Don't Worry, weglaufen geht nicht: Filmrezension zum Biopic-Drama
Der Cartoonist John Callahan verstarb 2010 im Alter von 59 Jahren und hat zu Lebzeiten für einige Kontroversen gesorgt. So ist er in seinen Zeichnungen mit äußerst schwarzem Humor an gesellschaftliche Tabu-Themen (körperliche Behinderungen) herangetreten. Regisseur Gus Van Sant wollte diesen Film eigentlich schon in den 90ern drehen. Damals hätte er die Figur des John Callahan mit Robin Williams besetzt.
Wie beim Arthouse-Regisseur Gus Van Sant ("Elephant", "Milk") üblich, basiert sein Drama "Don't Worry" auf einer wahren Geschichte, hier der Autobiografie des US-Cartoon-Künstlers John Callahan. Callahan kam in den 1980ern groß raus, nachdem er seine Alkoholsucht besiegt hatte. Das Biopic springt chronologisch zwischen Suff und Ruhm hin und her, zeigt Callahan (stark: Joaquin Phoenix) wie er besoffen einen Autounfall baut und gelähmt im Rollstuhl landet, um anschließend weiter zu trinken. Erst die Meetings der Anonymen Alkoholiker bringen Callahan in die Spur zurück. Als Stütze erweist sich der hilfsbereite Donnie (auch toll: Jonah Hill), der die AA-Treffen in seiner Villa ausrichtet. Die tonal höchst unterschiedlichen Teile - bittere Trunksucht trifft frohes Künstlerleben - greifen nicht immer ineinander. Doch das Ensemble und die realitätsnahe, unsentimentale, fein beobachtete Inszenierung gleichen die dramaturgische Sprunghaftigkeit aus. Hinzu kommen der passende Score von Danny Elfman und Bilder wie jene, in denen Callahan mit seinem Elektro-Rollstuhl durch die Gegend rast. Das bleibt haften.
FAZIT:
Ein Hardcore-Trinker überwindet seine Sucht und avanciert zum gefeierten Künstler - Biopic-Drama zwischen Verzweiflung und Lebensbejahung.
