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  • Garrett hat den Bogen raus

    ERWISCHT Da hat sich Garrett wohl zu weit vorgewagt: Ein Bürger hat die Wache alarmiert, die prompt mit Pfeil und Bogen zur Stelle ist. ERWISCHT Da hat sich Garrett wohl zu weit vorgewagt: Ein Bürger hat die Wache alarmiert, die prompt mit Pfeil und Bogen zur Stelle ist. Sie haben keine Ahnung, wo Sie sind oder wo Ihr Fluchtweg sein könnte. Nur eins ist sicher: Sie wurden in die Enge getrieben und die feindlichen Wachen sind Ihnen auf der Spur. Von links hören Sie langsam Schritte näher kommen, Sie schließen die Augen und denken: "Bitte nur dieses eine Mal noch, ich stehe im Schatten, ich bin sicher. Er kann mich gar nicht sehen.". Das Letzte, was Sie hören, ist der Luftzug des Schwertes, das auf Sie niederrauscht. Ganz nah an Ihrem Ohr vorbei ...
    |Manche Menschen scheinen das Unglück magisch anzuziehen. Eigentlich wollte sich Garrett nach seinen haarsträubenden Abenteuern in The Dark Project gänzlich aus dem Diebesgeschäft zurückziehen. Dann aber steht plötzlich der Vermieter vor der Tür und fordert sein Geld. Dem derart Genötigten bleibt gar keine andere Wahl, als sich wieder im Schutz der Nacht in dunkle Gewänder zu hüllen und in die Behausungen seiner Mitbürger einzubrechen, um das eine oder andere Goldstück mitgehen zu lassen.
    Doch die Zeiten für Diebe sind hart: Seit seinen letzten Exkursionen ist einige Zeit vergangen und in der mittelalterlichen Stadt, die Garrett bewohnt, hat ein neuer Sheriff das Ruder übernommen. Um seine Vorstellung von Recht und Ordnung durchzusetzen, hat der undurchsichtige Gesetzeshüter nicht nur alle Straßen und Öffentlichen Gebäude mit mysteriösen mechanischen überwachungskameras bestückt, sondern auch auf rätselhafte Weise dafür gesorgt, dass Langfinger, Wegelagerer und andere Außenseiter der Gesellschaft langsam aber sicher spurlos verschwinden. Auf seinen nächtlichen Streifzügen stößt Garrett auf Hinweise, die auf eine groß angelegte Verschwörung zwischen Sheriff Truart und einer obskuren religiösen Gruppierung, den Mechanisten, schließen lassen ­ und ist als gefährlicher Mitwisser im Handumdrehen selbst in das Geschehen verwickelt.
    Wenn es ein Wort gibt, das Handlung und Atmosphäre von Dark Project 2, Looking Glass" neuestem Geniestreich, treffend beschreibt, dann ist es dieses: filmreif. Der Spieler schlüpft, wie im ersten Teil, in die Haut des begabten Meisterdiebes und macht sich auf, die Reichen und Korrupten ihres Besitzes zu berauben. Sie steuern Garrett dabei wie in einem handelsüblichen 3D-Shooter aus der Ego-Perspektive durch die nächtlichen Gassen der Stadt, brechen mit Hilfe geklauter Schlüssel oder einem Satz Dietriche in fremde Häuser ein, stehlen Wertgegenstände und kommen dabei Stück für Stück den seltsamen Machenschaften des Sheriffs auf die Schliche. Der entscheidende Clou an der Sache: Als Dieb sind Sie zwar ein wahrer Meister im Knacken von Schlössern ­ mit grober Körperkraft dagegen weniger reich gesegnet. Garrett ist zwar im Notfall durchaus in der Lage, sich mit einem Schwert seiner Haut zu wehren, wenn er angegriffen wird ­ in 90% aller Fälle dürfte er allerdings im direkten Nahkampf den Kürzeren ziehen. Die logische Konsequenz hieraus ist klar: Anders als in gängigen Actionspielen haben Sie in Dark Project 2 nur eine Chance, wenn Sie Auseinandersetzungen aus dem Weg gehen und versteckt im Hintergrund agieren. Wie im Vorgänger werden Sie auch hier wieder einen Großteil der Zeit damit verbringen, möglichst leise durch Häuser, Flure, Stadtgebiete und Waldlandschaften zu schleichen und Ihre Gegner aus dem Hinterhalt niederzustrecken. Ihr größter Feind ist hierbei das Licht. Als Meisterdieb gehört es zu Ihren Spezialitäten, sich in dunklen Ecken und Schatten zu verstecken ­ eine Art Restlichtmesser am unteren Bildschirmrand signalisiert Ihnen zu jedem Zeitpunkt, wie gut oder schlecht Sie an Ihrem aktuellen Standort für andere zu erkennen sind. Ihre wichtigsten Ausrüstungsgegenstände dürften Fans des ersten Teils bereits bekannt sein: Neben einem Knüppel, mit dem Sie Ihre Feinde bewusstlos schlagen können (allerdings nur, wenn es Ihnen gelungen ist, sich unbemerkt nahe genug an sie heranzupirschen), gehört ein Bogen zu Ihrem ständigen Inventar Dieser kann mit den verschiedensten Pfeilarten bestückt werden: Mit dem Wasserpfeil löschen Sie Fackeln, Gaslampen und andere verräterische Lichtquellen. Der Seilpfeil hilft Ihnen, auf Bäume oder Hausdächer zu gelangen. Mit dem Feuerpfeil erzeugen Sie kleine Explosionen und der Moospfeil erzeugt einen weichen Bodenbelag, auf dem Sie auch auf hallenden Metallböden unbemerkt voranschreiten können. Zusätzlich hierzu haben sich die Designer allerdings auch einige inte-ressante neue Utensilien ausgedacht, die das Diebesleben erleichtern sollen. Garrett, der im Laufe des ersten Teils auf tragische Weise ein Auge verlor, verfügt nun über eine mechanische Sehhilfe. Diese Prothese hat einige Vorteile: Zum einen sind Sie nun jederzeit in der Lage, per Zoomfunktion Ihr Sichtfeld zu erweitern; zum anderen hilft eine kugelförmige Kleinkamera Ihnen dabei, Räume erst einmal auszukundschaften, bevor Sie sie betreten. Sie lassen das wertvolle Kleinod einfach leise ins Zimmer kullern oder schmeißen es über eine Mauer ­ augenblicklich empfangen Sie die Bilder, die die Kamera für Sie aufnimmt. Ferner gibt es natürlich auch wieder eine ganze Reihe magischer Tränke, die Sie beispielsweise für kurze Zeit unsichtbar machen, verlorene Lebensenergie wiederherstellen, unter Wasser für die nötige Sauerstoffzufuhr sorgen oder Stürze aus Schwindel erregenden Höhen ermöglichen.
    Das riesige Arsenal an Defensivwaffen und Hilfsgegenständen ist bitter nötig, denn Dark Project 2 ist noch eine ganze Ecke schwieriger geworden als der erste Teil: Looking Glass hat die künstliche Intelligenz der Gegner stark verbessert, so dass mit den zahlreichen Wachen, Bürgerwehren, Mechanisten und Monstern noch weniger zu spaßen ist. Ihre Feinde bemerken jetzt nicht mehr nur achtlos in GÄngen abgeladene bewusstlose Kollegen sondern auch geÖffnete Türen oder gestohlene Schätze. Sie verfolgen Sie nicht nur über mehrere Stockwerke, sondern nehmen dabei auch Abkürzungen, um Ihnen den Weg abzuschneiden. Sie hören nicht mehr nur das Zischen ungeschickt abgefeuerter Pfeile, sondern zünden sogar selbstständig von Ihnen gelöschte Lichtquellen wieder an! Kurz gesagt: Die menschlichen Gegner sind ganz schön harte Brocken. Noch kniffliger wird die Sache allerdings, wenn Sie ab der vierten Mission in die Festungen der Mechanisten eindringen: Die religiösen Fanatiker haben es sich zur Aufgabe gemacht, immer abstrusere mechanische überwachungssysteme, Selbstschussanlagen und Kampfroboter zu entwerfen. Während die vollautomatischen Sicherheitskameras noch verhältnismäßig einfach auszutricksen sind, stellen Sie die patrouillierenden Blechmonster vor eine harte Prüfung. Ist erst einmal eines dieser gepanzerten Ungetüme auf Sie aufmerksam geworden, lässt es sich kaum noch abschütteln und befeuert Sie mit Kanonenkugeln oder scharfen Sägeblättern. Nach einer Weile bekommen Sie allerdings einen Hinweis, wie Sie die riesigen Gegner ganz einfach ausschalten können ...
    Im Gegensatz zum ersten Teil wurde in Dark Project 2 auf ein Tutorial verzichtet ­ stattdessen gehen Sie in den ersten zwei bis drei Spielabschnitten vergleichsweise harmlosen Aufträgen nach, die zum Standardrepertoire jeden Langfingers gehören dürften. Erst nach einer Weile offenbart The Metal Age eine seiner größten Qualitäten: Das Missionsdesign gehört zum Besten, was man in den letzten Jahren gesehen hat und birst förmlich vor unerwarteten Wendungen und überraschungen. Einer Ihrer Aufträge besteht beispielsweise darin, belastendes Material gegen Ihren Erzfeind Truart zu beschaffen und dieses an anderer Stelle wieder abzuladen, damit die entsprechenden Leute es auch finden. In einer anderen Mission müssen Sie aus einem Hinterhalt entkommen und durch die Innenstadt unerkannt zu Ihrer Behausung gelangen. Einmal angekommen stellen Sie fest, dass die Wachen es sich schon bei Ihnen gemütlich gemacht haben und nur auf Sie warten. Es bleibt Ihnen keine andere Wahl, als das Dorf zu verlassen. Dummerweise benötigen Sie dazu den Schlüssel zum Stadttor ­ und der liegt einem Geheimschrank Ihrer Wohnung ...
    Spielprinzip genial, Leveldesign grandios, Atmosphäre fesselnd ­ Dark Project 2 zeigt in beinahe jeder Disziplin der Konkurrenz, wo der Hammer hängt. Mit einer Ausnahme: Wie schon der erste Teil ist auch The Metal Age ohne Frage spannend und innovativ, aber nicht unbedingt hübsch anzusehen. Zwar polierten die Designer die eigens entwickelte Dark-Engine auf und spendieren dem Spieler nun satte 16-Bit Farbtiefe statt der letztjährigen 256 Farben; einen Schönheitspreis wird das Werk aber trotzdem nicht gewinnen. Lichteffekte suchen Sie weitgehend vergebens und selbst die Explosionen können sich nicht im Entferntesten mit Special-Effects-Feuerwerken wie Wheel of Time messen. Häuser, Bäume und Landschaften sind aus riesigen Polygonen zusammengesetzt und wirken dadurch nicht gerade elegant.
    über jeden Zweifel erhaben sind Sound und Synchronisation. Die deutschen Sprecher haben bei der übersetzung ganze Arbeit geleistet: Keine Dialogpassage klingt aufgesetzt; zudem sorgen geschickt eingesetzte Stereoeffekte für die nötige Schaueratmosphäre.

    Dark Project 2: The Metal Age (PC)

    Spielspaß
    91 %
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Dark Project 2: The Metal Age
    Dark Project 2: The Metal Age
    Publisher
    Eidos
    Developer
    Looking Glass
    Release
    01.03.2000
    • Es gibt 0 Kommentare zum Artikel

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4828
Dark Project 2: The Metal Age
Garrett hat den Bogen raus
http://www.pcgames.de/Dark-Project-2-The-Metal-Age-Spiel-20846/Tests/Garrett-hat-den-Bogen-raus-4828/
07.03.2001
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