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  • Drawn to Death im Test: Dieser Online-Shooter vereint tollen Stil und schlechte Ideen

    Oh, Hai: Eine der Spezial-Attacken der japanischen Shark-Lady Ninjaw ist eine Kette, die Gegner festpinnt. Perfekt für fokussiertes Feuer eures Teams. Oder einen herzhaften Bissen. Quelle: PC Games

    David Jaffe (God of War, Twisted Metal) beweist mit seinem Online-Shooter Drawn to Death, dass eine tolle Grundidee nicht automatisch ein gutes Spiel macht.

    Playstation-Entwickler-Legende David Jaffe hat ja schon so einige Klassiker mit aus der Taufe gehoben. Schließlich war er erst federführend für die Entstehung von Twisted Metal zuständig und hat danach eine klitzekleine Serie namens God of War auf die Welt losgelassen. Nun ist er mit Drawn to Death zurück. Und beweist damit eindrucksvoll, dass gute Ideen noch lange kein gutes Spiel machen.

    Drawn to Death im Test: Die Kunst des Kritzelns

    Aufgrund der vielen Einblendungen geht ab und an die Übersicht flöten. In diesem Bild seht ihr etwa: zwei Charaktere, vier Power-ups, eine Missionsbeschreibung, ein Buff, jede Menge Blut und diverse HUD-Elemente. Aufgrund der vielen Einblendungen geht ab und an die Übersicht flöten. In diesem Bild seht ihr etwa: zwei Charaktere, vier Power-ups, eine Missionsbeschreibung, ein Buff, jede Menge Blut und diverse HUD-Elemente. Quelle: PC Games Dabei klingt die Prämisse hinter dem Third-Person-Online-Shooter gar nicht übel: Das komplette Spielgeschehen ist handgezeichnet, die Spielwelt reine Fantasie eines in seinen Block kritzelnden, gelangweilten Schulkinds. Dementsprechend ragen auch ständig Ringbuch-Ecken, Löcher, Linien auf dem Papier, Stifte oder - als Spezialattacke - sogar die Hand des Künstlers ins Bild. Visuell ist Drawn to Death wirklich über alle Zweifel erhaben und ein kleines Kunstwerk. Leider haben es die Macher aber mit der Umsetzung des Schul-Kritzel-Settings ein wenig übertrieben, denn auch der Ton des Spiels fällt derb-pubertär aus. Dabei meinen wir gar nicht mal die comichafte Gewalt, bei der Gegner reihenweise zerplatzen und Wände mit Blut besudelt werden, denn das passt zum Horror-Comic-Stil mit seinen Dämonen, Zombies und Robotern. Nein, vielmehr reißen der Erzähler bzw. Tutorial-Helfer - ein halb ausgeweideter Frosch - und die Charaktere alle naselang platte Pipi-Kacka-­Bums-Witze.

    Das ist vielleicht anfangs noch ganz passend, spätestens nach drei, vier Matches aber oft nur noch enervierend. Könnte man damit allerdings noch einigermaßen leben, waren die Entwickler außerdem wohl der Meinung, dass die Community eines Online-Shooters nicht schon feindselig genug sei - dershalb bombardieren sie euch in einer Tour mit Beleidigungen. Da werden dann von euren Gegnern automatisch Deine-Mutter-Bildchen nach jedem Kill gepostet und der Erzähler-Frosch sagt zur Erklärung der Funktionen Dinge wie "Toll gemacht, du Idiot. Hätte nicht gedacht, dass ein Loser wie du das schafft. Ich geh jetzt wieder masturbieren." Nein, das ist kein Witz - in doppeltem Sinne.

    14:52
    Drawn to Death: Let's Play des coolen Zeichenblock-Shooters

    Drawn to Death: Anti-Hero-Shooter

    Unser Robo-Vampir Cyborgula explodiert nicht nur bei seinem Ableben, erkann als Spezialattacke auch seinen Kopf in einen Mini-Raketenwerfer verwandeln. Klar! Unser Robo-Vampir Cyborgula explodiert nicht nur bei seinem Ableben, erkann als Spezialattacke auch seinen Kopf in einen Mini-Raketenwerfer verwandeln. Klar! Quelle: PC Games Und das ist äußerst schade, denn neben der gelungenen Optik ist auch das Spielgeschehen weitestgehend ordentlich. Die Matches spielen sich schnell, die Maps sind etwas unübersichtlich, aber schön abwechslungsreich und auch das Gunplay geht gut von der Hand. Mit anderen Hero-Shootern wie Overwatch oder Garden Warfare kann das Ganze zwar nicht ansatzweise mithalten, aber für ein paar schnelle Runden zwischendurch taugt Drawn to Death allemal. Lediglich in Sachen Spielübersicht und Balancing besteht Nachholbedarf. Erstere geht unserer Meinung nach aktuell viel zu oft flöten, da der Bildschirm in hektischen Gefechten nicht nur mit virtuellem Blut zugekleistert wird, sondern auch noch mit übertriebenen Effekten und viel zu großen Einblendungen. Wenn dann noch ein Haufen bunt blinkender Extras wie Waffen oder Boosts um euch herumliegen, werden Treffer zur reinen Glückssache. Und was das Balancing angeht, hatten wir das Gefühl, dass manch eine Fähigkeit - jeder Held verfügt über zwei Spezialattacken - doch recht nutzlos ausfällt, während andere fast übermächtig stark sind.

    Neue Outfits gibt's wie bei der Konkurrenz in Boosterpacks. Das Erspielen ingame dauert aber etwas zu lange - was leider den Kaufdruck steigert. Neue Outfits gibt's wie bei der Konkurrenz in Boosterpacks. Das Erspielen ingame dauert aber etwas zu lange - was leider den Kaufdruck steigert. Quelle: PC Games Zu guter Letzt müssen wir noch ein paar Worte über die Preisgestaltung loswerden. Grundsätzlich ist das Gebotene - 7 Modi, 8 Maps, 6 Charaktere - für den Budget-Preis von 20 Euro in Ordnung (PS-Plus-Kunden schlagen in diesem Monat sogar kostenlos zu). Neue Skins und Beleidungsbildchen erhaltet ihr über Loot-Boxen. Davon winkt je eine für relativ langwierige 150 Kills - oder für eine Handvoll Euro. Da das Spiel zudem durch seinen "Humor" offen damit kokettiert, euch mit den Boxen nur das Geld aus der Tasche ziehen zu wollen, wirkt das ein wenig befremdlich. Beispielsweise gibt der erwähnte Frosch offen zu, dass er euch die erste Box nur deshalb gratis aushändigt, damit ihr danach angefixt seid und den Entwicklern echtes Geld in den Rachen werft. Nun ... das ist immerhin ehrlich ...

    Drawn to Death (PS4)

    Spielspaß
    61 %
    Leserwertung:
     
    Bewerte dieses Spiel!
    Pro & Contra
    Fantastischer Art-Stil
    Kurzweiliges, schnelles Gameplay
    Ordentliche Map- und Waffenauswahl
    Cool designte, abwechlungsreiche Helden
    Recht hoher Kaufdruck bei den Lootboxen
    Balancing noch ein wenig unrund
    Oft sehr unübersichtlich
    Nerviger, oft beleidigender, dummer Humor
    Fazit
    Durchschnittlicher Shooter mit tollem Art-Design, aber krudem Humor

  • Drawn to Death
    Drawn to Death
    Publisher
    Sony
    Release
    04.04.2017
    Leserwertung
     
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Drawn to Death
Drawn to Death im Test: Dieser Online-Shooter vereint tollen Stil und schlechte Ideen
David Jaffe (God of War, Twisted Metal) beweist mit seinem Online-Shooter Drawn to Death, dass eine tolle Grundidee nicht automatisch ein gutes Spiel macht.
http://www.pcgames.de/Drawn-to-Death-Spiel-55095/Tests/Online-Shooter-Toller-Stil-Dummer-Humor-1226127/
21.04.2017
http://www.pcgames.de/screenshots/medium/2017/04/DrawnToDeath_Gross-pc-games_b2teaser_169.jpg
tests