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  • Herzlich willkommen in der Hölle!

    Diablo 2 wird auch heute noch gerne gespielt. Bis die Hölle gefriert In der letzten Spielwelt besuchen Sie Diablo in seiner unterirdischen Behausung. Hier sind zum Überleben flächendeckende Zaubersprüche angesagt, die unter Umständen ganze Landstriche verwüsten können. Quelle: Blizzard Sagen Sie alle Termine ab, nehmen Sie sich Urlaub und verabschieden Sie sich vorerst von Ihren Freunden: Diablo 2 ist da! Wir haben den Nachfolger des erfolgreichsten Rollenspiels aller Zeiten ausführlichst für Sie getestet und warnen hiermit eindringlich: Diablo 2 macht süchtig - und zwar dermaßen, dass sich Blizzard vermutlich in absehbarer Zeit um Selbsthilfegruppen für umnächtigte Teufelsjünger kümmern muss "
    Eigentlich wollten Sie doch nur noch eben diese eine verlockend verzierte Kiste untersuchen, um vielleicht mit ein paar Goldstücken mehr in der Tasche in ihr Heimatdorf zurückzukehren. Doch bei der Säuberung des unterirdischen Tunnelsystems, durch dessen düstere Gänge Sie gerade schleichen, haben Sie wohl den einen oder anderen Raum vergessen: Plötzlich tauchen aus allen Ecken Zombies auf, die langsam auf Sie zuwanken. Fledermäuse flattern Ihnen angriffslustig entgegen, Feuerbälle rasen auf Sie zu und was dieses Ding da hinten im Halbschatten ist, möchten Sie lieber gar nicht wissen "
    Ob Sie es glauben oder nicht: Solche albtraumhaften Situationen werden Sie in den nächsten Wochen und Monaten noch sehr, sehr oft erleben - vorausgesetzt, Sie haben den Mut, sich in die wundersame und beängstigende Welt von Diablo 2 zu wagen. Die Chancen hierfür stehen nicht gerade schlecht; immerhin haben sich, seit 1997 der erste Teil erschien, mehr als eine Million Spieler auf den Weg gemacht, um in grausigen Verliesen und verwinkelten Gängen Monster zu schlachten und schließlich den Teufel persönlich zu bezwingen. Auf die Fortsetzung mussten die zahlreichen Fans jetzt mittlerweile gute zweieinhalb Jahre warten; jetzt ist es endlich soweit, denn nach einigen Verschiebungen ist Diablo 2 in diesen Tagen endlich erschienen. Um es gleich vorwegzunehmen: Die Fortsetzung bietet im Prinzip das Gleiche wie der Vorgänger - nur in größer, schöner und dramatischer.
    Die Handlung beginnt einige Jahre nach den dramatischen Ereignissen des ersten Teils. Das Böse, das die kleine Stadt Tristram in seinen Fängen hielt, ist scheinbar vom Erdboden verschwunden - ausgelöscht von einem Kämpfer, der das Land kurz darauf als gebrochener Mensch verließ. Die Begegnung mit Diablo hat bei dem Helden tiefere Spuren hinterlassen, als es zunächst schien. Schon bald beginnt der Unglückliche, Veränderungen an sich festzustellen; kurze Zeit später wird die malerische Fantasywelt erneut von den höllischen Heerscharen angegriffen. Diablo ist zurückgekehrt, wiedergeboren aus dem Körper des Helden, der ihn einst schlug. Ihre Aufgabe dürfte somit klar sein: Sie ziehen aus, um gegen die Handlanger des Teufels und schließlich gegen den Höllenfürst selbst anzutreten.
    Zu Beginn des Spiels suchen Sie sich erst einmal einen Charakter aus. Fünf Klassen stehen zur Auswahl: Die Amazone kann am besten mit Pfeil und Bogen, Wurfspeeren und anderen Fernkampfwaffen umgehen, sollte aber (zumindest in der Anfangsphase) den direkten Kontakt mit Gegnern meiden, da sie eine recht zierliche Person mit wenig Körperkraft ist. Ähnlich geht es der Zauberin: Auch Sie verabscheut plumpe Massenprügeleien und heizt den höllischen Kreaturen lieber mit einem beeindruckenden Arsenal an magischen Sprüchen ein. Das genaue Gegenteil davon ist der Barbar. Wo dieser muskelbepackte Kraftprotz zuschlägt, wächst im wahrsten Sinne des Wortes kein Gras mehr. Sein Nachteil ist allerdings, dass er über die durchschnittliche Intelligenz einer Amöbe verfügt und insofern mit Magie und Zaubersprüchen recht wenig anfangen kann. Ein guter Mittelweg zwischen Kraft und Köpfchen ist der Paladin - beide Fähigkeiten sind bei ihm in etwa gleich gut ausgebildet. Der Totenbeschwörer schließlich holt sich für seine Kämpfe Hilfe aus dem Reich der Toten: Er hat die Fähigkeit, erschlagene Kreaturen wiederzubeleben und in Krieger umzuwandeln, die ihm dann auf Schritt und Tritt folgen und ihn bis aufs Blut verteidigen.
    Haben Sie Ihre Wahl getroffen, ziehen Sie los. Am grundsätzlichen Spielprinzip hat sich im Vergleich zum Vorgänger wenig geändert. In jeder der insgesamt vier Spielwelten gibt es ein Hauptlager, in dem Sie vor Übergriffen der Monster sicher sind. Hier können Sie sich mit Heiltränken eindecken, Gespräche mit den Bewohnern führen, Ausrüstung kaufen und verkaufen oder besonders wertvolle Gegenstände in einer kleinen persönlichen Schatzkiste sicher aufbewahren. Kaum haben Sie das Lager verlassen, stoßen Sie auch schon auf die ersten feindlichen Kreaturen und ab hier gilt: Schlagen Sie auf alles ein, was sich bewegt. Jedes getötete Monster bringt Ihnen Erfahrungspunkte; in bestimmten Abständen steigt Ihr Charakter durch Ansammlung dieser Punkte einen Level auf. Ein solcher Fortschritt wird auf zweierlei Art belohnt. Zum einen dürfen Sie die Ihrem Charakter zugeordneten Attributswerte wie Stärke, Ausdauer oder Geschicklichkeit ein wenig aufwerten; zum anderen lernt Ihr Held eine neue Spezialfähigkeit, die auf dem so genannten Fertigkeitenbaum angezeigt wird. Der Fertigkeitenbaum ist die wichtigste Neuerung in Diablo 2. Hier verwaltet nicht nur die Magierin ihre Sprüche, auch die anderen Charaktere bekommen durch spezielle Kampfmanöver und Angriffs- oder Verteidigungszauber neue Qualitäten, deren Einsatz besonders in den späteren Levels unerlässlich wird.
    Auf der Suche nach dem Leibhaftigen werden Sie vier riesige Welten durchqueren und immer abenteuerlicheren Höllenkreaturen begegnen. Der erste Akt dürfte den wenigen Auserwählten, die am offiziellen Diablo 2-Battle.net-Test teilnehmen durften, noch bestens bekannt sein und erinnert stark an die Gegenden und Kellergewölbe des ersten Teils. Im weiteren Verlauf durchwandert Ihr Held dann aber ägyptisch anmutende Wüstenlandschaften mit Riesenkäfern und undurchdringliche Regenwälder, in denen ihm wandelnde Baumstämme, gigantische Giftspinnen und kleinwüchsige Eingeborene mit Blasrohren und Schlachtermessern das Leben zur Hölle machen. Der letzte Akt spielt dann in der Höhle des Löwen: In einer von Lavaflüssen durchfluteten Unterwelt machen Sie Bekanntschaft mit Diablo und seinen teuflischen Dienern.
    Schon das schiere Ausmaß der Welten ist beeindruckend: Ein einzelner Akt in Diablo 2 ist in etwa so groß wie der gesamte erste Teil; insgesamt dürften selbst fortgeschrittene Spieler um die 50 Stunden beschäftigt sein, bis sie endlich dem Höllenfürsten Auge in Auge gegenüberstehen. Innerhalb der Abschnitte haben Sie theoretisch völlige Bewegungsfreiheit. Um im Spiel weiterzukommen, sollten Sie allerdings darauf bedacht sein, sämtliche Aufträge, die Ihnen von den Bewohnern zugetragen werden, zu deren Zufriedenheit zu erfüllen. Hierdurch werten Sie nicht nur Ihren Charakter auf, denn oft genug springen auch kleinere Belohnungen wie magisch aufgeladene Waffen oder größere Goldmengen dabei raus. Die Art der Aufgaben variiert recht stark. Mal müssen einfach Gruften oder Gebäude von allen anwesenden Monstern gesäubert werden, mal bittet die örtliche Schmiedin Sie um die Wiederbeschaffung eines verloren gegangenen Gegenstandes oder um die Beseitigung eines besonderen Bösewichts.
    Einer der wichtigsten Punkte in Diablo war die Jagd nach den begehrten speziellen Gegenständen (Unique Items), also magischen Ausrüstungsgegenständen, die im gesamten Spiel lediglich ein einziges Mal vorkamen und dementsprechend schwer zu finden waren. Diesen Aspekt baut Diablo 2 auf clevere Weise weiter aus: Die besagten Unique Items sind auch weiterhin vorhanden, aber noch seltener gestreut - wer tatsächlich einen der goldfarben markierten Gegenstände findet, kann sich wirklich glücklich schätzen. Um den Spieler nicht allzu sehr zu frustrieren, wurde allerdings eine weitere Kategorie eingeführt: In einige Waffen und Rüstungen, über die Sie im Laufe der Handlung stolpern werden, können spezielle Edelsteine eingefügt werden, die deren Qualität immens verbessern. Welche Verbesserungen die Rubine, Smaragde und Saphire bewirken, finden Sie am besten selbst heraus - hier nur ein kleiner Tipp: Die Farbe des Edelsteins spielt keine unerhebliche Rolle "
    Die Steuerung Ihres Helden gestaltet sich beispielhaft einfach, denn eigentlich ist das gesamte Spiel komplett mit der Maus zu bewältigen. Mit einem Linksklick bewegen Sie Ihren Helden oder greifen an. Die nervige Dauerklickerei des ersten Teils fällt erfreulicherweise weg. Solange Sie die Maustaste gedrückt halten, schlägt Ihr Held zu. Verschiedene Waffen oder Zaubersprüche können auf die Funktionstasten gelegt werden, um im Notfall schnell Zugriff auf unterschiedliche Angriffs- und Verteidigungsmöglichkeiten zu haben. Mit einem weiteren Tastendruck öffnen Sie Menüs wie das (wie im ersten Teil viel zu kleine) Inventar, den Charakterbildschirm oder den Fertigkeitenbaum. Eine jederzeit einblendbare transparente Karte der Umgebung gewährleistet, dass Sie sich auch im schlimmsten Kampfgetümmel nicht verlaufen. Eine weitere Spezialfunktion zeigt Ihnen alle momentan auf dem Bildschirm befindlichen Gegenstände, so dass Sie auch garantiert keine Waffe, keinen Heiltrank und kein Goldstück mehr übersehen. Eine weitere immense Verbesserung ist die Möglichkeit Ihres Recken, notfalls auch zu flüchten. Wenn die Gegner in der Überzahl sind und Sie überhaupt keine Chance mehr sehen, einen Kampf zu gewinnen, lässt ein Druck auf die Steuerungstaste Ihren Helden einen flotten Sprint hinlegen - allerdings nur für eine gewisse Zeit.
    Etwas gewöhnungsbedürftig ist allerdings die Speicherfunktion: Den Spielstand sichern können Sie mittlerweile nur noch, wenn Sie anschließend das Spiel verlassen; bei der Rückkehr startet Ihr Charakter dann wieder im Hauptlager der jeweiligen Spielwelt. Ähnliches gilt für die unerfreuliche Situation einer Kampfniederlage. Sie erwachen gewissermaßen wieder im Hauptlager, um einen Großteil Ihres Inventars erleichtert. Um an Ihr Zeug zu kommen, müssen Sie den Ort Ihres Ablebens wieder aufsuchen und dort den eigenen Leichnam wieder aufnehmen - erst dann sind Sie wieder vollständig ausgerüstet. Ganz hart Gesottene können sich das Leben sogar noch schwerer machen, da im Profimodus selbst das Aufnehmen der eigenen sterblichen Überreste nicht mehr möglich ist. Wer einmal stirbt, der bleibt auch tot.
    Grafisch bietet Diablo 2 nur eine einzige Auflösung von 640x480 Bildpunkten an; das mag im Zeitalter von Effektwundern wie Wheel of Time oder Unreal Tournament etwas läppisch anmuten, funktioniert aber wider Erwarten prächtig: Die Landschaften, die weiterhin in isometrischer Perspektive dargestellt werden, sind an Detailreichtum kaum zu überbieten und besonders in den späteren Levels wird der Bildschirm in Großkämpfen von Lichteffekten oft fast komplett ausgefüllt. Besonders Spieler, die den Charakter der Zaubererin wählen, können sich auf wahre Feuerwerke freuen. Leider waren in der Testphase mit der unerwarteten Grafikpracht auch einige Leistungsprobleme verbunden. Selbst auf High-End-Rechnern kam es sowohl im Einzelspielermodus als auch bei Netzwerkpartien zu gelegentlichen Rucklern und sogar totalen Aussetzern.
    Die deutsche Übersetzung und Synchronisation ist insgesamt recht gut gelungen; lediglich die wörtliche Übersetzung einiger Monster sorgte für unfreiwillige Komik. Da kann ein Ungeheuer noch so Furcht erregend erscheinen: Bei Namen wie Schlamm-Schaum der Schläger, Baumkopf Holzfaust oder Schleimprinz dürfte hart gesottenen Kriegern eher vor Lachen als vor Angst die Puste ausgehen.
    Abschließend noch ein kurzes Wort der Klärung zum fehlenden Testcenter: Da der Diablo 2-Test buchstäblich in der letzten Minute zustande kam und auch das Battle.net zu diesem Zeitpunkt noch nicht aktiv war, reichen wir unsere Performance-Übersicht zu Einzel- wie Mehrspielermodus, verbunden mit einem kleinen Erlebnisbericht aus dem Battle.net, im nächsten Heft nach.

    Diablo 2 (PC)

    Spielspaß
    90 %
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Diablo 2
    Diablo 2
    Publisher
    Vivendi
    Developer
    Blizzard
    Release
    17.05.2001
    • Es gibt 0 Kommentare zum Artikel

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07.03.2001
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