Die Siedler 2 - Die nächste Generation
Neuer Glanz
Eines der Markenzeichen von Die Siedler 2 war die knuffige Knuddelgrafik. Diesen Look dürfen Sie auch im Remake erwarten. Als wir uns die stämmigen Knubbelnasen-Figuren des Römervolkes länger anschauten, war eine gewisse Ähnlichkeit mit einem bekannten Nintendo-Helden nicht von der Hand zu weisen. Klar, die Rede ist von Super Mario.
Auch die tierischen Bewohner - etwa Rehe und Hasen - wirken wie aus einem Bambi-Film entsprungen. Die Siedler-Reihe kehrt also zu ihren Wurzeln zurück und lässt den Die Siedler: Das Erbe der Könige-Ausflug in "ernste" Fantasy-Gefilde in Vergessenheit geraten.
Insgesamt hinterlässt der 3D-Look einen hübschen Eindruck. Schöne Shader-Effekte zaubern glanzvolles Wasser auf den Monitor und detailreiche Gebäude zieren Ihre Siedlung. Dank der hohen Zoomfunktion können Sie Ihren Arbeitern regelrecht über die Schulter schauen, wenn sie beispielsweise aus Baumstämmen Bretter sägen, Mehl und Wasser zu Brot verarbeiten und vieles mehr. Weniger gelungen ist die Darstellung der Bäume - bei näherer Betrachtung wirken die grobschlächtig.
Im Vergleich zu den detaillierten Gebäuden sind die ziemlich hässlichen und detailarmen Texturen an den Bäumen nicht zu übersehen. Finden die Grafiker bis zur Veröffentlichung noch Zeit, daran zu feilen? Sehr schön gelungen sind jedenfalls die unterschiedlichen Regionen der Spielkarten. Europäisch anmutende Inseln sind ebenso vertreten wie Wüstenareale. Auch bedrohlich-düstere Lava-Gegenden mit ihren Vulkanen gibt es zu bestaunen.
Römer, Nubier und Asiaten
Drei spielbare Völker bietet die überarbeitete Version des Klassikers. In der Kampagne beschäftigen Sie sich ausschließlich mit den Römern. Die Nubier und Asiaten lernen Sie im Verlauf der zehn Missionen als Gegner kennen. Im freien Spiel und im Mehrspielermodus können Sie dagegen auch selbst auf Seiten der Nubier oder Asiaten antreten. Spielerisch unterscheiden sich die drei Völker nicht. Umso mehr haben sich die Entwickler Zeit genommen, die drei Parteien optisch unterschiedlich zu präsentieren.
Während die Römer im klassischen Siedler-Gewand daherkommen, zeichnet sich die Architektur der Asiaten durch herrliche Pagodendächer aus. Auch bei den Details der Betriebe lassen sich Differenzen ausmachen. Während beim römischen Sägewerk eine Kreissäge für die begehrte Bretterware sorgt, verfügen die Nubier über eine Gattersäge, die mit Knochenzähnen bestückt ist. Auch die übrigen Gebäude der Nubier strahlen Natürlichkeit aus: Elefantenstoßzähne verzieren Türme und Gebäude, ein gespanntes Zebrafell kennzeichnet das Häuschen des Jägers ...
Grenzkonflikte
Während Sie in den ersten Missionen noch ruhig vor sich hinsiedeln, gilt es später, besetzte Territorien zu erobern. Die Siedler 2: Die nächste Generation setzt dabei auf das Ursprungskonzept: Mithilfe von stationierten Grenzsoldaten visieren und greifen Sie gegnerische Militärgebäude an. Es gibt nach wie vor unterschiedliche Soldatenränge, für die bestimmte Ressourcen nötig sind.

