Dragon Age: Origins-Vorschau: Düster, episch, kinoreif!
Greg Zeschuk, Chef von Entwickler Bioware.
PC Games: Warum entwickelt ihr Dragon Age? Dachtet ihr vielleicht, es wäre einfach mal wieder Zeit für ein neues Baldur's Gate?
Zeschuk: "Wenn wir neue Titel konzipieren, finden wir zuerst heraus, woran das Team arbeiten möchte. Wir denken nämlich, dass die Leidenschaft und der Wille, ein Spiel zu entwickeln, zu den wichtigsten Faktoren gehören, damit ein Projekt großartig werden kann. Außerdem wollten wir eine eigene Welt entwickeln. Wir hatten das Universum von Mass Effect entworfen und nun wollten wir eben eine Fantasy-Welt erschaffen."
PC Games: Was hat euch besonders inspiriert? Wir haben gehört, dass George R.R. Martin (Anm. d. Red.: Fantasy-Autor, bekannt für die epische The Song of Ice and Fire-Saga) eine Rolle gespielt hat.
Zeschuk: "Das stimmt allerdings. George R.R. Martin war eine große Inspirationsquelle für uns, ebenso J.R.R. Tolkien. Wir verehren sein Werk. Peter Jacksons Verfilmung der Herr der Ringe- Trilogie war natürlich ebenso wichtig, denn das ist sie für jeden, der Fantasy mag. Allgemein decken wir im Team eine große Bandbreite an Filmen und anderen Einflüssen ab und wenn etwas zu unserem Titel passt, versuchen wir, es einzubauen."
PC Games: Ihr arbeitet mit Star Wars: The Old Republic derzeit an einem vollwertigen MMO. Welche Bedeutung kommt Einzelspieler-Rollenspielen in der heutigen Zeit noch zu? Stellen Online-Titel womöglich die Zukunft dar?
Zeschuk: "Das ist ein interessantes Thema. Singleplayer-RPGs laufen noch immer sehr gut. Die Leute diskutieren heute zwar viel, ob Multiplayer oder Singleplayer das Rennen macht, aber es gibt doch auch Verbindungsmöglichkeiten. Und darum geht es uns bei Dragon Age: Origins! Wir erlauben den Austausch von selbst erstellten Inhalten zwischen den Nutzern. Das Spiel bietet die Plattform, es ist praktisch ein Einzelspieler- Onlinespiel. Wenn du möchtest, kannst du deine Errungenschaften und deinen Fortschritt auf Community-Seiten stellen, Inhalte mit deinen Freunden tauschen und deren Mods spielen oder auch eigene Abenteuer erstellen. Außerdem wollen wir später eine Menge Download-Content bieten. Ich glaube, es existiert definitiv noch ein Markt für solche Projekte."
PC Games: Wo siehst du denn die Vorteile von Einzelspieler-Rollenspielen?
Zeschuk: "Man will einfach nicht immer mit anderen Menschen spielen. Deswegen wird es weiterhin Einzelspieler-Rollenspiele geben. Manchmal möchte man eben keine Gesellschaft haben, sondern einfach etwas erleben. So kann man sich zurückziehen und Zeit mit sich selbst verbringen, ohne sich über andere Spieler zu ärgern. In vielen MMOs gibt es nämlich haufenweise Menschen, die dich schlicht nerven. Diesen Ärger-Faktor zu managen, stellt eine echte Herausforderung dar, und nicht zuletzt deswegen glaube ich, dass es immer eine Zielgruppe für Einzelspieler-Titel geben wird."
PC Games: Habt ihr darüber nachgedacht, in Dragon Age: Origins einen Mehrspieler- oder Koop-Modus zu integrieren? Speziell für die Xbox 360 würde sich das doch anbieten?
Zeschuk: "Wir haben darüber nachgedacht und diskutiert. Doch letztendlich wollten wir eine Geschichte und Spielerfahrung bieten, für die sich ein Einzelspielermodus am besten eignet. Es wäre interessant, aber auch sehr herausfordernd, einen Mehrspielermodus zu integrieren. Allerdings weiß man ja nie, was noch kommt ..."
PC Games: Die ersten Bilder sahen eher nach klassischer Fantasy aus. Warum habt ihr euch für den blutigeren, schmutzigeren Stil entschlossen?
Zeschuk: "Die ersten Screenshots stammten von einem sehr frühen Prototyp. Am Ende der Vorproduktion, die normalerweise etwa ein Jahr dauert, haben wir uns dann für diese dunklere Fantasy-Welt entschieden. Wir sind der Meinung, das vermittelt ein intensiveres Spielerlebnis."
PC Games: Die letzten Trailer boten Massenschlachten und Heavy Metal. Viele Fans machten sich deshalb Sorgen, dass das Spiel in Richtung Hack ‘n' Slay abdriftet. Warum habt ihr die Szenen so gestaltet?
Zeschuk: "Ich denke, sie zeigen einen Teil des Spiel erlebnisses. Wir beschreiben klassische Fantasy oft spaßeshalber als ,Lauten, Flöten und Männer in Strumpfhosen‘ und versuchen, mit Dragon Age einen anderen Weg zu beschreiten. Dass wir Marilyn Manson verpflichtet haben, diente vor allem dazu, Aufmerksamkeit zu erregen. Wir können verstehen, wenn Leute sich wundern und fragen: ,Was ist denn da passiert?‘ Aber ihr habt das Spiel heute ja gesehen. Es bietet ein tiefes, reichhaltiges Spiel- Erlebnis. Es gibt natürlich Gewalt, aber die tritt nur in einem gewissen Kontext auf. Man bekämpft einander mit riesigen Schwertern. Natürlich gibt es da Gewalt. Wir verstehen die Reaktionen der Fans, aber seid beruhigt: Das ist immer noch das Spiel, das ihr mögen werdet und spielen wollt."
PC Games: Wird es die riesigen Schlachten aus den Trailern auch im Spiel geben?
Zeschuk: "Es gibt einige sehr große Schlachten. Aber man kann natürlich nicht die ganze Schlacht am Stück spielen. Deswegen haben wir versucht, das aufzuteilen, und arbeiten jetzt mit 20 und mehr Gegnern gleichzeitig, damit das Kampfgefühl gut rüberkommt.
PC Games: Wie schwerwiegend sind die Folgen der Handlungen des Spielers in Dragon Age und muss man heutzutage ein derartiges Feature einbauen?
Zeschuk: "Die Entscheidungen, die man trifft, haben gewaltige Auswirkungen. Ganze Völker sterben aus, ihr müsst euch zwischen verfeindeten Armeen entscheiden, von denen eine später nicht mehr existieren wird. Wir wollen die Vorstellung in unsere Spiele integrieren, dass Entscheidungen Konsequenzen mit sich bringen. Es zieht den Spieler tiefer in die Spielwelt hinein."
PC Games: Wird es im Spiel ,Points of no Return‘ geben oder kann man zu jeder Quest zurückkehren?
Zeschuk: "Das ist eine gute Frage. Es gibt unabhängige Startpunkte, einen großen Mittelteil und ein unabhängiges Finale. Es kommt darauf an, in welchem Abschnitt du dich befindest. Zu einigen sehr frühen Ereignissen kannst du nicht zurückkehren und Entscheidungen lassen sich nicht umkehren. Wenn du im Mittelteil Armeen sammelst, kannst du nicht einfach alles ungeschehen machen, denn du hast deine Entscheidungen getroffen!"
PC Games: Konsequenzen machten sich beispielsweise im Action-Rollenspiel The Witcher oft erst viele Stunden später bemerkbar. Werden die Entscheidungen in Dragon Age: Origins ähnlich weitreichend sein oder wirken sie sich unmittelbarer aus?
Zeschuk: "Es gibt beide Varianten. Einige Entscheidungen wirken sich direkt aus, andere hingegen erst Stunden später und man fragt sich: 'Oh, warum passiert das jetzt? Ach ja, deswegen.‘ Ich glaube das ist eine tolle Mechanik, um den Spieler zu überraschen. Er bekommt dadurch das Gefühl, dass das Spiel praktisch mithört und ihn beobachtet."
- Einleitung: Dragon Age Origins im Überblick + Inhaltsverzeichnis
- Heldengeburt: Die Charakter-Erschaffung und Entwicklung
- Mischung für Erwachsene: Gewalt, Action und Taktik + Soundkulisse
- Bluthochdruck: Entscheidungen, Emotionen und Boss-Kämpfe
- Interview: Greg Zeschuk im Gespräch mit PC Games + Redakteurs-Meinungen
- Bildergalerie zu "Dragon Age: Origins-Vorschau: Düster, episch, kinoreif!"
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So habe ich Zeit die anderen Rollenspiele zu spielen.
Habt ihr es auch schon bemerkt das jeden Monat ein Rollenspiel kommt.
September - Venicia
Oktober - Risen
November - Dragon Age
Besser geht's kaum noch, ein tolles Jahr 2009.