Dark Messiah
Kein schöner Anblick erwartet Sie beim Betreten dieses Raumes: Zwei Goblins fleddern die Leiche eines toten Kriegers.
Might & Magic-Fans sehen dem kommenden Jahr mit Freude entgegen. Während Nival Interactive Anfang 2006 mit Heroes of Might & Magic 5 - über das wir in Ausgabe 08/05 ausführlich berichteten - ein grafisch opulentes Runden-Strategical an den Start bringt, erscheint schon im darauf folgenden Sommer ein weiterer Ableger der berühmten Fantasy-Reihe.
Die Rede ist von Dark Messiah of Might & Magic, das im französischen Lyon von den Arx Fatalis-Machern, den Arkane Studios, entwickelt wird. Doch was ist Dark Messiah? Etwa ein Rollenspiel à la Arx Fatalis? Sicherlich liegt der Verdacht nahe, tatsächlich handelt es sich aber um einen knallharten Actiontitel, bei dem Sie in einer mittelalterlichen Welt aus der EgoPerspektive fiese Orks, Drachen und andere finstere Gestalten mit Äxten und Zaubersprüchen vermöbeln. Warum?
Darüber breiten die Arkane Studios noch den Mantel des Schweigens. Von der Story ist nur so viel bekannt, dass ein böser Messias das Land Ashan ins Chaos stürzen und vernichten will. Was natürlich ein alter Magier vorhergesehen und deshalb einen Retter ausgebildet hat, nämlich Sie!
Drei Charakterklassen
Dark Messiah of Might & Magic bietet sehr stimmungsvolle Schauplätze und geizt nicht mit derartigen Schockeffekten.
Auch wenn Sie weder Aufträge von NPCs erhalten noch die Fähigkeiten Ihres Charakters durch einen Levelaufstieg verbessern können, kommen auch Rollenspieler - zumindest ansatzweise - auf ihre Kosten. So dürfen Sie zu Beginn Ihrem Helden Sareth eine von drei Kampfklassen zuweisen. Der Mann fürs Grobe ist der Krieger. Ohne lange zu überlegen, zücken Sie das Schwert und verstricken Ihre Feinde in einen Nahkampf.
Dabei gehen nicht nur Schilde zu Bruch, sondern der eine oder andere Troll verliert im Eifer des Gefechts auch schon mal seinen Kopf und bleibt in einer Blutlache liegen. Allerdings nicht in der deutschen Version. Publisher Ubisoft hat bereits jetzt verlauten lassen, dass hierzulande eine entschärfte Fassung auf den Markt kommen soll. Wie stark die Zensurschere eingesetzt wird, ist aber noch offen. Nicht die Hände schmutzig machen Sie sich im Idealfall als Magier.
Sie stecken Gegner mit Feuerbällen in Brand, setzen Widersacher mit Energieblitzen unter Strom oder schleudern Angreifer einfach mit einem Wink mit der Hand in einen Abgrund - die Jedi lassen grüßen. Ganz im Stile von Sam Fisher oder von Auftragskiller Nummer 47 aus der Hitman-Serie geht man als Dieb zu Werke. Sie schleichen sich an Ihre Opfer heran und erledigen diese lautlos mit dem Dolch. Oder Sie kauern sich in eine dunkle Ecke, zücken Pfeil und Bogen und durchbohren die ahnungslosen Typen.
Im Laufe des Spiels gelangt Sareth an viele neue Waffen und Zaubersprüche. Letztere bleiben nicht nur dem Magier vorbehalten. Einige lassen sich auch in Person des Kriegers beziehungsweise des Diebs anwenden. So auch der witzige Schrumpfzauber. Mit ihm verwandeln Sie einen fetten Ork im Handumdrehen in einen lächerlichen Wuselzwerg, der kurz darauf Ihre Schuhsohle ziert.
Äußerst praktisch ist auch die Möglichkeit, eklige Spinnen zur Unterstützung heraufzubeschwören. Je nachdem, für welche Charakterklasse Sie sich entscheiden, soll Ihnen Dark Messiah übrigens ein völlig anderes Spielerlebnis bieten - ein ehrgeiziges Ziel. Ob es erreicht worden ist, können wir freilich erst zum Test überprüfen.

