Deutscher Computerspielpreis: Das sind die Mitglieder der Jury
Sie überreichen, was die Jury entschieden hat: Die Moderatoren und Laudatoren des Deutschen Computerspielpreises am Donnerstag in Berlin.
Anno 1404 ist der große Sieger des Deutschen Computerspielpreises: Das Mainzer Studio Related Designs darf sich als Entwickler des "besten deutschen Spieles" über satte 150.000 Euro freuen - plus eine schmucke Trophäe, an deren Unterseite sich ein kleiner Schalter befindet, der die blaue Stele im Inneren geheimnisvoll leuchten lässt.
Doch wer verteilt eigentlich so viel Geld an deutsche Spielmacher? Wer entscheidet, dass Dawn of Discovery "kulturell wertvoll" ist und Uncharted 2 nicht?
PC Games nennt Ross und Reiter.
Die Jury für den Deutschen Computerspielpreis (dessen Preisgeld in Höhe von 600.000 Euro zur Hälfte von der Bundesregierung und zur Hälfte von der Spieleindustrie kommt) setzt sich aus rund 40 Personen zusammen. Ausgewählt werden die Juroren von Verbänden wie dem Publisher-Bundesverband BIU, dem Entwickler-Verband GAME und dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.
Ziel ist es, aus allen relevanten gesellschaftlichen Bereichen Fachleute zusammenzuziehen, die "kulturell und/oder pädagogisch wertvolle" Spiele beurteilen können. Dementsprechend sitzen in den Jurys Personen, die sich von Berufs wegen mit Computer- und Videospielen auseinandersetzen: Jugendschützer, amtierende und ehemalige Politiker, Journalisten, Pädagogen, Berater, Wissenschaftler und einige Entwickler.
Aus den eingereichten Spielen wählen vierköpfige Fachjurys bis zu drei nominierte Titel aus. Die eigentliche Entscheidung über Preisträger und -gelder trifft dann die Hauptjury unter Vorsitz von Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring, dem Präsidenten der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien. Diese Hauptjury besteht aus ständigen Mitgliedern plus jeweils einem Abgesandten aus den Fachjurys, der unter anderem die Begründungen für die Nominierungen vorträgt und seine Jury-Kollegen vertritt.
Und das sind die Mitglieder der Fachjurys des Deutschen Computerspielpreises 2010 für die wichtigsten Kategorien:
Abgehängt: Sonys rasantes Action-Spiel Uncharted 2 (gibt's nur für PlayStation 3) wurde von der Fachjury nominiert, ist aber in der Hauptjury durchgefallen.
Bestes internationales Spiel (Nominierungen: Uncharted 2, Dragon Age: Origins, Professor Layton und die Schatulle der Pandora - Sieger: Dawn of Discovery)
- Dorothee Bär (Bundestagsabgeordnete und Stellvertretende CSU-Generalsekretärin)
- Dr. Susanne Keuneke (Wissenschaftlerin aus Düsseldorf)
- André Peschke (Krawall Network)
- Heiko Klinge (GameStar)
Bestes Jugendspiel (Nominierungen: Anno 1404, Book of Unwritten Tales, Fußball Manager 10 - Sieger: The Whispered World)
- Wolfgang Fehr (Diplomsozialpädagoge und Leiter Jugendmedienschutz beim Amt für Kinder, Jugend und Familie der Stadt Köln)
- Petra Fröhlich (Chefredakteurin PC Games)
- Oliver Menne (Geschäftsführer Eurogamer Ltd.)
- Prof. Dr. Norbert Neuß (Vorsitzender Bundesvorstand der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur)
Sepp Herberger irrte: Dieses Spiel dauert VIEL länger als 90 Minuten - beim Deutschen Computerspielpreis ging der Fußball Manager 10 trotzdem leer aus.
Bestes deutsches Spiel (Jury kann aus allen Nominierungen der anderen Kategorien wählen - Sieger: Anno 1404)
- Jens Fischer (Chefredakteur ComputerBILD Spiele)
- Matthias Flierl (Gamer)
- Monika Griefahn (ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete und Mit-Initiatorin des Computerspielpreises)
- Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring (Bayerische Landeszentrale für neue Medien)
Auch die weiteren Jurys (u. a. fürs beste Browsergame, fürs beste Kinderspiel usw.) sind ähnlich besetzt.
Hauptjury 2010 (Zusammensetzung wechselt jährlich):
Vorsitz: Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring (Bayerische Landeszentrale für neue Medien)
- Dorothee Bär (Bundestagsabgeordnete und Stellvertretende CSU-Generalsekretärin)
- Thomas Dlugaiczyk (Chef der Games Academy Berlin)
- Wolfgang Fehr (Diplomsozialpädagoge und Leiter Jugendmedienschutz beim Amt für Kinder, Jugend und Familie der Stadt Köln)
- Matthias Flierl ("Gamer")
- Heiko Gogolin (Chefredakteur GEE)
- Monika Griefahn (ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete und Mit-Initiatorin des Computerspielpreises)
- Renate Grof (Deutsche Telekom AG)
- Jochen Hamma (Fantastic Realms Interactive GmbH)
- Jürgen Hilse (Ständiger Vertreter der Landesjugendbehörden bei der USK
- Professor Dr. Klaus Peter Janke (Leiter der Abteilung Kindermedien am Fraunhofer Institut für Digitale Medientechnologie)
- André Peschke (Krawall Gaming Network)
- Jörg Rohrer (selbstständiger Berater)
- Klaus Spieler (Förderverein für Jugend und Sozialarbeit e. V.)
- Schlagwörter:
- , anno 1404
- , uncharted 2
- , dragon age origins


Ich war in der Fachjury "Bestes Internationales Spiel" und habe mit dem dort genannten Sieger "Dawn of Discovery" im wahrsten Sinne des Wortes nichts zu tun. Genauer habe ich erst anlässlich der Preisverleihung erfahren, dass es eine Nachnominierung gab, die dann auch prompt den Sieg errungen hat.
Zu Frage 2: The Whispered World wurde durch die Hauptjury von der Kategorie "Kinderspiel" zu den "Jugendspielen" verlegt - sprich: Es gab somit vier statt drei Nominierte. Alle Details dazu gibt's [uRL=http://www.pcgames.de/Deutscher-Computerspielpreis-2010-Event-233747/News/Deutscher…