Die Siedler 2 - Die nächste Generation
Zehn Jahre ist es her, dass kleine Pixelfiguren für durchspielte Nächte am PC sorgten. Das soll sich jetzt wiederholen.
Im Jahre 1996 gab es für Aufbau-Strategen nur wenig Schlaf, als ein deutsches Entwicklerteam namens Blue Byte den Wusel-Hit schlechthin unters Spielervolk brachte: Die Siedler 2. Die Spieler waren gefordert, eine effektive Infrastruktur aufzubauen, mittels der man mit viel Geschick Waren transportierte, um zum Erfolg zu gelangen. Die große Fangemeinde blickt(e) sehnsüchtig auf den zweiten Teil zurück, denn alle nachfolgenden Siedler-Spiele verloren mehr und mehr von der Genialität, die diesen Teil krönte.
Ubisoft fasst sich nun ein Herz und veröffentlicht anlässlich des zehnjährigen Geburtstags des knuffigen Aufbauspiels ein Remake: Die Siedler 2: Die nächste Generation. Die Neuauflage soll auf jeden Fall das Flair des Originals besitzen. Um das gesteckte Ziel zu erreichen, fand sich sozusagen ein All-Star-Team aus Siedler 2-Entwicklern zusammen. Das bisherige Ergebnis der Kooperation von Funatics- und Bluebyte-Entwicklern trudelte am 28. Juni in Form einer spielbaren Beta-Version bei uns in der Redaktion ein.
Nach der Installation stiegen wir gleich in die Kampagne ein und sofort nach Spielstart war es da, das altbekannte, geliebte Spielgefühl aus ehrwürdigen Siedler 2-Tagen. Schnell entstehen die bekannten Wirtschaftskreisläufe wie Holzfällerhütte, Förster und Sägewerk, Bauernhof, Mühle, Brunnen und Bäcker, Kohle- und Eisenbergwerk, Eisenschmelze und Schmiede. Alles funktioniert genau wie vor zehn Jahren. Immer noch besteht der große Reiz darin, sein kleines Reich zu optimieren und die Abläufe zu perfektionieren.
Lohnt sich der Aufwand?
"Wieso soll man überhaupt die Neuauflage spielen, wenn doch alles wie im alten Spiel abläuft?", fragen Sie sich vielleicht. Ganz einfach - wir Menschen neigen dazu, alles Schöne aus vergangener Zeit zu verklären. Aber betrachten Sie doch mal den Vergleichskasten oben rechts - das Originalspiel ist grafisch, nun ja, nicht mehr "so ansehnlich", um es vorsichtig auszudrücken.
Auch gab es damals keine Tooltipps oder ähnlich komfortable Hilfen. Entwickler Funatics hat es wirklich hinbekommen, das ursprüngliche Spielflair zu erhalten, und dennoch leichte Anpassungen vorzunehmen, die aus heutiger Sicht spielerisch Sinn ergeben. Beispielsweise war es im Originalspiel mitunter ein echter Krampf, seine Militäreinheiten gescheit an die Landesgrenzen zu bringen, um den Gegner anzugreifen.
Im Remake lassen sich nun Militärgebäude ausbauen, sprich: Aus einem Wachturm lässt sich problemlos eine Festung errichten, der Abriss des alten Gebäudes ist nicht mehr nötig, lästige Grenzverschiebungen entfallen. Sie tragen lediglich die Kosten für die Erweiterung. Ebenfalls neu ist die Funktion, Soldaten auszulagern. Damit reagieren Sie wesentlich flexibler auf Bedrohungen.
Ausgelagerte Einheiten marschieren zunächst zum Hauptquartier zurück - von dort kann sie der Spieler neu verteilen. Auch beim Gebäudebau beziehungsweise -abbau hat sich etwas getan. Siedler 2-Veteranen erinnern sich eventuell noch an ihre Anfängerfehler: Wer zum Beispiel die Holzwirtschaft vernachlässigte, manövrierte sich schnell in eine Sackgasse, wenn es nicht mehr genügend Bauholz für eine Holzfällerhütte gab. In der überarbeiteten Version erhalten Sie die Hälfte der Rohstoffe zurück, wenn Sie ein Gebäude abreißen - ein klares Zugeständnis an Einsteiger.

