Dragon Age 2 (PC)

Release:
10.03.2011
Genre:
Rollenspiel
Publisher:
Electronic Arts

Dragon Age 2 im Test: Das kontrovers diskutierte Rollenspiel erhitzt die Gemüter

12.03.2011 15:06 Uhr
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40°
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Pro und Kontra prallen aufeinander: Dragon Age 2 trumpft mit actionreichen Kämpfen auf. Aber geht das auf Kosten klassischer Rollenspielelemente? Wir sagen Ihnen, was Biowares neues Rollenspiel-Epos bietet und wo Sie Abstriche in Kauf nehmen müssen.


Kein Dragon Age ohne Drachen - logo - die Burschen sind taktisch anspruchsvoll, was den ansonsten recht leicht geratenen Kämpfen guttut. Kein Dragon Age ohne Drachen - logo - die Burschen sind taktisch anspruchsvoll, was den ansonsten recht leicht geratenen Kämpfen guttut. [Quelle: Siehe Bildergalerie] Das kontrovers diskutierte Dragon Age 2 im PC Games-Test! Erwarten Sie nicht, dass sich mit Dragon Age 2 das klassische Rollenspielkonzept des Vorgängers Dragon Age: Origins nahtlos fortsetzt. Aber auch die von vielen Spielern im Vorfeld getroffene Befürchtung, es würde ein "nur auf Action getrimmtes Mass Effect 2 im Fantasy-Gewand" werden, trifft den Nagel nicht auf den Kopf. Wieso der Vergleich mit Biowares erfolgreichem Science-Fiction Abenteuer als Nemesis in vielen Köpfen herumspukt, sei kurz erklärt: Mass Effect 2 bot etlichen Spielern viel zu wenig klassisches Rollenspiel im Vergleich zum Vorgänger. Als Bioware schließlich kurz nach der Veröffentlichung von Dragon Age: Origins verkündete, man wolle etliche Elemente für den zweiten Teil überarbeiten, war die Angst vor dem "Mass Effect-Effekt" geboren.

Wie viel Action darf nun ein modernes Rollenspiel überhaupt haben? Welche Zutaten sind generell wichtig, um es dem Spieler schmackhaft zu machen? Um diese zwei Fragen kreisen unsere Gedanken, nachdem wir in Dragon Age 2 über 40 Stunden lang Quests gelöst, Dialogen gelauscht und Charaktere entwickelt haben. Stunden, in denen wir den anfänglichen Flüchtling Hawke in einen strahlenden Recken verwandeln und in denen wir zusammen mit seinen Begleitern die wildesten Kämpfe bestreiten und spannende Geschichten erleben. Nicht alle im Test beleuchteten Features lassen sich als simple "Pro"- oder "Kontra"-Argumentation klassifizieren, denn in Dragon Age 2 prallen einfach zwei Welten aufeinander. Was klassischen Rollenspielern wichtig ist, wird von Actionfans vielleicht müde belächelt und umgekehrt. Daher haben wir versucht, zu möglichst vielen Punkten unterschiedliche Sichtweisen zu berücksichtigen. Was sich an dieser Stelle schon festhalten lässt: Auch wenn wir all den klassischen Rollenspielelementen, die Origins noch besaß, nachtrauern: Die hervorragend inszenierte, actionreiche Story, die packenden Gefechte, die coolen Bossgegner, die kernigen Dialoge – das alles passt sehr gut zusammen und bietet einfach viel Spaß.

Pro - Das hat uns an Dragon Age 2 gefallen:

Dragon Age 2: Zum Glück konnten wir den riesigen Oger einfrieren. Dragon Age 2: Zum Glück konnten wir den riesigen Oger einfrieren. [Quelle: Siehe Bildergalerie] Eine gut erzählte Geschichte mit starken Charakteren ist das Salz in der Suppe!
"Wir wollen gute Storys bieten", lautet das Motto der Entwickler. Darin war Bioware schon immer gut und ist es in vielen Punkten auch in Dragon Age 2. In Rückblenden erzählt, erfährt die Familiengeschichte rund um die Hauptfigur Hawke viele Wendungen. Nach dem jedoch recht kurz geratenen Abriss der Ereignisse des Vorgängers sorgt Hawkes Flucht aus seiner Heimat Lothering für erste Auswirkungen im Spiel. Wie das? Ihre Wahl der Charakterklasse bestimmt schon, welcher von Hawkes beiden Geschwistern – Carver (Krieger) oder Bethany (Magierin) – Sie weiter durch das Spiel begleitet. Das Ziel der spielbaren Fluchtsequenz, geschickt als Tutorial genutzt, führt Sie zur Stadt Kirkwall, dem Hauptschauplatz und leider auch der einzigen Stadt von Dragon Age 2. Innerhalb der Stadtmauern findet Ihre Flüchtlingsgruppe zunächst nur eine schäbige Unterkunft bei Hawkes Onkel. Das prächtige Familienanwesen der Familie: von ebenjenem Onkel verkauft; die Lage: aussichtslos. Der Plan lautet, Geld zu beschaffen, um schnell wieder zu Besitz und Wohlstand zu gelangen, schließlich ist man ja von edlem Geblüt.

Was zunächst nach einfallslosem Klischee klingt, entwickelt sich rasch zu einer Hauptgeschichte, die so ziemlich alle Register zieht, die gute Fantasy braucht. Verrat, Freundschaft, dunkle Magie, Mord, Krieg, Familienzwist, politische Querelen zwischen Magiern, Templern und der Kirche, Rassenhass, Banditen, Sklaverei, Drachen und Monster – Bioware peitscht den Spieler förmlich von einer Geschichte zur nächsten, ohne sich jedoch dabei zu verzetteln. Dafür sorgt die kluge Unterteilung all der Quests im schlicht gehaltenen Journal nach Haupt- und Sekundär-Quests, Gefährten- und Nebenaufgaben sowie Gerüchten.

Die beste Story nützt nichts, wenn die dazugehörigen Charaktere unglaubwürdig wirken. Sowohl Origins als auch Mass Effect 2 waren voll einzigartiger Figuren und diese Tradition setzt Bioware auch in Dragon Age 2 fort. Egal ob es der sympathische Zwerg Varric ist, der seine Armbrust liebevoll "Bianca" nennt, oder die kesse Piratenbraut Isabela, die Sie ein ums andere Mal an der Nase herumführt – sich mit den Gefährten zu beschäftigen und deren Freund- oder Feindschaft zu erlangen, ist eine der Stärken von Dragon Age 2. Je nachdem, welche der sieben verfügbaren Begleiter Sie in Ihre Vierergruppe für eine Quest mitnehmen, ergeben sich unterschiedliche Situationen. Sei es, dass sich die Begleiter zanken, miteinander diskutieren oder Sie ganz praktisch bei Questdialogen unterstützen. Um die Beziehungen zu Ihren Gefährten zu vertiefen, müssen Sie diese in ihren Behausungen in Kirkwall aufsuchen. Ein Gemeinschaftslager wie in Origins gibt es nicht.

Sämtliche Szenen in den Zwischensequenzen mit den Begleitern sind gut inszeniert, bannen einen förmlich an den PC. "Wie wird Isabela reagieren, wenn ich ihr nicht bei ihrem Anliegen helfe?" "Was geschieht, wenn ich versuche, mit Fenris anzubändeln?" Man ist stets neugierig, wie sich das Beziehungsgefüge zwischen den Figuren entwickelt. Schade nur, dass sich die Begleiter außerhalb der cineastischen Szenen nicht ihren Gesprächspartnern zuwenden. Stur geradeaus blickend, geben sie ihre Kommentare ab. Das dämpft die Atmosphäre. Insgesamt macht es jedoch sehr viel Spaß, sich mit den sehr unterhaltsamen Questreihen rund um die Begleitcharaktere zu beschäftigen, auch wenn es nicht ganz an die erzählerische Dramaturgie eines Mass Effect 2 herankommt.

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12.03.2011 15:06 Uhr
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02.05.2011 13:42 Uhr
Erinnert stark an Assassin's Creed mit der Steuerung, und Handhabung, ebenso wie die Linearität. Die Grafik scheint zwar nicht auf den neusten Stand, ist aber ausreichend.
Schnell fallen die immer gleichen Karten auf, und eine wirkliche Abwechslung kommt nicht zu Stande. Auflösungen von Quests gehen leider…
Community Cadet
Bewertung: 0
09.04.2011 15:06 Uhr
Wer noch Fragen zum Spiel hat oder seine Meinung niederschreiben möchte, kann dies auch gerne im Sammelthread im Forum machen.
Dort ist die Chance vielleicht höher eine Antwort…
Neuer Benutzer
Bewertung: 0
08.04.2011 16:03 Uhr
Als Antwort drauf sagte Herbboy, dass DA2 sich eher nicht so sehr an die "Old School" Gemeinde richtet. Darauf mein zweiter Post:

Das ist ja genau das Problem, was ich habe. Das es eben nicht Old School vs. New School ist, sondern, dass die angeführten Kritikpunkte das Spiel alles andere als…