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  • DAS SCHWARZE AUGE: DEMONICON

    Demonicon im Test: Aventurisches Abenteuer mit handwerklichen Mängeln

    Demonicon im Test: Trotz etlicher Mängel kommt Hersteller Kalypso mit einem blauen Auge davon. Den Story-Autoren von Demonicon sei Dank. Das Action-Rollenspiel nutzt das düstere DSA-Setting der Schattenlande und erzählt seine Geschichte mit guten Dialogen. Dafür schwächelt das Gameplay an vielen Ecken. Unser Test zeigt die Stärken und Schwächen des Spiels auf.

    Das Schwarze Auge: Demonicon im Test. Das Schwarze Auge kannte man auf dem PC bislang als farbenfroh und beschaulich inszeniertes Gruppenabenteuer, wie etwa im märchenhaften Drakensang. Demonicon hingegen widmet sich der dunklen Seite von Aventurien, angesiedelt in den Schattenlanden. Gemäß der Rollenspielvorlage ist diese Gegend geprägt von Düsternis, Dämonen, Krieg und finsteren Kulten.

    Spielstart mit Kino-Anleihe

    Der Auftakt zum action­orientierten Solo-Abenteuer in Demonicon beginnt mit einem Rendervideo, das sich ganz der Hintergrundthematik widmet: Wir sind Zeuge einer Dämonenbeschwörung und bekommen eine Schlacht zu Gesicht, in der die Armee des Schwarzmagiers Borbarad den Truppen der Kriegsgöttin Rondra gegenübertritt, ein in der DSA-Welt Aventurien historisch korrektes Ereignis. Die cineastische Darbietung klaut dabei dreist von Peter Jacksons Herr der Ringe-Verfilmung; die Szenerie wirkt wie bei der Schlacht um Minas Tirith. Was das gezeigte Kriegsgemetzel mit der gezeigten Beschwörung zu tun hat, bleibt zunächst völlig unklar. Nach dem Intro finden wir uns in der Stadt Warunk wieder, die als Zufluchtsort in den Schattenlanden dient. Cairon, die Hauptfigur steht vor der ersten Aufgabe – die Suche nach seiner Schwester Calandra, die einen Adligen heiraten soll.

    Demonicon im Test: Manöver sucht man sich im Charaktermenü aus - bis zu vier davon lassen sich im Schnelltastenmenü unterbringen und bei Bedarf austauschen. Demonicon im Test: Manöver sucht man sich im Charaktermenü aus - bis zu vier davon lassen sich im Schnelltastenmenü unterbringen und bei Bedarf austauschen. Das hat uns gefallen: Düstere DSA-Geschichte

    Die Geschichte von Demonicon wirkt zu Beginn zwar konfus und schmeißt den Spieler mit aventurischen Begriffen zu; DSA-Kenner wissen das sicher zu schätzen, ansonsten sorgt es aber erst mal für Verwirrung. Immerhin gibt es ein sich im Verlauf des Spiels füllendes Lexikon, das für Hintergrundinformationen sorgt. So versteht man nach und nach die Zusammenhänge im Spiel und die in DSA zugrunde liegende Welt voller Götter und Dämonen.

    Vorerst stolpern wir noch ohne großen Durchblick mit unserer Heldenfigur durch den ersten Dungeon, den Molchenberg, der gleichwohl als Tutorial dient. Aus der Suche nach Cairons Schwester entwickelt sich eine Questreihe, in deren Verlauf der Spieler immer wieder Entscheidungen treffen muss. Lässt man den Kannibalen laufen oder nicht? Begnadigt man die Gefangenen oder macht sie einen Kopf kürzer? Oft schwankt man bei den Entscheidungen zwischen "Pest oder Cholera" – es gibt kein klares "Gut oder Böse". Das passt sehr gut zum düsteren Schattenlande-Setting.

    Demonicon führt den Spieler im Verlauf der 18 Stunden umfassenden Kampagne durch eine immer besser erzählte Geschichte, in der die anfangs wirren Storyfäden am Ende ein stimmiges Gesamtbild ergeben. Aus der Familiengeschichte rund um Cairon und dessen Schwester entsteht ein Netz aus Lügen und Intrigen, in das verschiedenste Fraktionen und Charaktere verstrickt sind. In der Stadt Warunk etwa herrscht ein Zwist zwischen der Stadtgarde und dem schmuggelnden Kreuzerkartell. Als Spieler kann man zunächst für beide Parteien Quests erledigen, muss sich aber an Schlüsselstellen für eine Seite entscheiden. Das wirkt sich auf den Fortgang der Geschichte aus. Je weiter man in Demonicon vorankommt, desto prägnanter wirkt sich die Rolle Cairons im Storyverlauf aus – wer hätte gedacht, dass man mit einer mehrteiligen Rätselreihe einen religiösen Katechismus für die aufstrebende Kirche Borbarads erstellen muss? Schöne Idee und mit guten Dialogen inszeniert.

    Die Motivation, die einen zum Weiterspielen von Demonicon antreibt, ist nicht zuletzt durch die Leistung der Sprecher gegeben. Zwar leisten diese sich mitunter falsche Betonungen, was die Aussprache korrekter DSA-Namen angeht, dennoch überzeugen gerade die Schlüsselfiguren wie etwa Parel, Fergolosch, Ghamat, Seghal oder auch der Magier Feodor mit seinen wissenschaftlichen Monologen und man möchte einfach wissen, wie die Geschichte weitergeht.

    Das hat uns weniger gefallen: Technische Schwächen

    Demonicon im Test: Azarils Kloster zählt zu den atmosphärisch besseren Locations, wirkt aber dennoch insgesamt recht steril. Demonicon im Test: Azarils Kloster zählt zu den atmosphärisch besseren Locations, wirkt aber dennoch insgesamt recht steril. Abseits der Geschichte ziehen sich von Anfang bis Ende nicht zu übersehende Schwächen durchs Spiel. Allen voran fällt die maue grafische Präsentation auf. Das Flüchtlingsviertel von Warunk etwa, in das es uns zu Beginn verschlägt, wirkt angesichts des braun-matschigen Texturdebakels abschreckend. Auch etliche Figuren sehen aus, als wäre keine Zeit geblieben, um sie fertigzustellen. Da fehlt es oft an ordentlichen Animationen und der ausgeprägte Frosch-Blick etlicher NPCs stört. Wenn man in längere Dialoge verstrickt ist, fallen einem bei den Charakteren Bewegungsschleifen auf, die sich ständig wiederholen. So verschränkt etwa Zwerg Fergolosch immer auf die gleiche Art seine Arme und Hände – versehen mit Clippingfehlern – was einfach nicht zu den oft emotional sehr überzeugend gesprochenen Sätzen passt.

    Nicht nur die Figuren, auch die Umgebungsgrafik offenbart immer wieder Schwächen, etwa wenn wir zum Horizont blicken, der aus einer verwaschenen Texturtapete besteht. Generell lädt Demonicon Texturen oft zeitverzögert, selbst wenn man nur die Level-Karte aufruft. Das nagt an der Atmosphäre, ebenso wie die steril wirkenden Levelabschnitte mit leeren Räumen oder stumm herumstehenden NPCs. Dazu ist das Leveldesign eng und schlauchartig gestaltet, was bei etlichen Quests zu umständlich langen Laufwegen führt. Warum zum Beispiel muss der Eingang in die Markttaverne im zweiten Kapitel permanent von einer Barrikade versperrt sein? Dadurch muss man einen langen Umweg in Kauf nehmen, damit man in das für die Story wichtige Gebäude gelangt.

    An anderer Stelle befinden wir uns in dunklen Höhlen oder Verliesen, die nur von Fackeln erhellt sind. Doch das Beleuchtungssystem in Demonicon ist statisch, sodass ein Kerker unrealistisch hell wirkt, oder sich Dunstschleier in einer Höhle lediglich als weiße Wand präsentieren.

    Zu simples Kampf- und Magiesystem

    Das Kampfsystem in Demonicon ist rein auf Action getrimmt. Dabei kommt es hauptsächlich darauf an, möglichst lange Treffer in Folge als Kette aneinanderzureihen. Dadurch erhält man Boni, verursacht mehr Schaden oder regeneriert Mana-Essenz und Lebenspunkte. Zwischendurch setzt man Kampfmanöver wie Finte, Ausweichen, Gezielter Stich ein oder nutzt magische Angriffe – das war's. Mit den Zifferntasten 1 bis 4 aktiviert man die einzelnen Kampfmanöver. Hält man die rechte Maustaste gedrückt, wählt man aus bis zu vier Zaubern aus. Mit gedrückter Umschalt-Taste hat man Zugriff auf bis zu vier verschiedene Tränke. Im Kampf. Daraus resultiert eine uninspirierte Klickorgie. Obwohl das zentrale Thema in Demonicon die dämonischen Gaben von Hauptfigur Cairon sind, fällt der Magie-Teil im Spiel recht bescheiden aus. So gibt es gerade mal vier Zaubersprüche, die sich jeweils in vier Stufen und um eine Handvoll Boni erweitern lassen.

    Taktisch anspruchsvoll ist das Ganze nicht und erinnert an Spiele wie Arcania: Gothic 4. Generell ist die Charakterentwicklung in Demonicon kein herausragendes Feature, da es kaum Spezialisierung bietet. Das Ganze funktioniert zwar, hat aber gerade durch das uninspirierte Gaben-System als Magie-Standbein in Demonicon mit dem DSA-Regelwerk wenig zu tun.

    Demonicon im Test: Abenteuer- und Gabenpunkte gibt es mehr als reichlich, sodass am Ende keine Spezialisierung der Figur nötig ist. Demonicon im Test: Abenteuer- und Gabenpunkte gibt es mehr als reichlich, sodass am Ende keine Spezialisierung der Figur nötig ist. Der Rollenspielkern in Demonicon nutzt zwar reichlich Begriffe der DSA-Lizenz, die Mechanik ist jedoch keinesfalls regelkonform. Das gilt zum Beispiel für die Talentproben in Demonicon - eine Truhe, welche das Talent Grobschmied Stufe 7 angibt, lässt sich eben auch erst dann öffnen, wenn man diese Stufe besitzt. Ein Auswürfeln mit einer gewissen Prozentchance - das darf man eben nicht erwarten.

    Im Laufe des Abenteuers häuft Cairon Abenteuer- und Gabenpunkte an. Levelaufstiege für den Helden gibt es nicht. Die Punkte lassen sich jederzeit im Charaktermenü dazu verwenden, um Attribute, Talente, Manöver und Gabenzauber zu steigern. Da es keine Klassenausrichtung gibt, bleibt einem nur die Option, herumzuprobieren, was für den Charakter wohl am besten geeignet ist. Wer sich dabei verskillt, hat Pech gehabt. Einmal ausgegebene Punkte lassen sich nicht mehr rückgängig machen. Später im Spiel erhält man jedoch so viele Punkte, dass sich die Sache mit einer eventuell nötigen Talentspezialisierung ohnehin relativiert. Im Test konnten wir alle Talente bis zur Maximalstufe steigern.

    Fazit und Textbeispiele (Spoiler möglich)

    Demonicon bietet zwar ein gut erzähltes Abenteuer, das von seinen Sprechern lebt, aber ein tief gehendes Rollenspiel ist es nicht geworden. Technische Mängel zeigen sich durch die Bank weg und trüben die Atmosphäre.

    Abschließend liefern wir noch einige Dialog-Zitate, die den Charakter von Demonicon unterstreichen:

    • "Im schlimmsten Fall wäre ich auf ihren Gedärmen ausgerutscht."
    • "Sie würde sich eher nackt auf den Marktplatz stellen, als sich verheiraten zu lassen."
    • "Du hast gerade eine Kreatur aus den Niederhöllen niedergemetzelt, und wir leben beide noch."
    • "Ich wurde verbrannt, gebissen und gelähmt, aber ich bin immer noch Jungfrau."
    • "Du siehst nicht gut aus, aber du stinkst nicht, wie die anderen."
    • "Bei Angroschs Bart, bist du irre?"
    • "Wenn man denen mal die Wahrheit sagt, packen die schon den Zweihänder aus!"
    • "Was willste hier – ne Faust ins Gesicht?"
    • Cairon: "Ich dachte Ketzer werden verbrannt und nicht aufgehängt?"
    • Dolorosa: "Das war früher so, heute wird das Brennholz zum Bauen gebraucht."
    • "Komm, du kriegst mich mit meiner Schwester zusammen… die ist aber schon kalt."
    • "Du dreckige Dämonenmetze!"
    • "Jetzt bin ich überrascht. Hätte nicht gedacht, dass du darüber dreinschaust wie ein Praiosnovize, der beim Hütchenspiel beschissen wurde."
    • "Zieht man die Zirkel nicht sorgfältig, durchbricht sie der Dämon. Dann häutet er den Beschwörer bei lebendigem Leib, zerfetzt ihn und zertrümmert ein paar Möbel. Oder Häuser – abhängig von seiner Potenz."
    • "Ihr wollt mich benutzen! Welche Dämonen haben Euch ins Hirn geschissen, dass Ihr glaubt, wir wären noch Verbündete?"
    • Sie: "Von den anderen hast du den straffsten Hintern und die stärksten Muskeln."
    • Er: "Statt Schwerterkreuen also hartes Lanzenreiten?"
    • Er: "Ich will dich. Hier, auf dem Boden. Das ganze verfluchte Kloster soll uns hören.
    • Sie: "Mein ganzer Körper verlangt nach dir. Nimm mich jetzt! - Wir werden keuchen vor Lust und Schmerzen. Unsere Küsse werden Bisse sein."

    Das Schwarze Auge: Demonicon (PC)

    Spielspaß-Wertung
    70 %
    Leserwertung
    (2 Stimmen):
    79 %
    Pro & Contra
    anfangs undurchsichtige und wirre, aber später gut gelungene und spannende DSA-Geschichte.
    überwiegend gute bis sehr gute Vertonung
    stellt den Spieler immer mal wieder vor moralische Entscheidungen
    nutzt unverbrauchtes Dämonen- und Borbarad-Setting der DSA-Welt
    Kämpfe laufen überwiegend nach dem gleichen Muster ab
    Dialoge werden oft von zu lautem Umgebungssound überlagert
    technisch schwache Präsentation
    steril und leer wirkende Levelabschnitte trüben die Atmosphäre
    Charakterentwicklung bietet zu wenig Tiefgang
    Fazit
    Demonicon bietet zwar ein gut erzähltes Abenteuer, das von seinen Sprechern lebt, aber ein tief gehendes Rollenspiel ist es nicht geworden. Technische Mängel zeigen sich durch die Bank weg und trüben die Atmosphäre.

  • Das Schwarze Auge: Demonicon

    Das Schwarze Auge: Demonicon

    Plattform
    PC
    X360
    PS3
    Publisher
    Kalypso Media GmbH
    Developer
    Noumena
    Release
    25.10.2013

    Es gibt 26 Kommentare zum Artikel

    Von Tomme9020
    alter absolut genial dieses spiel! kann ich nur empfehlen
    Von knarfe1000
    Dann kein Kauf, es sei denn, es wird per Patch nachgereicht.
    Von LordCrash
    =Autofail 
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Demonicon im Test: Trotz etlicher Mängel kommt Hersteller Kalypso mit einem blauen Auge davon. Den Story-Autoren von Demonicon sei Dank. Das Action-Rollenspiel nutzt das düstere DSA-Setting der Schattenlande und erzählt seine Geschichte mit guten Dialogen. Dafür schwächelt das Gameplay an vielen Ecken. Unser Test zeigt die Stärken und Schwächen des Spiels auf.
http://www.pcgames.de/Das-Schwarze-Auge-Demonicon-PC-219748/Tests/Demonicon-im-Test-1093528/
25.10.2013
http://www.pcgames.de/screenshots/medium/2013/10/Demonicon_001-pc-games.png
demonicon,rollenspiel,kalypso
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