Vorschau: Dragon Age: Origins - Blutige Konkurrenz für Der Herr der Ringe
Haben Sie's bemerkt? Dragon Age wurde kurz vor der E3 umbenannt, besser gesagt ergänzt den Titel nun der unscheinbare Zusatz Origins. Entstehung? Anfänge? Hört sich stark nach der ersten Episode einer Fantasy- Trilogie an. Den Verdacht, die Entwickler hätten noch Großes mit ihrer neuen Welt vor, erhärtet Dan Tudge, Projektleiter und Ausführender Produzent bei Bio ware: "Dragon Age ist ein richtiges Universum. Origins ist tatsächlich gerade erst der Anfang." Laut Dan will das Team dann gleich alles richtig machen mit der neuen Marke: "Wir sind bekannt dafür, hohe Qualität zu liefern, und haben uns immer die nötige Zeit genommen, um den Ansprüchen der Fans gerecht zu werden." Kein Wunder also, dass an dem Titel schon seit Jahren entwickelt wird.
Sie haben trotzdem von dem Spiel noch nichts gehört und wissen nicht, was Sie hier erwartet? Ray Muzyka, stellvertretender Generaldirektor und Geschäftsführer bei Bioware, hat die passende Erklärung parat: "Dragon Age: Origins ist ein dunkles, heroisches Fantasy- Rollenspiel. Hier wird mit harten Bandagen gekämpft. Unsere Fans können sich auf die emotionalste und intensivste Spielerfahrung einstellen, die wir jemals erschaffen haben, und wir hoffen, sie damit geradezu überaschen zu können, wie düster und ungeschminkt es ist!" Das ist hoch gegriffen, schließlich lieferte Bioware mit Baldur's Gate, Knights of the Old Republic und zuletzt Mass Effect Meisterstücke ab, die schwer zu toppen sein dürften.
Ja, Drachen spielen eine Rolle, man wird sie auf jeden Fall zu Gesicht bekommen. Der Titel steht aber für das Fantasy-Zeitalter, in dem es die schuppigen Feuerspucker noch gab. Wer sich die bisher erschienenen Trailer zum Spiel angeschaut hat, kennt die Marschrichtung: Hier bekommen die Der Herr der Ringe-Filme Konkurrenz. Ein Krieg der Völker im Fantasy- Mittelalter, es geht um alles oder nichts. Zwei bis an die Zähne bewaffnete Armeen, Menschen und deren Verbündete gegen Monster mit dunkler Magie, Massenschlachten um Burgen, mächtige Katapulte, brennende Pfeile regnen auf die Kämpfer herab, Blut spritzt in rauen Mengen, darunter epische Musik.
Der geistige Nachfolger von Baldur's Gate soll es werden. Dafür sprechen die Party-Ausrichtung, die pausierbaren Kämpfe mit taktischem Anspruch, und dass der Spieler seine Charaktere mit sehr umfangreichen Optionen selbst entwickeln darf. Spezialfähigkeiten, Zaubersprüche und Talente inklusive, genau wie - suchtfördernd - immer wieder neue, noch zerstörerische Waffen, die es zu entdecken gibt. So komplex, dass es nur Hardcore- Rollenspieler anspricht, wird es dennoch nicht. "Dragon Age: Origins enthält eine Menge klassischer Rollenspiel- Elemente. Allerdings ist die Erfahrung sehr cineastisch, groß und episch und ich glaube, dass auch Durchschnittsspieler sehr von den Zwischensequenzen und der Story sowie dem Spiel als Ganzes angetan sein werden."
Bosskämpfe ragen nicht etwa nur durch besonders zähe, starke Gegner heraus, sondern sind zudem entsprechend inszeniert, was Bioware auf der E3 präsentierte. Während einer riesigen Schlacht ist es unsere Aufgabe, an den Feinden vorbei ein Leuchtfeuer auf einem Turm zu entzünden. Als die Helden darin auf einen riesigen Oger stoßen, hat dieser einige Tricks auf Lager und schleudert etwa herumliegende Mauersteine auf die Truppe. Um ihn zu bezwingen, sind verschiedene Taktiken nötig. Den krönenden Abschluss bildet schließlich ein fi naler Streich, bei dem ein Held auf den Giganten klettert, um ihm seinen Zweihänder direkt in den Schädel zu rammen. Woher kennen wir die Szene bloß?

