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  • Diablo 3: Finsternis in Tristram - Warum uns das Remake enttäuscht
    Quelle: PC Games

    Diablo 3: Retro-Event " Finsternis in Tristram" durchgespielt - Warum das Diablo-Remake eine Enttäuschung ist + Video

    Auf der Blizzcon groß angekündigt, soll "Finsternis in Tristram" für wohlige Retro-Atmosphäre sorgen: Das Jubiläums-Update bringt 16 von Diablo 1 inspirierte Levels in den dritten Teil zurück, inklusive speziellem Grafikfilter und vertrauten Bossen. Wir haben uns auf dem öffentlichten Testserver (PTR) durch den Retro-Abschnitt gekämpft und sind ernüchtert: Das 20 Jahre alte Kultspiel hätte eine deutlich bessere Modernisierung verdient.

    Durch ein Portal in Akt 1 (Abenteuermodus) erreichen wir das Retro-Tristram. Durch ein Portal in Akt 1 (Abenteuermodus) erreichen wir das Retro-Tristram. Quelle: PC Games Auf dem öffentlichen Testserver von Diablo 3 ist er bereits spielbar: Der kostenlose Event "Finsternis in Tristram", der mit dem Patch 2.4.3 hinzugefügt wurde. Dahinter verbirgt sich im Grunde eine kleine Neuauflage von Diablo 1, komplett spielbar in Diablo 3: Reaper of Souls. Blizzard hat das kostenlose Update als großes Geburtstagsspecial auf der Blizzcon angekündigt, um den treuen Fans eine Freude zu machen - denn immerhin wird Diablo 1 diesen Dezember stolze 20 Jahre alt!

    Nach dem Durchspielen stellt sich jedoch tiefe Ernüchterung ein: Mit einem vollwertigen Remake war zwar ohnehin nicht zu rechnen, doch selbst wenn man seine Erwartungen zügelt, bekommt man nur einen halbherzigen Spielmodus spendiert. Neue Grafiken sind beispielsweise Mangelware, stattdessen recycelt Blizzard einfach nahezu alle Assets und Levelbausteine aus dem Hauptspiel. Weil das praktisch 1:1 so aussieht wie in Diablo 3, legen die Entwickler einen Grafikfilter drüber, der das Geschehen grobkörnig und farbärmer darstellt. Das soll Retro-Feeling versprühen, schaut aber einfach nur unsauber aus und erinnert nicht an Diablo 1.

    Wer sich selbst ein Bild machen will, schaut sich unser kommentiertes Gameplay-Video an:

    06:53
    Diablo 3: Enttäuschendes Retro-Remake im Gameplay-Video

    Zurück in die Vergangenheit

          

    Wo kann ich den Remake-Event spielen?
    "Finsternis in Tristram" ist derzeit nur auf dem öffentlichten Testserver spielbar. In Kürze soll das Update mitsamt anderer Verbesserungen aber auch für das reguläre Spiel verfügbar sein. Allerdings ist zu beachten: Der "Finsternis in Tristram"-Event soll nur einen Monat im Jahr, genauer jeden Januar verfügbar sein. Dazwischen bleiben die Tore in die Remake-Zone verschlossen!
    Finsternis in Tristram steht nur im Abenteuermodus zur Verfügung, Auf der Karte bereisen wir in Akt 1 die alten Ruinen, die bereits mit einem entsprechenden Symbol markiert sind. Dort finden wir nun ein neues Portal, das uns in die Vergangenheit von Tristram versetzt. Wir erleben das Dorf dann aus früheren Tagen, allerdings nur mit einem heftigen Einschnitt: Alle Dorfbewohner liegen mausetot am Boden! Wir können also nicht wie im Ur-Diablo mit Griswold, Gillian und den anderen Charakteren plauschen, und folgerichtig gibt's auch weder Story noch Quests zu erleben. Die Chance, heutigen Diablo-Fans wirklich nochmal die Ursprünge der Reihe zu zeigen, verpasst Blizzard damit komplett.

    Stattdessen erhalten wir nur eine einzige Aufgabe: Den dunklen Terrorlord Diablo erschlagen, der sich wie gewohnt tief im Labyrinth unterhalb der Kathedrale verbirgt. Wie im Original-Diablo gibt's 16 Levels zu erkunden, die allerdings sehr klein ausfallen - da hat man sich bequem in einer Stunde durchgemetzelt, je nach Schwierigkeitsgrad.

    Diablo selbst taucht unvermittelt und ohne Einführung im letzten Level auf. Das ist zwar wie im Original, aber auch ziemlich langweilig. Diablo selbst taucht unvermittelt und ohne Einführung im letzten Level auf. Das ist zwar wie im Original, aber auch ziemlich langweilig. Quelle: PC Games

    Retro sieht anders aus

          

    Wie von Diablo 1 gewohnt, beginnen wir unseren Abstieg in Diablos Labyrinth in dieser Kathedrale. Wie von Diablo 1 gewohnt, beginnen wir unseren Abstieg in Diablos Labyrinth in dieser Kathedrale. Quelle: PC Games Anders als in Diablo 3 können wir unseren Charakter nur in acht Richtungen drehen und bewegen. Das soll an das Gameplay des Originals erinnern. (Zur Erinnerung: Diablo 1 war in einer sehr frühen Version noch rundenbasiert, die Spielwelt war daher auch in der fertigen Fassung in unsichtbare Kästchen unterteilt.) Das ist zwar ein schönes Detail, doch leider reicht es nicht aus: Der Retro-Modus fühlt sich zu keinem Zeitpunkt an wie das deutlich gemächlichere Ur-Diablo.

    Auch die Klassen, Attribute, Talente und Zauber aus dem Original findet man nicht. Wir spielen die Levels stattdessen einfach mit unserem normalen Diablo-3-Charakter durch, auch hier kommt also kein Retro-Feeling auf. Auch die Schreine aus Diablo 1 (die einem unter Umständen auch mal den halben Build zerschossen) wurden nicht zurückgebracht. Stattdessen hat Blizzard einfach viele XP-Schreine verteilt, die unseren Erfahrungspunktegewinn beschleunigen.

    Die kennen wir doch!

          

    Der Butcher ist der wohl bekannteste Bossgegner aus Diablo 1. Er darf auch in der Quasi-Neuauflage nicht fehlen. Der Butcher ist der wohl bekannteste Bossgegner aus Diablo 1. Er darf auch in der Quasi-Neuauflage nicht fehlen. Quelle: PC Games Ein paar schöne Highlights für Kenner des Originals gibt es aber trotzdem. Diablo 1 hatte seinerzeit nur wenige Bosse, Zufallsereignisse und Quests zu bieten, daher sind sie uns umso besser in Erinnerung geblieben. Etwa der Kampf gegen den Schlächterdämon The Butcher, der uns mit seinem kultverdächtigen "Aaah, fresh meat!" begrüßt. Oder der Levelabschnitt "Halls of the Blind"; in dem wir gegen unsichtbare Dämonen kämpfen. Oder schließlich der Kampf gegen den bösen Erzbischof Lazarus, der für Diablos Wiederauferstehung verantwortlich zeichnet.

    So erfreulich solche kurzen Szenen auch sind, fehlt ihnen doch schmerzlich die Atmosphäre aus dem Original. Die Sprachausgabe aus Diablo 1 wurde nicht übernommen, sondern neu (und langweiliger) eingesprochen. Außerdem hat Blizzard einige Zufallsbegegnungen gestrichen, wer sich auf Dialoge mit der gefallenen Königswache Lachdanan, dem Goblin Snotspill oder dem herrlich blökenden Ziegendämon Gharbad the Weak gefreut hat, guckt in die Röhre. Zwar tauchen einige der Figuren auf, allerdings hat Blizzard sie auf normale Elite-Gegner ohne Dialoge reduziert - meist gehen sie im Effektfeuer einfach unter.

    Dabei wäre doch gerade die alte Sprachausgabe ein schöner Bonus für Nostalgiker gewesen! Immerhin: Wenigstens die großartige Musikuntermalung aus der Feder von Matt Uelmen wurde unverändert übernommen, die sorgt auch nach 20 Jahren noch für unverwechselbare Atmosphäre. Blizzard hat fast alle Levelgrafiken aus Diablo 3 recycelt, hier etwa für die Knochenkammer. Blizzard hat fast alle Levelgrafiken aus Diablo 3 recycelt, hier etwa für die Knochenkammer. Quelle: PC Games

    Nix für Beutejäger

          

    Auch einige Items aus Diablo 1 dürfen wir erbeuten. Allerdings sind sie aufgrund ihrer miesen Werte völlig nutzlos. Auch einige Items aus Diablo 1 dürfen wir erbeuten. Allerdings sind sie aufgrund ihrer miesen Werte völlig nutzlos. Quelle: PC Games Schön: In den Remake-Levels können wir einige Items aus dem Ur-Diablo erbeuten; etwa das Optic Amulet, Veil of Steel oder die Rüstung Arkaine's Valor. Wer sich jedoch auf coole legendäre Items gefreut hat, darf einmal kräftig schlucken: Die kultige Beute aus Diablo 1 wurde für die Remake-Fassung zu nutzlosem blauen Ramsch mit miserablen Werten degradiert. Tragen kann man die neue Ausrüstung also nicht. Für Kenner des Originals ist es aber natürlich trotzdem schön, die uralten Items nach 20 Jahren nochmal zu looten - zumal Blizzard die originalen Icon-Grafiken verwendet, das sorgt für Wiedererkennungswert.

    Enttäuschend ist dafür die restliche Ausbeute, in unserem Durchlauf haben wir gerade mal zwei legendäre Items aus dem Hauptspiel gefunden. Auch Diablo selbst (der übrigens ohne jede Einführung einfach so im letzten Level angeflitzt kommt) hat keine schönen Items für uns im Gepäck. Einzige Ausname: Der rote Seelenstein, ein legendäres Juwel, das wir in unsere gesockelte Ausrüstung einsetzen können.

    Witzig: Nachdem wir Diablo besiegt haben, bekommen wir das Outro-Video des 20 Jahre alten Originalspiels zu sehen. Witzig: Nachdem wir Diablo besiegt haben, bekommen wir das Outro-Video des 20 Jahre alten Originalspiels zu sehen. Quelle: PC Games Witzige Idee: Hat man Diablo besiegt, zeigt Blizzard das originale Outro-Video aus dem 20 Jahre alten Urspiel - in all seiner pixeligen Pracht! Das ist schöner Fan-Service, von dem wir gerne mehr gesehen hätten. Anschließend haken wir einige der neuen Achievements ab, die das Update mitbringt und suchen noch ein wenig nach Secrets. Zum Beispiel können wir im Retro-Tristram ein kleines Kalb als neues Pet erbeuten. Wie genau man an das Begleitertierchen kommt, haben wir in diesem Video-Guide für euch zusammengefasst:

    03:04
    Diablo 3: Reaper of Souls: Video-Guide - So erhaltet ihr das Kuh-Pet im Retro-Remake!

    Fazit: Kostenlos, aber auch enttäuschend

          

    Natürlich: Das ganze Remake-Event ist komplett kostenlos - und über Gratis-Content wollen wir uns nicht beschweren! Gerade Diablo 3 hat frische Inhalte doch mittlerweile bitter nötig. Trotzdem finden wir es sehr schade, dass sich Blizzard offenkundig so wenig Mühe gegeben hat, zum großen Jubiläum hätten wir uns einfach mehr erhofft. Neben dem unschön vermatschten Grafikfilter sorgen auch die recycelten Levels aus dem Hauptspiel für lange Gesichter, besonders schmerzlich vermissen wir aber die Quests und Charaktere aus dem Original. Grundsätzlich freuen wir uns zwar trotzdem, dass sich Blizzard überhaupt dem Thema "Remake" - zumindest im weitesten Sinne- angenommen hat. Doch selbst durch eine dicke Nostalgiebrille betrachtet, ist das kostenlose Finsternis in Tristram eine kleine Enttäuschung.

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http://www.pcgames.de/Diablo-3-Reaper-of-Souls-Spiel-21370/News/Retro-Remake-Event-Tristram-Patch-PTR-Video-1212963/
10.11.2016
http://www.pcgames.de/screenshots/medium/2016/11/Diablo3_Guide_Remake_PCGAMES-010-pc-games_b2teaser_169.jpg
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