Desert Law
Missionsgespräche finden in Fenstern statt.
Dass die gestandene Blitzkrieg-Engine nicht nur für historische Szenarien dienen kann, will Nival Interactive mit dem postapokalyptischen Strategiespiel Desert Law beweisen. Optisch ganz auf Mad Max getrimmt, steuern Sie Ihre Einheiten mithilfe der fitzeligen Blitzkrieg-Oberfläche über die Karte. Okay, der Spielname macht schon deutlich, dass man optisch keine spektakulären Bilder erwarten darf - Wüstenlandschaften sind nun mal karg und öde. Dafür ist es umso schlimmer,
dass die Präsentation des Spiels gleichwohl recht langweilig ist: Zwischensequenzen im Comicstil halten die einzelnen Missionen zusammen, komplett ohne Sprachausgabe. Akzeptiert, zu einem Comic gehören eben Textsprechblasen, allerdings sind die Inhalte so würzig wie dünne Mehlsuppe.
Kostprobe gefällig? "Sklavenhändler! Da hatte wohl schon jemand Spaß hier! Und da brennt es! Hoffentlich ist das nicht der Sprit ...!" Insgesamt wirken die Dialoge wie aus einem schlechten
B-Movie. Die Aufträge stellen keine große Herausforderung an erfahrene Strategen dar. Neben Standardeinheiten verfügen Sie über mächtige Heldenfiguren - damit sind die Kämpfe meist schnell
entschieden.
Die gegnerische KI tut noch ein Übriges, um Ihnen den Sieg zu erleichtern, denn sie
ist grottenschlecht. Bei der Wegfindung lauern altbekannte Stolperfallen: Fahrzeuge verhaken sich ineinander oder bleiben an Hindernissen wie zum Beispiel Wracks hängen. Die Musikuntermalung
ist erträglich, aber die Soundeffekte sind dürftig und dünn gesät. Die Sprachausgabe der Helden beschränkt sich auf kurze Ausrufe wie "Yeah!". Die hätte man auch weglassen können.
Fazit: Endzeittaktiker sind mit dem Oldie Fallout: Tactics besser bedient.
