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Deutscher Computerspielpreis 2010

Deutscher Computerspielpreis: Jetzt spricht der Vorsitzende der Hauptjury

06.05.2010 13:45 Uhr
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Die Verleihung des Deutschen Computerspielpreises ist eine Woche her, die Diskussion über Preisträger und Prozedere hält an. PC Games hat den Mann befragt, der im Epizentrum der Debatte steht: den Vorsitzenden der Hauptjury Professor Dr. Wolf-Dieter Ring, einer der einflussreichsten deutschen Medienpolitiker und Präsident der Bayerischen Landeszentrale für Neue Medien (BLM).

Wie schon 2009, fungiert Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring als Vorsitzender der Hauptjury beim Deutschen Computerspielpreis. Wie schon 2009, fungiert Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring als Vorsitzender der Hauptjury beim Deutschen Computerspielpreis. Herr Professor Ring, wie beurteilen Sie insgesamt den Ablauf, die Sieger und die Preisverleihungsgala des diesjährigen Deutschen Computerspielpreises?
Mir hat die Veranstaltung sehr gut gefallen. Ich denke, dass sie den Games-Standort Deutschland wieder ein Stück weiter nach vorn gebracht hat, weil deutlich wurde, welches kreative Potential bei uns vorhanden ist.

Explizit die Nachnominierung für den Preisträger des „besten internationalen Spiels“ hat ein in dieser Form überraschend negatives Presseecho verursacht – vom Stern über die Welt bis zum Spiegel. Fühlen Sie sich fair behandelt?
Es gab ja auch viele positive Stimmen zum diesjährigen Deutschen Computerspielpreis. Klar ist, dass er sich in einem gewissen Spannungsfeld bewegt. Einerseits soll er stärkere Akzeptanz für Spiele bei denen befördern, die eine eher kritische Haltung einnehmen. Andererseits will die Branche auch Erwachsenenspiele, die Gewalt enthalten, prämiert sehen. Das bestehende Reglement macht hier aber ganz klare Vorgaben.

Qualitativ hochwertig, aber nicht kulturell wertvoll (genug): Das Rollenspielepos Dragon Age: Origins aus dem Hause Bioware. Qualitativ hochwertig, aber nicht kulturell wertvoll (genug): Das Rollenspielepos Dragon Age: Origins aus dem Hause Bioware. Dragon Age: Origins und Uncharted 2 gehören nach Meinung der Fachleute zu den hochwertigsten Produktionen der letzten zwölf Monate, gingen aber leer aus. Welche Argumente haben letztlich dazu geführt, dass diese nominierten Titel nicht als preiswürdig in der Kategorie „Bestes internationales Spiel“ eingestuft wurden?
Der Deutsche Computerspielpreis wurde vom Bundestag initiiert, der auch klare Vorgaben für die Kriterien gemacht hat. Danach müssen preiswürdige Spiele qualitativ hochwertig sowie kulturell und pädagogisch wertvoll sein. Selbstverständlich liegt dem eine explizite Strategie zugrunde. Mit dem Preis soll der Anreiz geschaffen werden, vermehrt solche preiswürdigen Spiele zu entwickeln und ihre Vermarktung zu unterstützen. Die Jury hat sich bei der Bewertung der Spiele an diese Vorgaben zu halten.

Von Jurorenseite war zu hören und zu lesen, dass eine Änderung des Regelwerks dringend erforderlich ist – beispielsweise eine Fokussierung auf Spiele für Kinder und Jugendliche oder eben die Erweiterung des Spektrums um Spiele für Erwachsene (nach den Statuten sind derzeit alle USK-gerateten Titel zugelassen). Gibt es aus Ihrer Sicht Korrekturbedarf und wenn ja, in welcher Hinsicht?
Bei einem so jungen Preis ist es nicht verwunderlich, wenn es an der einen oder anderen Stelle noch Diskussionsbedarf gibt. Diese Erfahrung habe ich schon öfters gemacht und hier ist es nicht anders. Ich bin überzeugt davon, dass alle Beteiligten in einem konstruktiven Dialog zeitnah die offenen Fragen bearbeiten werden. Allerdings glaube ich auch, dass die angesprochenen Diskussionspunkte ein Stück weit bestehen bleiben werden. Das ist aber weniger im Preis angelegt, als vielmehr ein Abbild der gesamten gesellschaftlichen Debatte über Computerspiele.

Print-Chefredakteurin
Moderation
06.05.2010 13:45 Uhr
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Benutzer
Bewertung: 0
07.05.2010 12:12 Uhr
Also der Begriff "kulturell und pädagogisch wertvoll" ist für mich wirklich lachhaft. Ich frag mich was an Anno 1404 so "pädagogisch wertvoll" sein soll... und einen kulturellen Mehrwert seh ich auch nicht. Klar: Das Spiel ist top und definitiv ein würdiger Sieger beim besten Spiel. Aber die Kriterien sind wirklich ein Witz. Da ist Dragon Age mit Sicherheit nicht weniger "kulturell und pädagogisch wertvoll"
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
06.05.2010 23:10 Uhr
Ich persönlich wäre ja für eine Umbenennung in "Deutscher Kinderspielpreis"...
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
06.05.2010 23:07 Uhr
Ich finde das Interview mehr als aufschlussreich: es hat gezeigt, welche Vorgaben die (Strohpuppen?)Jury gekriegt hat.

Vorher war das nur ein Gerücht, jetzt ist es offiziell.

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