Interview zu DSA 4: Drakensang mit Entwicklerlegende Guido Henkel
PC Games: Wie bist du zur PC-Spiele-Branche und zu Das Schwarze Auge gekommen?
Henkel: "Ich fing 1982 an, Spiele zu programmieren. Nach ein paar Anläufen gelang es mir, 1985 mit Hellowoon mein erstes Game zu veröffentlichen. Danach kamen noch ein paar weitere Text-Adventures, die ich mit meinem Schulfreund Hans-Jürgen Brändle zusammen erstellte. 1989 beschlossen wir, einen weiteren Schulfreund, Jochen Hamma, mit aufzunehmen - Attic Entertainment Software war geboren. Nachdem wir von diversen Publishern ganz brutal abgeledert wurden, beschlossen wir 1991, unsere Games in Zukunft selbst zu publishen. Das war ein Riesenschritt, weil wir von dem Moment an eben fast alles komplett selbst machen mussten. Ich blicke immer wieder gern darauf zurück, wie wir nächtelang in meiner Wohnung wie die Irren auf etwa 10 Amigas Disketten kopierten, um sie am nächsten Tag dann zu labeln und mit Handbuch in einer Box zu verpacken. Das war auch in etwa die Zeit, als wir die DSA-Nordland-Trilogie in Angriff nahmen. Nach dem dritten Teil habe ich Attic und Deutschland verlassen und mich in Südkalifornien niedergelassen."
PC Games: Was hat für dich den Reiz ausgemacht, an der Nordland-Trilogie zu arbeiten?
Henkel: "Meine Partner Hans-Jürgen Brändle, Jochen Hamma und ich haben selbst rege Das Schwarze Auge gespielt und hatten immer davon geträumt, eines Tages ein DSA-Computerspiel zu machen. Eines Tages bekamen wir dann plötzlich aus heiterem Himmel einen Telefonanruf mit der Frage, ob wir interessiert wären ..."
PC Games: Was hat dir dabei am meisten Spaß gemacht, was hat dich am meisten frustriert?
Henkel: "Projekte dieser Größenordnung haben permanent Ups und Downs. Im Großen und Ganzen war's eine Menge Spaß und zu sehen, dass unser Werk damals international Anerkennung fand, war für uns alle, glaube ich, sehr schön. Außer uns und Blue Byte gab es damals keine deutsche Firma, die Produkte in Europa, den USA und Asien am Markt hatte. An Frustrationen kann ich mich nicht mehr erinnern. Nach so langer Zeit sieht man alles durch eine Art rosa Brille, denke ich."
PC Games: Was würdest du heute bei der Entwicklung eines DSA-Spiels anders machen?
Henkel: "Ich würde es nicht mehr so extrem am Pen-&-Paper-Spiel orientieren. Inhaltlich natürlich schon, aber von der Bedienung und den Attributen könnte man das schon etwas anwenderfreundlicher machen, als wir das mit der Nordland-Trilogie getan haben."
PC Games: Verfolgst du die Entwicklung von Drakensang?
Henkel: "Ich schaue mir das Spiel immer wieder an, ja. Die Jungs von Radon Labs haben mich vor zwei Jahren bereits kontaktiert, um mir erste Demos zu zeigen und von mir etwas Feedback zu bekommen. Was hat bei der Nordland-Trilogie funktionert, was kam nicht so bei den Leuten an? Einfach ein freundlicher Informationsaustausch. Seither habe ich das Game immer mal wieder gesehen. Mir gefällt es sehr gut. Die Atmosphäre ist prima und jedesmal, wenn ich es sehe, fühle ich mich sofort nach Aventurien versetzt."


Klar, damit hast natürlich auch recht. Wer sich lieber von schöner Grafik berieseln lässt der kann das natürlich gerne tun. Meine Prioritäten liegen halt eher beim Spielspass und Inhalt.
Über Geschmack lässt sich nicht streiten und wer sich nach Feierabend lieber von schicker Grafik ohne besonderen Inhalt berieseln lassen will hat doch jedes Recht dazu.
Das magst du individuell schade finden, aber der Markt muss sich…