Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
als Startseite festgelegt.
    Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
    Mobile als Startseite festgelegt.
  • DIABLO 3

    Diablo 3: Jay Wilson im Interview - Alles zum Auktionshaus

    Während unseres Studiobesuchs hatten wir die Möglichkeit, gemeinsam mit einigen anderen Journalisten ein Gruppeninterview mit Jay Wilson (Game Director von Diablo 3) zu führen. Wir weisen darauf hin, dass nicht alle Fragen in diesem Interview von uns, sondern auch von einigen internationalen Redakteurskollegen gestellt wurden.


    Die Nachricht ist eine kleine Sensation: Blizzard wird in Diablo 3 ein Auktionhaus anbieten, in dem Gegenstände nicht für virtuelle Spielwährung, sondern auf Wunsch auch für echtes Geld gehandelt werden können. Das muss man erst mal verdauen. Und am besten direkt die Entwickler fragen, was sie das System konzipiert haben, wie sie für sicheres Handeln sorgen wollen und wie die Balance in Diablo 3 erhalten bleiben soll. Genau das hat unser Redakteur Felix Schütz getan, als er vergangene Woche Blizzard im kalifornischen Hauptquartier besuchte.

    Im Anschluss findet ihr das komplette Interview mit Jay Wilson von Blizzard. Viele weitere Infos und Felix' Eindrücke vom Auktionshaus in Diablo 3 könnt ihr in einem eigenen Artikel nachlesen. Darin werden auch die wichtigsten Fragen beantwortet, die wohl den meisten Diablo-Fans unter den Nägeln brennen: Muss man für Auktionen bezahlen? Verkauft Blizzard selbst Items? Lässt Blizzard Goldfarmer zu? Warum geht Blizzard diesen Schritt? Nun aber zum Interview mit Jay Wilson von Blizzard:

    Frage: Wenn man etwas über das Auktionshaus verkauft, kann man sich den Gewinn entweder ausbezahlen oder aber der E-Balance anrechnen lassen. Was genau ist diese E-Balance?

    Wilson: E-Balance ist ein Wert, eine Währung, die du in deinem Battle.net-Account hälst. Mit E-Balance kannst du alles im Blizzard Store kaufen, was du sonst für Geld kaufen würdest.

    Frage: Also muss man Geld investieren, um letztendlich etwas E-Balance zu erzeugen?

    Wilson: Nein - das ist einer der Gründe, warum wir jedem Spieler eine gewisse Anzahl von gebührenfreien Auktionen pro Woche erlauben. Wir wollen, dass die Spieler sagen können: "Hey, ich hab ein richtig gutes Item gefunden, ich stell das mal ins Auktionshaus rein" und auf diese Weise E-Balance generieren. Damit können sie dann weitere Items kaufen oder den Blizzard Store besuchen, und zwar ohne zu Beginn überhaupt Geld investiert zu haben. Anders herum können Spieler natürlich ihr Geld auch dann investieren, wenn sie einfach kein gutes Item gefunden haben oder keine Lust haben, das Spiel für längere Zeit zu spielen.

    Frage: Kann ich meine E-Balance jederzeit in echtes Geld umwandeln und auf mein Konto überweisen lassen?

    Wilson: Du kannst deine E-Balance nicht in echtes Geld umwandeln. Das geht nur bei einem Item, das du zuvor versteigert hast.

    Frage: Warum ist das System anonym? Wäre es nicht sinnvoller, wenn ich gute Verkäufer auch bewerten könnte?

    Wilson: Wenn du etwas über das Auktionshaus kaufst, bekommst du das Item automatisch, komme was da wolle. Es gibt also keinen guten oder schlechten Verkäufer, und darum auch keinen Bedarf für ein Bewertungssystem.

    Frage: War das Auktionshaus eher eine Design- oder Business-Entscheidung?

    Wilson: Definitiv eine Design-Entscheidung. Natürlich ist das auch ein gewisser wirtschaftlicher Aspekt, doch die Idee kam von Anfang an aus dem Ansatz: Was können wir für den Spieler tun, welchen Service können wir anbieten, der die Spielerfahrung besser macht? Als Spielefirma sieht sich Blizzard wirklich als ein Service-Anbieter, nicht als ein Hersteller, der einfach nur Produkte auf den Markt wirft. Kundenservice nimmt bei uns einen hohen Stellenwert ein, alles was wir anbieten, muss einen Wert für den Kunden haben. Wenn wir damit dann Geld verdienen, ist das natürlich großartig - wir sind ein Unternehmen, wir wollen Geld verdienen. Aber eben nicht auf Kosten des Kunden! Wir wollen etwas anbieten, dass auch wirklich sein Geld wert ist. Die Idee für das Auktionshaus kam ursprünglich aus der Frage, wie Handel in Diablo 3 vonstatten gehen soll. Handel ist nämlich nicht gerade gut umgesetzt in Diablo 2, und trotzdem ist es ein Spiel, in dem Handel besonders wichtig ist! Denn nur über Handel bekommst du die besten Gegenstände in dem Spiel - und trotzdem gab's einfach keine nennenswerten Tauschmechanismen, im Grunde war das eine gigantische Lücke im Spiel. Darum haben wir uns darauf konzentriert, diese Lücke für Diablo 3 zu füllen - und so ist das Auktionshaus entstanden.

    Frage: Glaubst du, dass es da einen gewissen Qualitätslevel bei den Items im Auktionshaus geben wird, so dass sich viele Gegenstände im Grunde gar nicht erst verkaufen lassen?

    Wilson: Oh ja, ich glaube, der Qualitätslevel im Auktionshaus wird ziemlich hoch sein. Ich glaube, letztendlich werden vor allem die hochstufigen Items gehandelt werden. Aber hey, wir wissen es nicht genau. Das ist ja genau das, was für uns so spannend daran ist - wir wissen einfach nicht genau, was in dem System passieren wird, für uns ist das richtig cool. Wir waren schon eine ganze Weile nicht mehr in dieser Position, wo wir mal etwas rausbringen konnten, was wirklich neu war, ein ganz neues Feld, darum sind wir schon ziemlich aufgeregt.

    Frage PC Games: Mit eurem Auktionshaus bietet ihr erstmals auch Goldfarmern (oft auch als "Chinafarmer" bezeichnet) eine professionelle Plattform. Macht dir das keine Sorgen?

    Wilson: Weil es zuvor keine vernünftigen Handelssysteme [in Diablo 2] gab, sind diese Märkte überhaupt erst entstanden. Und ein großer Teil unserer Bemühungen fließt nun in eine Alternative zu diesen Märkten und Unternehmen - eine Alternative, in der Spieler ohne Risiko, ohne Betrug und ohne Kreditkartendiebstahl in einer sicheren Umgebung agieren können. Nun... ich bin nicht sicher, ob ich deine Frage damit beantwortet habe.

    Frage PC Games: Mir geht' eigentlich eher um die moralischen Auswirkungen. Es ist doch sehr wahrscheinlich, dass die chinesischen Goldfarmer letztendlich die Preise in eurem Auktionshaus diktieren werden, nicht die Spieler selbst.

    Wilson: Es gibt eine Menge Drittanbieter, und unser Auktionshaus bietet eine Menge Potenzial für diese Goldfarmer. Aber es gibt auch reichlich Spieler, solche, die wirklich viel spielen. Sollte man also annehmen, dass der Großteil der Leute im Auktionshaus in Wahrheit nur Goldfarmer sind? Nein, ich glaube nicht, dass das der Fall sein wird. Wird's aber einige [Goldfarmer] geben? Möglicherweise. Das ist etwas, das wir nicht komplett kontrollieren können. Was wir aber steuern können, ist die Spielerfahrung - um sicherzustellen, dass der Spieler das möglichst beste Erlebnis hat.

    Frage: Glaubst du, dass über kurz oder lang ein Auktionshaus das andere ablösen wird?

    Wilson: Ich glaube schon, dass die Möglichkeit besteht, dass sich ein Auktionshaus auf längere Sicht durchsetzen wird. Das bereitet mir aber keine Sorgen, denn wenn die Spieler tatsächlich das Echtgeld-Auktionshaus gegenüber dem Spielgold-Auktionshaus bevorzugen, dann haben sie eben so entschieden. Sie haben dann mit ihrem eigenen Geld dafür gestimmt. Trotzdem war es uns sehr wichtig, dass es auch für Casual Spieler eine Möglichkeit gibt, sich an dem Echtgeld-Auktionshaus zu beteiligen und mitzuwirken, ohne eigenes Geld ausgeben zu müssen. Darum erlauben wir, wie ich schon zuvor erwähnt habe, eine gewisse Menge an Auktionen pro Woche, in der man keine Anbietergebühr zahlen muss. So haben die Spieler die Möglichkeit, E-Balance zu erzeugen und nur diese Währung zum Handeln zu benutzen.

    Frage: Wird Blizzard auch Einfluss auf die Preise oder das Warenangebot nehmen?

    Wilson: Nein, unser Ziel ist es, die Ökonomie überhaupt nicht zu beeinflussen. Es ist ein Handelsmechanismus zwischen Spielern. Darum wird Blizzard auch keine Items erstellen, die in diese Ökonomie fließen. Alles im Auktionshaus muss vollständig von Spielern erzeugt werden, mit so wenig Einfluss von unserer Seite aus wie nur irgendwie möglich.

    Frage: Könnte Blizzard nicht besonders seltene, hochwertige Items in das Spiel einbauen, um dadurch die Nachfrage anzukurbeln und den Verkaufspreis ansteigen zu lassen, um auf diese Weise mehr Geld an der Transaktion zu verdienen?

    Wilson: Nein - das ist der Grund, warum die Anbieter- und Verkaufsgebühren fest vorgegeben sind. Diese Gebühren sind kein Prozentwert des Verkaufspreises. Würden wir also ein Item seltener und damit kostbarer machen, würden wir daran schlichtweg nicht mehr verdienen. Unser Ziel ist es, möglichst keinen Einfluss auf das System zu nehmen. Also werden wir auch keine superseltenen Items einbauen, um daran irgendwie mehr zu verdienen.

    Frage: Könnt ihr euch vorstellen, dieses Auktionshaussystem in anderen Spielen einzusetzen?

    Wilson: Wenn es sich in einem Spiel an bietet, na klar. Ich werde euch mal ein Beispiel geben, wo es nicht funktionieren würde, denn ich glaube, danach werden die meisten Leute fragen: Ich glaube nicht, dass unser Echtgeld-Auktionshaus auch in World of Warcraft funktionieren könnte. Das Item-System in WoW unterscheidet sich stark von dem aus Diablo 3. Es ist kein handelsbasiertes System, es ist ein System, das auf Ansehen und Prestige basiert. Ein Echtgeld-Auktionshaus würde dem Spieldesign von World of Warcraft daher stark schaden. Also würden wir's dort auch nicht machen. Aber wenn ein anderes Spiel ein ähnliches Item-System wie in Diablo 3 hat, dann könnte es schon sein, dass wir das dort umsetzen. Wir haben derzeit aber keine Pläne solcher Art. Wenn wir ein Spiel machen, dann nähern wir uns dem immer aus der Richtung des Game Designs, da überlegen wir also nicht, welche Finanzmodell dazu passen könnte. Wir entwickeln nicht einfach drauflos und sagen uns 'Hey, wir haben dieses Auktionshaus, lasst uns ein Spiel drumherum basteln!'. Nein, wir überlegen zunächst genau, welches Spiel wir machen wollen und ... schau, es ist doch so: Wenn es ein gutes Spiel ist, dann macht man auch Geld damit. Gute Spiele, gute Produkte, gute Services machen Geld. Also konzentrieren wir uns darauf, ein gutes Spiel zu machen, einen guten Service anzubieten, und dann kommt das Geld ganz von selbst - so war es schon immer.

    Frage: Ihr werdet in Diablo 3 auch ein Matchmaking-System benutzen. Wie funktioniert das und welche Rolle spielen die Items darin?

    Wilson: Das PvP-Matchmaking funktioniert im Grunde so wie das in Starcraft 2, also werden wir im Hintergrund ein 'Skill Rating' (eine Bewertung des Könnens und der Erfolge, A.d.R.) führen. Der Spielerlevel wird auch berücksichtig, aber das ist eher eine Obergrenze als ein wirklicher Einfluss auf das Skill Rating. Gegenstände spielen da eigentlich keine große Rolle, denn das Skill Rating berücksichtigt sie ja im Grunde automatisch: Wenn du schlechtere Items hast, dürfte auch dein Skill Rating nach unten gehen. Und je bessere Items du bekommst, desto mehr geht dein Skill Rating rauf.

    Frage PC Games: Welche Handelsoptionen habe ich, wenn ich keine Lust habe, das Auktionshaus zu benutzen und nur einem Freund ein Item überreichen will? Gibt's dafür vielleicht eine E-Mail-Funktion?

    Wilson: Zum Release werden wir wahrscheinlich noch keine Mail-Funktionalität haben. Es gibt allerdings Handelsmechaniken. Handeln im Spiel funktioniert exakt so wie in World of Warcraft. Und wir werden ziemlich sicher auch einige Zeit nach Release eine E-Mail-Funktion nachliefern.

    Frage PC Games: Schon vor ein paar Jahren hatte ich dich mal nach dem Thema Item-Duping gefragt, also der illegalen Vervielfältigung von Gegenständen mittels Cheats oder Exploits. Gerade durch das Auktionshaus wird dieses Thema ja nochmal wichtiger - wie sicher ist euer Item-System in Diablo 3?

    Wilson: Wir wenden all unser gesammeltes Wissen von Diablo 2 und vor allem von World of Warcraft an, um das System so sicher wie nur irgendwie möglich zu machen. Deine Frage ist aber nur schwer zu beantworten, denn ich will nicht die ganzen Hacker herausfordern, indem ich sowas sage wie 'Hey, unser System ist hundertprozentig sicher - testet uns!'. Ich will sie da nicht ermutigen. Aber klar, wir nehmen die Sicherheit in unserem Spiel sehr ernst. Diablo 3 ist auf einer ganz anderen Infrastruktur erbaut als die von Diablo 2. Darum ist das System auch viel sicherer, ich würde sagen, es ist fast genauso sicher wie in World of Warcraft, wo Item Duping nur sehr schwer umzusetzen ist.

    Frage: Nur um da nochmal sicherzugehen: Jeder Spieler erhält jede Woche ein paar freie Auktionen, in denen er keine Anbietergebühr bezahlen muss?

    Wilson: So ist es, jede Woche. Damit kannst du auf dem Markt mitmischen, ohne Geld investieren zu müssen.

    Frage: Was, wenn ich diese freien Auktionen pro Woche nicht verbrauche? Sammeln die sich dann mit der Zeit an?

    Wilson: Nein.

    ---

    Redakteur Felix Schütz nahm für PC Games an dem Gruppeninterview teil.

  • Diablo 3

    Diablo 3

    Plattform
    PC
    X360
    PS3
    Publisher
    Activision Blizzard
    Developer
    Blizzard
    Release
    15.05.2012

    Es gibt 7 Kommentare zum Artikel

    Von Chronik
    Versteh ich das richtig das E-Balance das In-game Geld/Gold ist, mit dem man auch Items beim Artisan kaufen kann???
    Von Angeldust
    Danke  Ich werd dann Chinamann. 45 Stunden Wochen sind eh doof ^^
    Von FelixSchuetz
    Wenn du ein Item erfolgreich versteigerst, kannst du dir die Gewinnsumme (abzüglich der anfallenden Gebühren) auf dein Konto ausbezahlen lassen. Das geht aber nur einmal - wer sich gegen den Cash Out entscheidet, der bekommt das Geld seiner E-Balance angerechet. Und E-Balance lässt sich nicht ausbezahlen!
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 11/2014 PC Games Hardware 12/2014 PC Games MMore 03/2014 play³ 12/2014 Games Aktuell 12/2014 buffed 04/2014 XBG Games 12/2014
    PC Games 11/2014 PCGH Magazin 12/2014 PC Games MMORE Computec Kiosk On the Run! Birdies Run

    Unser Netzwerk

    4PLAYERS VIDEOGAMES ZONE GAMES AKTUELL PC GAMES HARDWARE BUFFED READMORE GAMEZONE
article
836685
Diablo 3
Diablo 3: Jay Wilson im Interview - Alles zum Auktionshaus
Während unseres Studiobesuchs hatten wir die Möglichkeit, gemeinsam mit einigen anderen Journalisten ein Gruppeninterview mit Jay Wilson (Game Director von Diablo 3) zu führen. Wir weisen darauf hin, dass nicht alle Fragen in diesem Interview von uns, sondern auch von einigen internationalen Redakteurskollegen gestellt wurden.
http://www.pcgames.de/Diablo-3-PC-27763/News/Diablo-3-Jay-Wilson-im-Interview-Alles-zum-Auktionshaus-836685/
01.08.2011
http://www.pcgames.de/screenshots/medium/2010/08/Diablo_3_Jay_Wilson.jpg
diablo 3,action-rollenspiel,blizzard
news