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  • DEADFALL ADVENTURES

    Deadfall Adventures im Test: Auf Indiana Jones' Spuren

    Deadfall Adventures bietet eine Mischung aus Egoshooter, Action-Adventure und Knobelei. Als Abenteuer-Archäologe James Lee Quartermain ist der Spieler rund um den Globus auf der Hatz nach geheimnisvollen Artefakten, die den Weg zum versunkenen Kontinent Atlantis weisen sollen. Dabei stellen sich Quartermain untote Mumien, Sowjet-Kommunisten und die fast schon obligatorischen Nazis in den Weg. In unserem Test erfahrt ihr, welche Stärken der Indiana Jones-Klon hat - und welche Schwächen.

    Deadfall Adventures bietet Unterhaltung im schönsten B-Movie-Stil: Der Abenteurer und Archäologe James Lee Quartermain bereist auf der Suche nach geheimnisvollen Artefakten den gesamten Globus, stets verfolgt von den Nazis sowie den Sowjets, welche ihm ans Leder wollen. An seiner Seite stets eine rothaarige Schönheit, an seinem Gürtel stets ein großkalibriger Revolver.

    Deadfall Adventures führt den Spieler in antike Tempel in der Wüste oder einsame Basen in der Antarktis. Hilfe bekommt James Lee Quartermain nicht nur von seinem weiblichen Sidekick, sondern auch in Form eines Notizbüchleins seines Großvaters, der bereits einmal auf der Suche nach dem versunkenen Kontinent Atlantis gewesen ist. Denn bei Deadfall Adventures ist nicht nur stumpfes Geballer angesagt, die Ausgrabungsstätten und Tempel sind voller tückischer Fallen und Sackgassen, die man überwinden muss.

    Deadfall Adventures: Der Charakter Quartermain ist als Spieler und Schluckspecht angelegt. Deadfall Adventures: Der Charakter Quartermain ist als Spieler und Schluckspecht angelegt. Quelle: PC GAMES Deadfall Adventures möchte offenbar ein B-Movie zum Nachspielen sein, was an sich ein guter Plan ist - nur klappen muss er. Aber ganz gelingt den Entwicklern der Spagat zwischen Shooter, Adventure und Rätseln eben nicht. Der Shooter-Part ist viel zu anspruchslos und entbehrt jeglicher Taktik, bei Gegner ist schlichtes draufhalten die Devise. Da hilft auch die immerhin mittelgroße Auswahl historischer Waffen nicht viel, die sich zudem im Schuß sehr ähnlich sind. Dazu kommen noch grobe Schwächen bei der künstlichen Intelligenz, Nazi-Schergen wie auch Kommunisten sind nicht mehr als Schießbudenfiguren. Mumien sollten lediglich vor Beschuss mit der Taschenlampe angestrahlt werden - bei diesen Wesen ist Licht nach ein paar tausend Jahren Dunkelheit nicht sehr beliebt und schwächt die Bandagenträger. Nahkampf-Gegner halten stur auf den Spieler zu, Fernkampfgegner ballern aus allen Rohren. Ab und zu wirft uns jemand eine Granate entgegen, das war es aber auch schon. Keiner der Gegner flankiert oder stellt sich irgendwie in irgendeiner Form geschickt an. Dafür bleiben unsere Schüsse trotz Sichtlinie viel zu oft an eigener Deckung hängen. Bis man merkt, dass man sich Deckung eigentlich auch sparen kann. Auch um viele andere verschenkte Chancen in Bezug auf das allenfalls durchwachsene Level-Design ist es schade: Beispielsweise bekommt der Spieler an einer Stelle auf einer erhöhten Position mit Blick auf eine feindliche Basis ein Scharfschützengewehr an die Hand - und dann laufen nur ganze drei oder vier Gegner im ganzen Areal umher. Da hätte man wirklich mehr erwarten können ...

    Deadfall Adventures: Von der Wüste in die Eiswüste. Deadfall Adventures: Von der Wüste in die Eiswüste. Quelle: PC GAMES Die Qualität der Rätsel schwankt genau wie der Shooter-Part zwischen "dämlich" und "alter Hut", entbehren aber immerhin nicht der Logik. Schalter- oder Triggerrätsel sind der Standard, wirklich kreative Ideen lassen die Entwickler leider vermissen. Viele Knobeleien beschränken sich darauf, irgendwelche interaktiven Elemente in der richtigen Reihenfolge zu drücken oder anzuordnen. Oft reicht auch der Beschuss irgendwelcher Trigger. Immerhin kommt hier regelmäßig das Notizbuch des Großvaters von Quartermain zum Einsatz. Die Idee, Spielern über ein solches Mittel Hilfe bei den Rätseln zukommen zu lassen, ist jedoch durchaus gelungen. Weniger bis gar nicht gelungen ist hingegen das Erforschen der Karten. Zwar wird der Spieler im Tutorial dazu aufgefordert, bekommt aber aufgrund des linearen Level-Designs keine wirkliche Möglichkeit dazu. Meist beschränkt sich das Erkunden auf das Zerdeppern oller Tonkrüge oder anderer Gegenstände, in denen Schätze verborgen sein können. Nicht wirklich spannend und deshalb auch nicht motivierend.

    Einzig der Abenteuer-Part von Deadfall Adventures ist recht gut gelungen und rettet das Spiel somit vor einer deutlich niedrigeren Wertung. Im Stile von Pulp-Romanen der 30er Jahre wird hier zwar keine neue Geschichte erzählt, aber die Inszenierung tröstet darüber hinweg. Die Cut-Scenes sind wirklich gelungen: Die Figur des James Lee Quartermain ist selbstironisch, ein Spieler und ein Trinker - also etwas heruntergekommen angelegt, der weibliche Side-Kick gutausehend und manchmal keck. Die Nazis sind standesgemäß mindestens so böse und verabscheuungswürdig wie die untoten Mumien. Es finden sich also alle Stereotypen des B-Movie-Genres wieder, Deadfall Adventures wandelt zwar auch in dieser Hinsicht auf ausgetretenen Pfaden - aber ehrlich gesagt ist dies ausnahmesweise keine Kritik, denn genauso ist es gedacht und soll es ja auch sein.


    Trotzdem drängt sich bei Deadfall Adventures schnell der Eindruck auf, dass die Entwickler sich keine Indiana Jones Lizenz leisten konnten und sich deshalb auf die Nummer Zwei der Abenteuer-Archäologen beschränken mussten. Dass die üblichen Stereotypen bedient wurden, ist wie bereits gesagt völlig in Ordnung, aber die Komposition ist dennoch arg abgekupfert und hinterlässt demzufolge auch einen faden Nachgeschmack: Nazis auf der Suche nach Atlantis, antike Fragmente und und uralte Fallen in versunkenen Tempeln, ein deutsches U-Boot und (Groß-)Vaters Tagebuch, eine Lorenfahrt in einer unterirdischen Mine - das ist alles schon viel zu nah an Indiana Jones dran und leider meilenweit von den 80er-Jahre Trashfilmen mit Richard Chamberlain in der Rolle des James Lee Quartermain entfernt.

    Grobe Fehler trüben leider das ganze Spiel hinüber die Atmosphäre und damit auch den Spaß: Trotz gezielter Schüsse fressen Gegner gelegentlich ganze Magazine oder gleich drei Granaten hintereinander. Der Sidekick hat offensichtlich nur eine arg begrenzte Auswahl an mehr oder weniger flotten Sprüchen, oft genug muss man sich in kurzer Zeit dreimal hintereinander denselben Satz anhören. Das verhindert Immersion genauso wie ein deutsches U-Boot, was laufend Sonargeräusche absondert - obwohl es an einem Pier liegt und die Besatzung tot in den Räumen hockt - oder das generell wenig fordernde Gameplay. Das Innenleben des Bootes ist dazu historisch völlig falsch und lieblos gestaltet. Auch dass der Großteil der sowjetischen Gegner eine gepolsterte Haube trägt, wie sie sonst nur von Panzerfahrern als Kopfschutz im Gefährt verwendet wird, irritiert.

    Mit fortschreitendem Spiel kann Quartermain seine Fähigkeiten verbessern. Realisiert wird dies über versteckte Schätze: Hat man eine gewisse Zahl zusammen, lassen sich an bestimmten Punkten auf den Karten Upgrades freischalten.Das Upgradesystem ist aber schlicht so nebensächlich und enervierend, dass die Entwickler auch darauf hätten verzichten könnten. Öde Verbesserungen wie "20% schneller Nachladen" und das wahllose Verteilen der Schätze, die zum Verbessern des Charakters benötigt werden, langweilt einfach. Dass Spieler Ihre Fähigkeiten nur an vordefinierten Punkten verbessern können, macht die Sache auch nicht gerade attraktiver.

    Deadfall Adventures: Manchmal hilft nur rohe Gewalt. Deadfall Adventures: Manchmal hilft nur rohe Gewalt. Quelle: PC GAMES Die Grafik ist recht solide, sieht aber nicht mehr wirklich zeitgemäß aus - immerhin meinen wir, bei Modellen und Texturen ein gewisses Maß an Hingabe gespürt zu haben. In der deutschen Fassung wurden sämtliche nationalsozialistischen Insignien (mit denen die ursprüngliche Version naziploitation-gemäß natürlich nicht geizt) entfernt oder durch unverfängliche Symbole ersetzt. Der Soundtrack ist zwar solide komponiert und orchestral inszeniert, aber ab einem gewissen Punkt leider repetitiv. Die Effekte sind das übliche Krach-Bumm, aber noch adäquat. Die Sprecher sind auch in der deutschen Lokalisation professionell und den Charakteren durchaus angemessen. Letztlich präsentiert sich das Spiel als ausreichend, trotzdem bekommt man den Eindruck einer lieblosen Parallel-Entwicklung als Stiefkind der Konsolen-Version.

    Deadfall Adventures (PC)

    Spielspaß-Wertung
    61 %
    Leserwertung
    (0 Stimmen):
    -
    Pro & Contra
    Lebendige Charaktere
    Gute Cut-Scenes
    Gelungene Präsentation
    Netter Soundtrack
    B-Movie Charme
    Anspruchslose Schießereien
    Miese KI
    Flache Rätsel
    Lineares Level-Design
    repetitives Gameplay
    hoher Preis
    Fazit
    Ego-Shooter im Adventure-Setting mit mäßigen Rätsel-Einlagen. Gute Cut-Scenes mit viel B-Movie Charme, aber allenfalls durchschnittliche Grafik. Recht hoher Preis von 40 Euro für einen Indiana Jones Verschnitt.

  • Es gibt 12 Kommentare zum Artikel

    Von Terracresta
    Scahde, hatte mehr erwartet, speziell paar knackige Rätsel. Apropo Indy, hab noch irgendwo Tower of Babel rumliegen, dass ich nie durchgespielt hab. Sollt ich vll. bei der Gelegenheit mal angehen.
    Von Sharan
    Ich hab die Digital Deluxe Edition für knappe 27,-Euro erstanden. Es ist nicht der Überflieger,zugegeben,aber es hat Atmosphäre!und für den Preis hab ich schon erheblich schlechteres gesehen.Mir machts spaß,vor allem da es viel zu wenig Spiele mit Indi Jones Flair gibt. 60,- Euro für Ghosts und nicht mal…
    Von Shadow_Man
    Wirklich sehr schade, weil so ein Szenario ja immer eine Menge Potenzial besitzt. Wie gerne hätte ich mal wieder ein richtig schönes Indy-Spiel. Da wird aber wohl ewig nichts mehr kommen 

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