Drakensang: Phileassons Geheimnis im Test: Zu wenig Inhalt für ein echtes Addon
Die neue Elfenrüstung ist zwar schick, aber leider passt nur der Helm zu unserer Klasse. Mehrere Sets wären da viel sinnvoller gewesen!
Nadoret ist der Schauplatz von Drakensang: Phileassons Geheimnis – das kleine Städtchen in Aventurien, der Spielwelt des Pen&Paper-Werks Das Schwarze Auge, stellt im Addon erneut den Auftakt einer Abenteuerreise dar. Doch anders als im gefühlvoll inszenierten Am Fluss der Zeit gestaltet sich der Einstieg ins Addon zwar klassisch, aber doch recht spartanisch und schnörkellos. Die Handlung in Kürze: Sie übernehmen die Nachtschicht einer Stadtwache, sind Zeuge der Ankunft nordischer Drachenboote und erfahren per kurzem Dialog mit dem geheimnisvollen NPC Ynu, dass der Anführer der Truppe, der berühmte Thorwaler Phileasson Foggwulf, sonderbaren Sphärenrissen auf der Spur ist, um eine Prinzessin zu retten. Und schon ist man dabei, diesen Phileasson zu suchen. Dabei absolvieren Sie mehr oder weniger im Vorbeigehen recht schnell eine etwas lieblos inszenierte und optionale Schnitzeljagd-Schatzsuche, welche Sie durch die altbekannten Gebiete des Hauptspiels führt. Und um es gleich vorwegzunehmen – damit ist der Reigen von längeren Nebenquests schon so gut wie zu Ende. Nicht gerade rühmlich und erst recht unverständlich – glänzte doch gerade Am Fluss der Zeit mit seinen vielen durchdachten und auch miteinander verwobenen Geschichten und Nebenschauplätzen, die einen tief in die Rollenspielwelt abtauchen ließen.
Den größten Teil des Add-ons verbringen Sie mit Gefechten gegen die Dämonenscharen des Namenlosen Gottes. Die Kämpfe nutzen sich leider viel zu schnell ab.
Dafür entschädigt der Ausflug nach Tie’Shianna, einer im DSA-Universum bekannten elfischen Metropole und gleichwohl Reiseziel im Add-on. Zusammen mit Foggwulf, der Ihnen anfangs übrigens nur als nicht steuerbarer Mitläufer zur Verfügung steht, erleben Sie die Elfenstadt in einer Art Parallelwelt, zur Blütezeit der elfischen Kultur. Dort beginnt Ihre Suche nach der Prinzessin. Die neuen Questzonen versprühen einen hübschen orientalischen Charme, sind dabei detailliert gestaltet und der Ausblick von den Palastterrassen über die weitläufige Stadt weckt sofort Erkundungslust. Doch die stürzt wie ein wackeliges Kartenhaus jäh in sich zusammen – denn das Add-on bietet lediglich eine Handvoll überschaubare Gebiete, allesamt rund um den Elfenpalast angesiedelt. Für Spannung sorgen zum Glück die vielen Kämpfe, die neben bekannten Monstern auch neue und düstere Gegner offenbaren. Denn die Elfenstadt wird von der Dunklen Horde bedroht, der Armee des Namenlosen Gottes. Klingt irgendwie sehr nach Dragon Age: Origins mit seiner Dunklen Brut und wirkt daher abgekupfert. Die wenigen, aber anspruchsvollen Bossgegner verlangen dem Spieler taktisches Geschick ab, belohnen ihn aber kaum mit ausgefallener Ausrüstung. Schade, denn gerade hier liegt der Reiz für ambitionierte Rollenspieler: sich nach einer erfolgreichen Schlacht an seltener Beute zu erfreuen. Gerade mal ein neues Rüstungsset offenbart Phileassons Geheimnis und neue Waffen sind nur sporadisch vorhanden. Dazu zeugen einige Dungeon- und Questgestaltungen von purer Tristesse. Zu oft hat man den Eindruck, ständig das Gleiche zu tun – Kreativität? Fehlanzeige.
Kämpfe gegen mächtige Bossgegner stellen die wenigen Höhepunkte des Add-ons dar.
Wie und wann Sie das Zusatzabenteuer im Verlauf von Am Fluss der Zeit erleben, bleibt nicht Ihnen überlassen. Die Story des Add-ons unterteilt sich in drei Abschnitte oder Akte, die erst nach bestimmten Fortschritten im Hauptspiel zugänglich sind. Alternativ können Sie auch Ihre vorhandene Heldengruppe, die das Hauptspiel abgeschlossen hat, einsetzen. Letztere Variante sorgt jedoch dafür, dass man das Add-on viel zu schnell einfach nur abspult. Im Vergleich zum vielschichtigen Am Fluss der Zeit reduziert sich Phileassons Geheimnis auf ein durchaus unterhaltsames, aber in vielen Punkten nicht richtig durchdachtes und viel zu oberflächliches Rollenspiel-Erlebnis. Das ist umso bedauerlicher, da die exotisch inszenierte Elfenwelt viel Potenzial bietet. Wir hätten uns so viel mehr gewünscht: mehr spannende Geschichten um und mit den neuen Figuren, neue spielbare Charaktere, neue Fertigkeiten, neue Ausrüstung. So wirkt das Add-on eher wie ein typisches DLC-Paket, das man nur für ein paar Euro mitnehmen würde.
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Aber statt das Addon runterzumachen sollte man froh sein das Dtp entertainmant ein Addon dazu noch rausgepracht hat. Und keiner hat behauptet das dies der Abschluss von Drakensang Am Fluss der Zeit ist. Den dtp entertainment hat leicht etwas raussickern lassen das dies nicht das einzige addon sein soll.
Doch ein Kommentar dazu:
". Denn die Elfenstadt wird von der Dunklen Horde bedroht, der Armee des Namenlosen Gottes. Klingt irgendwie sehr nach Dragon Age: Origins mit seiner Dunklen Brut und wirkt daher abgekupfert"
Das stimmt definitv nicht, das Konzept des Namenlosen Gottes etc gibt es schon fast seit Anbeginn des P&P DSA, wenn überhaupt hat also Dragon Age "abgekupfert".
Drankensang war ein nettes Spiel, grafisch schön ausgearbeitet, viele schöne Details.
Man konnte stundenlang am Fluss sitzen und aufs Wasser schauen oder alle Kisten und Fässer der Gegend zertrümmern, um an Kohle zu kommen. Die Story war ganz nett aufgearbeitet.
Es gibt aber auch andere Spiele.
Ich hab mir das Addon kürzlich zugelegt und muss sagen, dass es zwar nicht das ist, was ich erwartet habe, aber auch kein totaler Reinfall ist.
Positivpunkte:
1. Das Setting und die Optik sind mal was anderes. Der Look ist angenehm erfrischend orientalisch. Mal was neues eben und außerdem erfährt man auch mehr über die Hochelfen von damals.
2. Es gibt neue Aufgaben, die sich wieder sinnvoll ineinander fügen und für ein hübsches Spieerlebnis sorgen.
3. Der von Radon Labs gewohnte typische Humor und die Detailfülle sind wieder umwerfend.
4. Die Story ist sehr interessant.
5. Es gibt wieder neue Gebiete zu entdecken.
6. Die neuen Charaktere sind sehr schön gestaltet.
Negativpunkte:
1. Wo die Story sehr interessant ist, ist sie auch recht kurz. Mehr als 10-15 Stunden, wenn überhaupt, sind nicht drin.
2. Das Addon wirkt an manchen Ecken und Kanten noch unfertig. Nicht qualitativ, aber trotz den oben genannten Positivpunkten (die für mich sehr schwer wiegen und der Kaufgrund waren), wirkte das Addon alles in allem irgendwie aufgesetzt und fügte sich nicht besonders gut in das Hauptspiel ein.
3. Hin und wieder reichen die Synchronsprecher nicht an die Qualität des Hauptspiels heran.
4. Der Kaufpreis von 30 Euro ist zu hoch. Radon Labs (Nun Bigpoint Berlin, glaub ich) hätte das Spiel als DLC anbieten können, für weniger Euro. Für nur 10-15 Stunden ist der Preis zu hoch.
Fazit: Die Wertung ist gerechtfertigt, aber trotzdem ist eine 70er aufwärts - Wertung nicht schlecht und das Spiel noch immer gut. Der größte Kritikpunkt ist lediglich der sonderbar hohe Preis.
Die Geschichte wirkt angesichts der Hauptstory des Hauptspiels aufgesetzt, ist in sich als einzelne Geschichte aber sehr interessant.
Und angesichts dessen, dass es durch das Insolvenzverfahren der Entwickler und die Übernahme durch Bigpoint nichtmal wirklich sicher war, dass das Addon tatsächlich rauskommt, ist es gut geworden.
Aber ich empfehle, zu warten, bis das Hauptspiel + Addon eventuell irgendwann als Sonderedition für weniger Geld im Laden steht. Mir hat das Addon denoch gefallen und ich hatte meinen Spaß, aber das Hauptspiel war um Längen besser und bot mehr für das Geld.
Drankensang war ein nettes Spiel, grafisch schön ausgearbeitet, viele schöne Details.
Man konnte stundenlang am Fluss sitzen und aufs Wasser schauen oder alle Kisten und Fässer der Gegend zertrümmern, um an Kohle zu kommen. Die Story war ganz nett aufgearbeitet.
Es gibt aber auch andere Spiele.
Ahja. Weil mal ein Addon zu einem sehr guten Spiel nicht besonders gut ausgefallen ist, heißt es gleich "Tja, das war's wohl mit guten RPGs aus Deutschland"?
Nur weil ein RPG aus Deutschland kommt, ist es nicht automatisch gut. Und wenn ein RPG aus dem Ausland kommt, ist es nicht gleich schlechter. Das heißt im Klartext: Es gibt noch viele gute RPGs. Punkt.
@Topic
"Denn die Elfenstadt wird von der Dunklen Horde bedroht, der Armee des
Namenlosen Gottes. Klingt irgendwie sehr nach Dragon Age: Origins mit
seiner Dunklen Brut und wirkt daher abgekupfert."
Falsch. Das wirkt nicht im geringsten abgekupfert. Auch wenn dies nicht der Fall ist, würde ich eher behaupten (wenn ich es nicht besser wüsste), dass die Dunkle Brut von eben der Armee des Namenlosen abgekupfert ist. Immerhin ist DsA um Jahre älter und auch die Geschichte und alles rund um den Namenlosen.
Hat der Autor dieses Tests zuvor nie was mit DsA zu tun gehabt?