Conan - The Dark Axe
Wilder Werwurm
Die Stammeskrieger sind keine echten Gegner für den Barbaren.
Für gewöhnlich bekommen Sie es pro Level nur mit einem Gegnertyp zu tun. Mit dem aber nicht selten in Massen. Anfangs will Ihnen allerlei wildes Getier an den Kragen, später stürzen sich mit Keulen bewaffnete Neandertaler oder Ritter in rostiger Rüstung auf Sie, selbst von übernatürlichen Wesen bleibt Ihr Alter Ego nicht verschont. Alle paar Abschnitte wartet ein besonders kräftiger Bossgegner: mal ein finsterer Schwarzmagier, dann wieder ein haushoher Werwurm oder grün schimmernde Geisterkämpfer. Während die Bösewichte in den ersten ein, zwei Spielstunden mit etwas Glück und Timing oder schlichtem Hämmern auf die linke Maustaste einfach zu besiegen sind, verlangen ihre Nachfolger gegen Spielende (das auch Unerfahrene nach einem Wochenende erreicht haben sollten) schon etwas mehr Können. Im richtigen Moment blocken, dann zuschlagen und eine Spezialattacke hinterher - so machen Kämpfe Spaß, auch wenn sie nicht ganz so flüssig von der Hand gehen wie beim Konkurrenten Der Herr der Ringe.
Zweite Chance im Jenseits
Die Verliese unter der Hafenstadt sind weniger malerisch.
Sollte Conan einmal den Weg allen Fleisches gehen, bedeutet das nicht zwangsläufig das Ende des Abenteuers. Vor dem Übergang ins Totenreich gibt ihm sein göttlicher Beschützer Crom nämlich noch eine Chance. Siegt der Barbar beim Duell in der Unterwelt-Arena, wird er wieder auf die Erde zurückgeschickt - quasi eine Art Continue, wie man es von Konsolen-Games kennt. Für diese Zweikämpfe gilt das Gleiche wie für die irdischen: In der ersten Spielhälfte ein Klacks, später nicht ganz einfach zu meistern. Zusammen mit dem fairen Speichersystem - um den Spielstand zu sichern, müssen großzügig verteilte Steine eingesammelt werden - sorgen die himmlischen Duelle dafür, dass Frust außen vor bleibt. Allerdings auch dafür, dass sich Joypad-Profis unterfordert fühlen.
Schweres Konsolen-Erbe
Unter der Wüstenstadt verbergen sich reich geschmückte Grabstätten.
Unterfordert fühlen sich von Conans Computer-Abenteuer auch moderne Grafikkarten. Wie von Konsolen-Co-Entwicklungen mittlerweile leider gewohnt, haben sich die Programmierer anscheinend am schwächsten Glied in der Leistungskette orientiert. Das soll nicht heißen, dass die Grafiker schlechte Arbeit abgeliefert hätten. Im Gegenteil, die Schauplätze wurden mit viel Fantasie stimmungsvoll angelegt, seien es nun die glitzernden Eishöhlen der Schwarzberge oder die malerische Hafenstadt Kordava. Aber Texturen wie Polygondichte entsprechen einfach nicht dem Stand der Zeit und lassen viele Ecken der Fantasy-Welt ... nun ja, allzu eckig wirken.

