Capture the Moebius
FAUSTFEUERWAFFE Um die Faust von NOD einzunehmen, darf man sich nicht nur auf seine MG verlassen. Der Kommando-Cyborg ist mit Sprengstoff bestens gerüstet.
Es war einmal eine Zeit, in der sich Actionspieler mit Rennen, Hüpfen und vor allem mit Schießen zufrieden gaben. Der Trend wandelt sich - und das sogar in den USA, eigentlich dem Mutterland der geistlosen Schießorgien.
Da lässt sich ein Spieldesigner natürlich nicht zweimal bitten. Brett Sperry und Louis Castle, die Gründer der Westwood Studios, entwarfen zusammen die Idee eines 3D-Actionspiels. "Das Command & Conquer-Universum ist vielen Spielern so sehr ans Herz gewachsen, dass sie auch einmal persönlich eingreifen wollen. Genau diese Möglichkeit eröffnen wir ihnen mit Renegade." Noch in diesem Jahr wird Command & Conquer: Renegade erstmals die Möglichkeit bieten, eine der Figuren aus der C&C-Welt direkt zu steuern. Als Kommando-Cyborg Jack Shepherd, der Sohn eines GDI-Generals, wird man über die tiberiumverseuchten Schlachtfelder ziehen und in Einzelkämpfermanier die Bruderschaft von NOD bekämpfen.
In den 15 geplanten Missionen wird man zahllose Freiheiten haben, das vorgegebene Ziel zu erreichen. Ob er nun alles niedermäht, was in die Reichweite der Waffen kommt, oder ob er ein vorsichtigeres Vorgehen bevorzugt, bleibt dem Spieler überlassen. Obwohl ein Actionspiel sein wird, steuert man die Spielfigur wie in einem 3D-Adventure. Westwood kündigte an, dass man die zahlreichen Vehikel der GDI selbst fahren oder fliegen darf. Wie auch die Hintergrundgeschichte (der Wissenschaftler Moebius ist ebenso anzutreffen wie General Solomon) besteht der Fuhrpark aus Elementen aller drei C&C-Versionen. Orca-Hubschrauber, Luftkissen-RakWerfer und Disruptor-Kettenpanzer sind nur einige der bislang realisierten Fahrzeuge.
Renegade verspricht interessante Mehrspieler-Optionen. Laut Castle wird der "Mehrspielermodus auf ein Mit- und Gegeneinander ausgerichtet sein". Die Spielarten entsprechen den Modi anderer Spiele - Capture the Flag, King of the Hill, Deathmatch -, allerdings werden sie eine neue Ausrichtung bekommen. Aus Capture the Flag wird beispielsweise Capture the Moebius. Interessanterweise legt Westwood bei Renegade hohen Wert auf eine ausgefeilte Künstliche Intelligenz. Im Gegensatz zu den Echtzeitstrategiespielen, in denen allein die Masse der Gegner für den Schwierigkeitsgrad sorgte, soll der Spieler nun erstmals auf wenige, dafür ausgesprochen intelligente Gegner treffen. "Die KI ist sehr smart. Sie beobachtet den Spieler bei jeder seiner Handlungen und reagiert entsprechend. Das größte Problem war, die Einheiten der Einstiegsmissionen nachträglich zu verdummen." Auch für die 3D-Technik beschreitet Westwood ungewohntes Terrain. Anstatt die vorhandene Lands of Lore-Engine ein weiteres Mal zu verbessern, verlangte Castle eine Neuentwicklung. "Wir begriffen sehr früh, dass wir eine flexible Engine benötigen. Einerseits wollen wir die C&C-Gebäude von außen darstellen können und andererseits auch Einsätze im Inneren der Bauwerke ermöglichen. Wir wollten die Möglichkeit haben, beide Prinzipien nahtlos zu kombinieren." Wann die Entwicklung von Command & Conquer: Renegade abgeschlossen sein wird, steht noch in den Sternen. Wie üblich gibt Westwood keine verbindlichen Termine bekannt, lediglich das Jahr 2000 gilt derzeit als sicher.

