Test: Devil May Cry 4 - Auf Dämonenhatz mit Nero
Da könnte der Teufel heulen: Auf dem PC ist die Schnetzelserie rund um den obercoolen Dämonenjäger Dante und seinen Kampf gegen die dämonischen Horden eher unbekannt. Auf Konsolen dagegen gilt der weißhaarige Sprücheklopfer mit Schwert und Knarre als Kultfigur.
Der erste Endgegner ist gewaltig. Noch gewaltiger: Neros extrem lässiger Auftritt vor dem Kampf. Solche Szenen sind echte Glanzlichter.
Teil 3 fand 2006 als erster Titel der Serie den Weg auf den PC, kam aber aufgrund der schlampigen Umsetzung gerade mal auf eine PC Games-Wertung von 68 Prozent. Ob der nun erscheinende vierte Teil das besser machen kann?
Der Kampf mit dem Dämonen Angelo gehört zu den besten des Spiels: toll inszeniert, spannend und fordernd. Warum passt der Rest nicht?
Ja, er kann. Und zwar gewaltig. Denn was Devil May Cry 4 auf den Bildschirm brennt, ist ein Actionfeuerwerk von gehobener Schnetzelgüte. Kenner der Reihe werden zuerst verdutzt sein: Denn nicht mehr Dante steht im Mittelpunkt der Action, sondern ein junger Mann namens Nero, der seinem Vorgänger allerdings erstaunlich ähnlich sieht. Neros Fähigkeiten sind vielfältig. So ist der agile Held nicht nur ein guter Schwertkämpfer, sondern nutzt dazu noch einen Revolver und seine dämonische Hand, um Finsterlingen ordentlich in die Suppe zu spucken.
So ausgestattet, prügeln Sie sich durch 20 Abschnitte und erleben dabei eine erstaunlich mitreißende Geschichte. Herzstück dabei sind die atemberaubend choreografierten Zwischensequenzen, die selbst Matrix-Halbgott Neo mit einer Überdosis Energy-Drink nicht hinbekommen hätte. Über eine Stunde lang sind diese kinoreifen Filme, die bei Nichtkennern asiatischer Erzählkunst teilweise aber Stirnrunzeln produzieren dürften.
Genau diese Sequenzen bewegen dann auch zum Weiterspielen. Denn das eigentliche Spielprinzip ist recht spannungsarm: Die immergleichen Kämpfe beherrschen Sie nach kurzer Zeit perfekt, die wenigen Rätsel nerven höchstens aufgrund ihrer Undurchschaubarkeit. Der Rest bleibt hüpfen, rennen und Sachen kaputt hauen.
Besonders aufreibend: Immer wieder besuchen Sie Abschnitte mehrfach. Das geht sogar so weit, dass Sie nach etwa der Hälfte des Spieles wieder durch sämtliche bereits erspielten Levels zurückirren - inklusive Endbosse! Auch wenn Sie dabei Dante und nicht Nero spielen: Das nervt! Ein Problem kommt noch hinzu: Die einzelnen Bereiche sind oft verwinkelt und bieten mehrere Ausgänge, Verirren ist leicht. Die spärliche Minikarte hilft dabei kein bisschen. Wo Sie entlang müssen, finden Sie nur durch mühsames Suchen heraus.


Mit Nero in dieser Mission einfach stark auf den Devil-Bringer setzten, dann ist es kein Problem.