Deponia (PC)

Release:
27.01.2012
Genre:
Rollenspiel
Publisher:
Daedalic Entertainment

Deponia im Test: Adventure-Hit mit Comic-Charme und vielen guten Gags - Update: Video-Test

26.01.2012 16:17 Uhr
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Neu
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Deponia im Test: Daedalics neuer Adventure-Hit begeistert mit Comic-Charme und vielen guten Gags. Einzig das Ende ist ein Problem - es kommt zu früh.

Deponia im Test: Das Comic-Adventure von Daedalic strotzt vor Details. Deponia im Test: Das Comic-Adventure von Daedalic strotzt vor Details. [Quelle: Siehe Bildergalerie] Deponia, das neue Comic-Adventure von Deadalic jetzt bei uns im Test! Von Daedalic sind wir vieles gewohnt, vor allem exzellente Adventures. Mit Deponia hingegen liefern die Hamburger Knobelexperten vor allem eines ab: tonnenweise Schrott. Und genau das macht das Comedy-Abenteuer zu etwas ganz Besonderem. Die Schöpfer von Harveys Neue Augen und The Whispered World haben sich ein herrlich schräges und unverbrauchtes Science-Fiction-Szenario ausgedacht, nämlich einen Schrottplaneten namens Deponia. Dort haust der verschrobene Tüftler Rufus, der die riesige Müllkippe gehörig satt hat und lieber in Elysium leben will, einer schillernden Stadt, die hoch im Himmel weit über Deponia schwebt. Da Rufus mindestens so untalentiert wie selbstverliebt ist, geht sein erster Fluchtversuch gehörig schief: Mit einer selbst gebastelten Rakete feuert sich der sympathische Nichtsnutz Hals über Kopf auf ein Transportschiff der Elysianer, nur um dort gleich das nächste Unheil anzurichten.

Er sorgt dafür, dass Goal – eine mysteriöse Schönheit aus der Himmelstadt – hinab in die Tiefen von Deponia stürzt, mitten in Rufus' Heimatdorf. Durch den Aufprall fällt die Unbekannte in ein tiefes Koma – der Auftakt einer turbulenten Abenteuer- und Liebesgeschichte, in der Rufus ebenso beherzt wie vertrottelt versucht, Goal wachzurütteln und zurück nach Elysium zu bringen. Mit viel Slapstick und Wortwitz überzeugt Deponia als ausgelassenes und ziemlich schwarzhumoriges Comic-Adventure: Wenn Rufus seine Ex-Freundin per Giftpfeil betäubt, Kätzchen mit Koffein aufputscht, Keller überflutet, Feuer legt und überhaupt kaum eine Chance auf Chaos vorüberziehen lässt, dann mag das zwar ein schlechtes Vorbild für Kinder sein, großen Spaß macht's aber allemal.

Deponia: Freche Sprüche und witzige Gags zeichnen das komfortabel zu spielende Adventure von Daedalic aus. Deponia: Freche Sprüche und witzige Gags zeichnen das komfortabel zu spielende Adventure von Daedalic aus. [Quelle: Siehe Bildergalerie] Die teils mordsfrechen Dialoge werden von Sprechern vorgetragen, die ihre Rollen mit Spaß und Hingabe verkörpern, allen voran Rufus, der Daedalic besonders gut gelungen ist. Aber auch viele Nebencharaktere bleiben uns in guter Erinnerung: So begrüßt uns in einer Szene etwa die unentschlossene Lotti, eine bullige Empfangsdame mit kräftigem Bartwuchs, deren Stimme von zierlichem Gesäusel fließend in tiefes, männliches Gebrüll übergeht – herrlich vertont! Zwar wirken manche Dialoge auch mal etwas abgelesen oder übertrieben langsam eingesprochen, doch das ist angesichts der hohen Gagdichte zu verschmerzen.

Deponia ist ein klassisches Point-and-Click-Adventure auf hohem Niveau, die meisten Rätsel sind mit etwas Überlegung gut lösbar. Nur selten ließen sich die Designer zu etwas abstrusen Knobeleien hinreißen, die man dann meist eher durch stures Herumprobieren löst. Das ist zwar nicht ideal, aufgrund der comichaften, humorvollen Grundstimmung des Spiels fallen solche Momente aber kaum ins Gewicht. Immerhin ist Deponia kein bierernstes Krimi-Adventure, sondern ein Comic-Spiel!

Einige Minispiele können zwar Nerven kosten, doch auf Wunsch lassen sich diese Aufgaben auch überspringen – das ist fair. Lob verdient das elegante Bedienkonzept: Per Mausrad wird das Inventar bequem ein- und ausgeblendet und die mittlere Maustaste dient der Hotspot-Anzeige. Praktisch! Auch bei der Grafik konnten sich die Entwickler gegenüber ihren früheren Werken noch mal ein wenig steigern: Die handgezeichneten, hochauflösenden Hintergründe strotzen vor Details und das Charakterdesign ist Daedalics Künstlern super gelungen. Die Animationen, ebenfalls von Hand erstellt, sind zwar nicht so flüssig wie in einem Zeichentrickfilm, doch dafür sind sie abwechslungsreich und oft an die jeweilige Situation angepasst. Hinzu kommt etwa ein Dutzend kurzer Cutscenes, die sich prima in die übrige Spielgrafik einfügen und dem Erzähltempo zugutekommen.

Deponia macht fast alles richtig – bis auf den Ausgang der Story, der nach sechs bis acht Spielstunden und einem rasanten Showdown völlig offenbleibt; die Handlung wird schlichtweg nicht zu Ende erzählt. Dass Daedalic seinem Adventure- Hit kein befriedigenderes Ende gönnt, hat aber natürlich einen Grund – der Abspann lässt wenig Zweifel daran aufkommen, dass es einen Nachfolger geben wird.

04:30
Deponia im kommentierten Videotest
Deponia (PC)
Spielspaß-Wertung

84 %
Leserwertung
(4 Votes):
91 %
Sympathisch-trotteliger Anti-Held
Unbefriedigendes, o enes Ende
Viele gelungene Gags
Manchmal zu wenig Rätselhilfen
Schöne, handgemalte Full-HD-Grafik
   
Felix Schütz
Deponia legt die Adventure-Messlatte für dieses Jahr schon jetzt sehr hoch.
Auch wenn Harveys Neue Augen mit Preisen überschüttet wurde – mein Fall war’s nicht; weder Story noch Präsentation haben mir in Daedalics letztem Spiel wirklich zugesagt. Ganz anders bei Deponia: Hier lache ich über den lässigen Anti-Helden, genieße das frische Szenario und staune über die wunderschön gepinselte, hochaufl ösende Grafi k. Nach ein paar Minuten haben mir auch die Sprecher gut gefallen – vor allem Monty Arnold läuft in seiner Rolle als Rufus zur Höchstform auf, klasse! Eigentlich hätte es für Deponia locker einen Award gegeben – doch das o_ ene, unbefriedigende Ende versetzt dem Gesamtwerk einen klaren Dämpfer: Die Story hört gerade dann auf, wenn’s endlich spannend wird, viele Fragen bleiben unbeantwortet. Der Abspann legt zwar nahe, dass Daedalic eine Fortsetzung in Planung hat, doch ob und wann die wohl erscheinen wird? Darum meine Bitte an jeden Adventure-Fan: Los, los, Deponia kaufen! Denn ich will unbedingt wissen, wie Rufus’ Geschichte weitergeht.
   
Print-Redakteur
Moderation
26.01.2012 16:17 Uhr
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Dein Kommentar
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
05.02.2012 17:57 Uhr
Ich habe Deponia heute zu Ende gespielt und bin wirklich begeistert. Die humorvolle Geschichte mit den tollen Charakteren, die erstklassige Vertonung und die originellen Rätsel sind einfach spitze. An dem Spiel muss man die Minuspunkte wirklich mit der Lupe suchen. Ich habe keinen Cent bereut den ich für Deponia ausgegeben habe.
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
26.01.2012 20:38 Uhr
Würde aber den günstigen Preis erklären - es ist sozusagen ein verstecktes Episoden Spiel 
Print-Redakteur
Bewertung: 0
23.01.2012 17:30 Uhr
Zitat: (Original von Maniator;9409914)
Laut Gamestar sollen die Nachfolger übrigens bald folgen:

Wir äußern uns nicht zu Gerüchten.