Das Leuchten der Erinnerung: Rezension zur Alzheimerkomödie
Im US-Debüt des italienischen Regisseurs Paolo Virzi startet ein älteres Ehepaar, bestehend aus Ella (Helen Mirren) und John (Donald Sutherland), einen spontanen Roadtrip durch Florida. Jedoch nicht ohne die Bedenken ihrer Kinder, denn John ist inzwischen an Alzheimer erkrankt und sein Zustand verschlechtert sich täglich. Dies hindert das Paar jedoch nicht daran, sich die Schönheit der vergangenen Zeit wieder ins Gedächtnis zu rufen und neue Abenteuer zu erleben. Der bewegende Roadtrip ist ab 4. Januar 2018 in den deutschen Kinos zu sehen.
Nach 50 Ehejahren brechen Ella und John spontan in ihrem alten Wohnmobil auf, um die Ostküste runter bis nach Florida zu cruisen. Den Sohn und die Tochter der beiden beunruhigt das, zumal John, der Fahrer, an Alzheimer leidet und immer seltener lichte Momente hat. Unterwegs übernachten die Eheleute auf Campingplätzen, sichten unter dem Nachthimmel alte Dias und schwelgen, sofern Johns Gedächtnis es erlaubt, in Erinnerungen. Dabei bricht ein Geheimnis ans Tageslicht, das die vertraute Beziehung auf eine Probe stellt.
Mit der Romanadaption legt der Italiener Paolo Virzì (Die süße Gier) sein US-Debüt vor und wählt dafür das uramerikanische Genre des Roadmovies. Virzì inszeniert mit viel Sinn für Realismus und ohne inszenatorischen Pomp, was den Altstars Helen Mirren und Donald Sutherland eine Bühne bereitet. So funktioniert das von Kameramann Luca Bigazzi (La Grande Bellezza) gefilmte Drama als unaufgeregt-gefühlvoller Schauspielerfilm, der allerdings nicht ohne Längen auskommt.
Fazit:
Die lebensnahe Liebe-im Alter-Geschichte mit Helen Mirren und Donald Sutherland in Höchstform kommt mitunter etwas schwerfällig voran.
