Der Fall John Yesterday im Test: Nett, aber keine Weiterentwicklung
Der Fall John Yesterday im Test. [Quelle: Siehe Bildergalerie]
Warum ein Experte für satanische Sekten an Amnesie leidet und wer der böse Bube ist, der New Yorker Obdachlose verschleppt und bei lebendigem Leibe verbrennt, das sollen Sie in der Rolle des John Yesterday im neuen Adventure der spanischen Pendulo Studios herausfinden. Hatten die Entwickler mit The Next Big Thing und der Runaway-Serie zuvor noch eher witzige Spiele abgeliefert, lassen sie den Spieler diesmal in eine fiktive Geschichte rund um Mord und Besessenheit eintauchen. Bei Ihrer Knobelei durch 30 handgezeichnete Bildschirme trefft ihr in Der Fall John Yesterday auf mehr als 20 Charaktere. Die meisten von ihnen sind sehr gut vertont, bleiben aber im Spielverlauf neben dem reichen Schnösel Henry und dem Ex-Footballer Cooper zu blass.
Besonders schade ist das bei Pauline Petit. Die Antiquitätenhändlerin hat eine besondere Beziehung zu John und hätte das Zeug zum zweiten charismatischen Hauptdarsteller gehabt. Die Chance, damit die Tür für knackige Koop-Rätsel zwischen den beiden aufzustoßen, hat Pendulo verschenkt. Schade. Ärgerlich ist, dass die Entwickler kreative Lösungsansätze für Rätsel nicht zulassen. So dürfen Sie etwa eine Scheibe, hinter der eine Feuerwehraxt hängt, nicht mit dem selbst geschaffenen Werkzeug einschlagen, mit dem ihr noch kurz vorher ein Loch in massives Mauerwerk gehackt habt. Stattdessen müsst ihr das Glas mit eurer bloßen, durch eine Decke geschützten Hand zerdeppern. Solche unnötigen "Warum?"-Momente erlebt ihr öfter im Spielverlauf. Echte Entscheidungen, die diesen beeinflussen, sucht ihr vergeblich. Nur am Schluss dürft ihr eins von drei Enden auswählen. Was bleibt, ist ein – vor allem technisch – solides Adventure, das aber schnell wieder aus dem Gedächtnis verschwunden ist.
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