Die Sims 2: Open for Business im PC-Games-Realitätscheck
Die Sims ist eine Lebenssimulation und versucht als solche, die vielen Facetten der Realität und des menschlichen Miteinanders in Spielen und Erweiterungen möglichst getreu einzufangen. Das gelingt nicht immer, wie unsere Realitäts-Checks über das ein oder andere "simoleonische" Add-on beweisen werden. Heute unterziehen wir Die Sims 2: Open for Business dem PC-Games-Realitätscheck!
Jetzt ist es endgültig: Das Sims-Universum und die Realität gehen getrennte Wege. Mit der Erweiterung Open for Buisness wollen die Entwickler dem geneigten PC-Spielerweismachen, es gäbe Arbeitsplätze. Womöglich sogar den richtigen Job für jeden, Arbeit die Spaß macht. Und noch schlimmer: die angemessen bezahlt wird. Darüber müssen Sie sich in Open for Business zum Glück keine Gedanken machen, denn hier sind Sie nicht Angestellter, sondern Chef. An dieser Stelle geben wir zu, dass es doch noch Parallelen zur Realität gibt. Die Erweiterung folgt nämlich einem wirtschaftlichem Trend: Wer im realen Leben keinen Job findet, macht sich einfach selbstständig. Das geht schneller, als Bewerbungen zu schreiben und an lästigen Gesprächen teilzunehmen. Kurz zum Finanzamt um die Ecke, eine Nummer ziehen und den Antrag ausfüllen - schon steht dem Traumberuf nichts mehr im Wege. Trotz der Verzweiflungstat, die diesem Prozess zu Grunde liegt, erfährt die Selbstständigkeit in der Gesellschaft ein hohes Ansehen. Wahrscheinlich weil man viel Mut haben muss, um ein Projekt zu starten, das von vornherein zum Scheitern verurteilt ist. Oder aber weil man beim Aufsetzen der AGB in der dritten Zeile auf der vorletzten Seite unter der Rubrik "Rückgaberecht" einen Buchstaben innerhalb der Paragraphenangabe, die wiederrum auf ein zu Grunde liegendes Gesetz verweist, das seit nunmehr 10 Jahren ebenfalls einen Buchstaben in einer ohnehin komplexen Formulierung vermissen lässt, vergessen hat, die einen Großmarkt dazu verleitet, mit einer Unterlassungsklage an der Tür der Ich-AG zu klingeln. Mit ein bisschen Glück könnte der gescheiterte Unternehmer nun in den Medien Fuß fassen, denn ein deutscher Fernsehsender hat garantiert schon den Schuldnerberater losgeschickt.
Wie dem auch sei: Sechs Branchen bzw. Berufszweige stehen in Open for Business zur Verfügung. Ob als Florist, Spielzeugverkäufer oder Besitzer einer Restaurant-Kette, in der Realität könnten Sie auf dem Arbeitsamt gleich zwei Anträge ausfüllen, wenn Sie einen dieser Berufe annehmen würden: Erst den für die Selbstständigkeit, dann den für Hartz IV! Aber wir wollen Ihnen das Berufsleben nicht vermiesen und entlassen Sie deshalb ins Spiel und in die Suche nach kompetenten Mitarbeitern.
Für jeden Beruf liefert Open for Business die passende Stellenanzeige. Hier ein kurzer Auszug:
"Finden Sie Ihre Erfüllung in einer Karriere im Elektrobereich! Wir suchen talentierte, aufgeschlossene Individuen für unser elektrisierendes Team. Wenn die Welt der Elektronik Ihre Säfte zum Fließen bringt, ist dies Ihre große Chance, Ihrer Karriere den nötigen Schub zu verleihen. Bewerben Sie sich nur, wenn Sie Kunden so einsäuseln können, dass sie die teuersten Geräte kaufen, die gerade auf dem Markt erhältlich sind, selbst wenn sie sie nicht im Geringsten gebrauchen können."
Endlich: Open for Business zeigt sich von der realistischen Seite! In ihrer brutalen Ehrlichkeit fordert die Stellenanzeige genau das, was ein Chef von seinen Mitarbeitern verlangt. Er darf es nur leider nicht sagen. Leuten Dinge zu verkaufen, die sie gar nicht brauchen, ist eine große Kunst!
Mehr lesen:
Die Sims 2 - Das Hauptspiel und die Erweiterungen

