Divinity: Dragon Commander (PC)

Release:
3. Quartal 2013
Genre:
Strategie
Publisher:
k.A.

Divinity: Dragon Commander im Test: Endlich mal was Neues - Update mit Wertung

07.08.2013 14:15 Uhr
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Jetpackdrachen im erbitterten Kampf um Macht, Politik und Homo-Ehe: Dank Dragon Commander weht endlich wieder frischer Wind durch's Strategie-Genre. In unserem Test klären wir, ob Larian Studios' neues Werk nicht nur originelle Ideen, sondern auch handfesten Spielspaß liefert. Update: Wir haben den Test um die finale Wertung erweitert.


Divinity: Dragon Commander im Test - Dank der frei dreh- und zoombaren (und leider etwas zickigen) Kamera kann man seine Einheiten auch aus der Nähe betrachten. Divinity: Dragon Commander im Test - Dank der frei dreh- und zoombaren (und leider etwas zickigen) Kamera kann man seine Einheiten auch aus der Nähe betrachten. [Quelle: Siehe Bildergalerie]

Deutliche Schwächen

Abgesehen vom originellen Drachen-Modus spielen sich die simplen Echtzeitgefechte zwar flott und eingängig, allerdings gibt's auch einige Problemzonen. Die freie Kamera, die man in jede Richtung drehen und zoomen kann, reagiert beispielsweise etwas empfindlich (wenn auch weniger fehleranfällig als noch in der Beta) und erfordert ständiges Nachjustieren. Die kleineren KI- und Wegfindungsprobleme, die in der Beta noch ab und an auftreten konnten, sind immerhin deutlich seltener geworden, in der Releaseversion haben wir sie kaum noch erlebt. Positiv: Die Entwickler haben in den letzten Wochen mehrere Tutorials und kleine Videos eingefügt, um Einheiten und Spielprinzip besser zu erklären. Trotzdem bleiben manche Regeln (warum beispielsweise Rekruten zum Gegner überlaufen) für den Einsteiger im Dunkeln, ebenso wie das Balancing. Wie stark oder schwach bestimmte Einheiten gegen andere Truppen auf der Rundenkarte sind, das ist oft nicht nachvollziehbar. Wenn man sehr viele Einheiten verwaltet, wird das Geschehen auf der Karte auch arg unübersichtlich und teilweise sogar unlogisch: Als wir einmal dutzende Einheiten in einem Feindgebiet absetzten, tauchten nur die wenigsten davon tatsächlich in der Echtzeit-Mission auf: Nur die schwachen Landungsboote wurden in die Schlacht übernommen, unsere teuren, starken Panzer und Fußtruppen hingegen waren scheinbar verschollen. Solche Schnitzer sollten die Entwickler noch ausbessern - zum Beispiel mit einer Truppenbegrenzung pro Gebiet.

Das größte Problem des Spiels liegt aber darin, dass Dragon Commander einfach ziemlich schnell eintönig wird: Egal ob Spieler oder Gegner, jede Partei verwendet die immergleichen, wenigen Einheiten und Gebäude, jeder Einsatz läuft nach demselben Muster ab. Da vermisst man Überraschungen auf der Map, variierende Aufgaben, Heldeneinheiten, zusätzliche KI-Gegner, ab und an einen Story-Einsatz, interessante Wendungen, kurz: Abwechslung. Die wenigen Einheiten kann man auf der Raven zwar mit einem Upgrade-System aufwerten und so etwas der eigenen Spielweise angleichen, doch allzu aufregend ist das simple Forschungsmenü nicht: Neben einigen passiven Boni bestehen viele Upgrades darin, Einheiten aktive Fähigkeiten zu verpassen, die man dann von Hand im Kampf auslösen muss. Da die Gefechte aber oft hektisch und unübersichtlich ausfallen, verspürten wir wenig Lust, in dem Einheitengetümmel noch gezielt Tarnfelder, Schockwellen oder Schutzschilde einzusetzen – solches Mikro-Management wäre in einem Starcraft 2 besser untergebracht. Einzig den Feuerregen der Hexer haben wir häufig genutzt, auch wenn genau dieser Zauber in der Hand der Gegner-KI (die natürlich zig Aktionen gleichzeitig umsetzen kann) etwas zu übermächtig wirkt.
Divinity: Dragon Commander im Test - Im Runden-Modus leitet man seinen Feldzug auf dieser schönen Karte, die an den Brettspielklassiker Risiko erinnert. Divinity: Dragon Commander im Test - Im Runden-Modus leitet man seinen Feldzug auf dieser schönen Karte, die an den Brettspielklassiker Risiko erinnert. [Quelle: Siehe Bildergalerie]

Nicht perfekt, aber eine launige Mischung

Egal ob Dialog-Rollenspiel, Rundentaktik, Echtzeitstrategie oder Drachenaction, in keiner Disziplin erreicht Dragon Commander den Tiefgang großer Genre-Vorbilder. Dafür bietet das Spiel aber einen unvergleichlichen Mix, der ohne Abstriche in der Kampagne, im Skirmish (einer Freies-Spiel-Kampagne ohne Story) und im Multiplayer funktioniert, online wie über LAN. Atmosphärisch, einsteigerfreundlich, originell – alles in allem ergibt das ein rundes Paket, das auch Strategie-Muffeln einen Blick wert sein sollte. Wie gut es um die Multiplayer-Zukunft des Spiels bestellt ist, wird sich erst in den nächsten Wochen zeigen. Larian Studios hat zwar ein aufgeräumtes Menü zur Match-Suche, umfangreiche Optionen für Siegesbedingungen und Leaderboards bereitgestellt, allerdings bekamen wir bislang kaum Partien zustande - ob's am Spiel liegt oder an der Community, die sich noch nicht an den Multiplayer rantraut, das lässt sich derzeit nicht genau sagen.

Die deutsche Fassung

Wer gerne auf Deutsch spielt, kann beruhigt sein: Die Lokalisation ist trotz einiger Einschränkungen gut gelungen. Alle Sprecher geben sich hörbar Mühe und sind passend besetzt. Leider büßen aber gerade einige der charismatischen Figuren auf der Raven etwas von ihrem Charme ein. Wo der schmierige Zwergen-Botschafter Sir Falstaff Silberader im Original beispielsweise noch mit einem wunderbar rauen, schottischen Akzent spricht, fehlt davon in der deutschen Fassung jede Spur. Auch gibt es in den meisten Dialogen kurze, auffällige Pausen, teils mitten im gesprochenen Satz - das macht den Eindruck, als habe man bei der Nachbearbeitung der Tonaufnahmen vergessen, die unnatürlichen Aussetzer rauszuschneiden. Auch wenn die deutsche Fassung ansonsten gelungen ist: Wer entsprechende Sprachkenntnisse hat, spielt lieber die englische Version, die klingt unterm Strich einfach noch etwas besser. Das trifft allerdings nicht auf die Einheitenkommentare in den Echtzeitkämpfen zu - die sind in beiden Sprachfassungen auf Dauer etwas anstrengend. Da auch die Musik in den Echtzeitschlachten manchmal eher nervig als atmosphärisch ist, haben wir den Ton hier manchmal einfach leiser gedreht.

Wo kaufen? Die Versionen von Dragon Commander

Hierzulande erscheint Dragon Commander in einer von Daedalic vertriebenen, deutschen DVD-Version. Diese Fassung muss einmalig über Steam aktiviert werden und ist danach auch offline spielbar. Toller Service: Die Packung enthält zusätzlich (!) noch einen Key für GOG.com, wo man Dragon Commander auch als DRM-freie Version herunterladen kann. Zudem ist das Spiel über andere Quellen wie larianvault.com erhältlich. Alle Fassungen sind im Multiplayer miteinander kompatibel. Nur wer Steamworks-Features nutzen möchte, muss natürlich dafür die Steam-Edition spielen. Vorbesteller erhielten ein Gratis-Upgrade auf die Imperial Edition, die unter anderem den Soundtrack, eine Bonus-Karte und Making-of-Material mitliefert.

   
Felix Schütz
„Origineller Mix, der endlich mal frischen Wind ins Genre bringt“
Wer ein beinhartes Profi-Strategiespiel mit zig raffinierten Einheiten, komplexen Wirtschaftssystemen und viel Abwechslung sucht, findet woanders bessere Alternativen. Wer aber etwas Neues ausprobieren und dabei auch gerne mal schmunzeln mag, liegt bei Dragon Commander richtig: Vor allem die fein geschriebenen Charaktere mit ihren ausufernden Dialogen haben mir prima gefallen, aber auch das gelungene Design und die flott spielbaren Echtzeitgefechte hinterlassen einen guten Eindruck. Dass die Story hauchdünn ist, kann ich ja noch verschmerzen, aber der immergleiche Missionsaufbau mit ein und denselben Einheiten ist mir auf Dauer doch zu eintönig. Darum erklimmt der mutige Genre-Mix vielleicht nicht unsere obersten Wertungsregionen – doch das hindert mich nicht daran, Larian Studios’ sympathischem Werk eine klare Empfehlung auszusprechen.
   
Divinity: Dragon Commander (PC)
Spielspaß-Wertung

80 %
Leserwertung
(0 Votes):
-
Ungewöhnliche Mischung verschiedener Genres
Wenig Einheiten und Gebäude
Schönes Design, das Steampunk und klassische Fantasy mixt
Stets nur ein Missionsziel
Coole Charaktere mit feiner englischer (und guter deutscher) Vertonung
Auf Dauer ziemlich eintönig
05:30
Divinity: Dragon Commander - Drachen in Aktion
Für die Verwendung in unseren Foren:
Print-Redakteur
Moderation
07.08.2013 14:15 Uhr
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Dein Kommentar
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
09.08.2013 12:09 Uhr
Zitat: (Original von Chaz0r;9618117)
I

In den E3 Videos hat man auch noch Luft-Festungen gesehen, die anscheinend gestrichen wurden. In ihrer FAQ steht "vielleicht kommen sie ja irgendwann zurück". Ich hoffe das doch, das sah eigentlich sehr interessant aus.

Alles in Allem hat das Spiel Macken. Aber es…
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
08.08.2013 22:35 Uhr
Ich habs mir nach vielen positiven Kommentaren auch gekauft.

Mal ganz vorweg: Das Setting und die stilistische Umsetzung ist ja mal einfach nur sau gut! Lange nicht son tolles Setting gesehen.

Spielerisch gefällt es mir bisher auch. Der RTS-PArt hat zwar nicht unbedingt viel Tiefgang, spielt sich aber…
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
08.08.2013 22:04 Uhr
Also im SP ist das Spiel echt gut gelungen. Ja es könnte mehr tiefgang haben, mehr Einheiten und Fähigkeiten. Und im MP macht es Spaß.

Mal sehen was da noch kommt Patches,DLC's,AddOn's oder nen MODKit, abwarten was aus dem Potial wird.

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