Drakensang-Publisher dtp zur Radon-Labs-Insolvenz: "Deutschland alleine reicht nicht"
Kampf um die Rollenspiel-Fans: Am Fluss der Zeit konkurriert mit anderen Top-Spielen wie Dragon Age: Origins und Risen.
Die dtp Entertainment AG feiert in diesen Tagen ihren 15. Geburtstag und kann auf eine lange Liste an PC-Titeln zurückblicken: Neben den Drakensang-Spielen zählen hierzu Divinity 2, Black Mirror 2 und Venetica. Unsere Fragen zur Pleite des Drakensang-Studios Radon Labs beantwortete Markus Windelen, der als Chief Operating Officer (COO) für das Tagesgeschäft des Hamburger Publishers verantwortlich ist.
Herr Windelen, dtp hat alle bisherigen Drakensang-Spiele veröffentlicht. Welche Konsequenz hat die Insolvenz von Radon Labs für dtp im Hinblick auf „Phileassons Geheimnis“ und künftige Drakensang-Spiele?
Im Hinblick auf Drakensang: Phileassons Geheimnis wird die Insolvenz keine Konsequenzen haben, die Fertigstellung der Entwicklung in gewohnter Qualität ist sichergestellt.
dtp-Manager Markus Windelen: "Außerhalb Deutschlands hat es die DSA-Reihe deutlich schwerer."
Laut Radon Labs war die Finanzierung von Drakensang 3 nicht gesichert, was letztlich zur Insolvenz führte. Woran sind die Verhandlungen mit Radon Labs gescheitert?
Die Entwicklung eines Rollenspiels wie Drakensang ist eine millionenschwere Investition. Radon Labs hält die Rechte an der Marke Drakensang. Jeder Drakensang-Teil muss somit neu verhandelt werden. Nun konnten die Verhandlungen nicht erfolgreich abgeschlossen werden.
Drakensang bedient eine Nische im RPG-Markt und basiert auf der deutschen DSA-Lizenz (Das Schwarze Auge, Anm. der Red.). Die bisherigen Titel wurden zwar auf dem deutschen Markt sehr gut angenommen, das allein reicht aber nicht, um ein millionenschweres Entwicklungsbudget wieder einzuspielen. Wir vermarkten Drakensang auch international – außerhalb Deutschlands hat es die Reihe allerdings deutlich schwerer, da das Rollenspielsystem DSA weniger bekannt ist, die Vorlieben der Spieler anders sind und der internationale PC-Markt generell schwierig ist.
Bislang arbeitet dtp vorrangig mit externen Studios wie Deck 13, Larian oder eben Radon Labs zusammen. Kann sich dtp vorstellen, Radon Labs zu kaufen und somit ein eigenes Studio zu unterhalten?
Unsere Entwicklungskapazitäten sind ausreichend. Ein Studio-Kauf steht derzeit nicht auf unserer Agenda.
Erst vor wenigen Wochen erschien ein Patch für Am Fluss der Zeit. Wie sicher kann sich die Community sein, dass weiterhin Updates entwickelt und der technische Support gewährleistet ist?
Die Drakensang-Spiele waren alle von sehr hoher Qualität und brauchten nur wenige Patches. Wir werden alles in unserer Macht stehende unternehmen, um weiterhin den technischen Support aufrecht zu erhalten. Unsere interne QA-Abteilung und unsere Support-Hotline sind von der Radon Labs-Insolvenz nicht betroffen und werden sämtliche Drakensang-Anfragen mit sehr hoher Priorität bearbeiten.
PC Games hat in vergangenen Woche auch das Berliner Studio Radon Labs interviewt. Lesen Sie auf pcgames.de, was Geschäftsführer Bernd Beyreuther zur Zukunft von Drakensang zu sagen hat.
Wie viele Spiele muss man verkaufen, um vielen Millionen Euro einer Spiele-Produktion wieder einzuspielen? Das erklärt diese Rechnung am Beispiel eines 45-Euro-PC-Spiels.
Wenn Sie wissen möchten, wie schwierig es inzwischen geworden ist, international konkurrenzfähige Spiele in Deutschland zu entwickeln, dann empfehlen wir Ihnen den Vortrag von Radon-Labs-Chef André Blechschmidt im Rahmen der GCDC 2007.
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Ich glaub schon, daß man ein Videospiel in einem bestimmten Universum platziert (wie D&D) um damit auch Fans dieses Universum als Käufer mitzunehmen, aber ich gehe stark davon aus, daß es unzählige Pen&Paper D&D Spieler bzw D&D Fans gibt, die zwar gern Bücher entsprechende begleitende Bücher…
Du glaubst doch nicht wirklich, dass hinter DnD nur ein popeliges Regelwerk steckt oder? :o Es gibt Roman-Reihen, Tabletop-Games, Conventions,…