Pünktlich zum Release: Command&Conquer - Alarmstufe Rot 3 im Test

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Ein aus Teil 2 bekanntes Bild: Die Freiheitsstatue unter sowjetischem Beschuss. Die Entwickler greifen bewusst bedeutungsschwangere Orte mit ein, zwei Augenzwinkern auf. Quelle: modddb Ein aus Teil 2 bekanntes Bild: Die Freiheitsstatue unter sowjetischem Beschuss. Die Entwickler greifen bewusst bedeutungsschwangere Orte mit ein, zwei Augenzwinkern auf. Natürlich nicht. Zurück in der Gegenwart, stellt sich die Lage gar als noch misslicher dar, denn zusätzlich zu den kaum weniger mächtigen Alliierten hat sich im Fernen Osten das Reich der Aufgehenden Sonne geformt. Oder, wie es im Lehrbuch "Mein erstes Echtzeitstrategiespiel" heißt, es kommt eine dritte Fraktion hinzu, die sich natürlich völlig anders ... Sie wissen schon. Alarmstufe Rot 3 erzählt in den drei Kampagnen punktuell verknüpfte, jedoch an sich komplett eigenständige Geschichten.

Die Qualität der Story und ihrer Inszenierung schwankt zumeist zwischen "Kann man lustig finden" und "Kann man nicht lustig finden", akuter Humor-Alarm heult selten, viel zu selten auf. Mitunter bekommt man beim Anschauen der Videos regelrecht Mitleid mit den begabten Schauspielern, die vermutlich in reiner Improvisation unterhaltsamer agiert hätten. Besonders deutlich wird das am viel zu blassen Tim Curry und am US-Präsidenten, gespielt von J. K. Simmons. Letzterer mimt im Spiel den starrsinnigen, leicht dümmlichen US-Präsidenten Ackerman, im aktuellen Kinofilm Burn after Reading einen dümmlichen CIA-Bürokraten - dazwischen liegen Welten. Warum verpflichtet EALA viele respektable Schauspieler, um aus zu diesen wenig Spielfreude herauszuholen, statt mit weniger Darstellern mehr zu erzielen?

Lediglich in der dritten Kampagne sind Momente echter Überraschung enthalten, die natürlich unausgereift und unausgearbeitet bleiben. So langweilen die Zwischensequenzen von Alarmstufe Rot 3 zwar nicht und tragen die durchwachsene Geschichte durchaus voran, liegen aber weit vom Belohnungs- und Motivationsfaktor entfernt, den sie 1996 im ersten Teil ausmachten.

TESLA 2.0 Der Shogun Executioner des Reichs der aufgehenden Sonne lässt es krachen wir eine ganze Ladung Apokalypse-Panzer. Gut: Die Missionsdesigner strapazieren die Einheit nicht über alle Maßen. Quelle: Electronic Arts TESLA 2.0 Der Shogun Executioner des Reichs der aufgehenden Sonne lässt es krachen wir eine ganze Ladung Apokalypse-Panzer. Gut: Die Missionsdesigner strapazieren die Einheit nicht über alle Maßen. Alles wie immer. Das wohl größte Armutszeugnis von Alarmstufe Rot 3 ist das Missionsdesign. Auch hier gibt es einige Ausnahmen - geistreiche Einsätze, die überraschen, fordern, euphorisch stimmen. Besonders im späteren Verlauf der Kampagne von Alliierten und Reich der aufgehenden Sonne kann man erahnen, welch ein geniales Spielerlebnis Alarmstufe Rot 3 sein könnte. Doch die überwältigende Mehrheit zeugt von einer erschreckenden Einfallslosigkeit: Sie starten mit einer Kommando-Einheit oder einer kleinen Elitetruppe.

Nachdem Sie mit dieser das Spielfeld von Einheiten geräumt haben, kommt Ihr Baumaterial angefahren, wahlweise mit der Option "Bitte noch ein paar Minuten durchhalten". Sobald die Konstruktionsfahrzeuge da sind, errichten Sie Ihre Basis und zerstören dreimal irgendwas (nein, liebes Lektorat, das ist kein Füllwort) und dann zweimal irgendwas anderes, als Nebenziele vielleicht noch fünfmal irgendwas Ähnliches. Ist niemandem aufgefallen, dass es spielerisch völlig egal ist, ob die genannten Irgendwasse auf dem Schlachtfeld Flughäfen, Kommunikationstürme oder Riesen- Kraftwerke sind? Zwischendurch vergrößert sich das Schlachtfeld immer wieder; an sich eine gute Idee, deren spielmechanische Wirkung durch übermäßigen Einsatz jedoch verpufft. Somit bilden die Missionen in der Summe überdurchschnittliches Strategie-Entertainment - eines Command & Conquer nicht würdig.

Alles miteinander zu machen, ermöglicht Alarmstufe Rot 3: Der kooperative Modus in der Kampagne soll mehr taktische Absprachen, mehr gemeinsamen Spaßbringen. Wer - wie wir für diesen Einzelspieler-Test - alleine spielt, erhält Unterstützung von einem der KI-Commander. Oh je, Unterstützung von der künstlichen Intelligenz? Was gerade vor Ihrem geistigen Auge abläuft, stimmt mit der Realität überein. Also fast. Denn das Besondere an der KI ist nicht ihre permanente Unzulänglichkeit, sondern ihre permanente Unzuverlässigkeit.

Meist schlägt sich der digitale Partner wacker und unterstützt Sie dort, wo Sie es brauchen und per Befehl mitteilen; manchmal lässt er sich von der anfangs oft übermächtigen Gegner-KI zerbröseln, nicht ohne bei der Abwehr reichlich gemeinsam genutzte Rohstoffe zu vergeuden. Vier Befehle stehen Ihnen für den Mitspieler zur Verfügung - grundsätzliche Verhaltenseinstellungen wie "Bitte defensiv bleiben" oder "Bitte Luftraum verteidigen" fehlen. Damit wird der Singleplayer zeitgleich bewusst beschnitten und, für ein Strategiespiel fatal, viel zu stark dem Zufall überlassen.

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    • Kommentare (85)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von hzdriver NPC
        AW: Spieletest - C&C: Alarmstufe Rot 3: Pünktlich zum Release: Command&Conquer - Alarmstufe Rot 3 im Test

        mir einfach zu comic haft , bonbonpackung ohne inhalt
      • Von hzdriver NPC
        AW: Spieletest - C&C: Alarmstufe Rot 3: Pünktlich zum Release: Command&Conquer - Alarmstufe Rot 3 im Test

        mir einfach zu comic haft , bonbonpackung ohne inhalt
      • Von Duplex Anfänger/in
        AW: Spieletest - C&C: Alarmstufe Rot 3: Pünktlich zum Release: Command&Conquer - Alarmstufe Rot 3 im Test

        Also nach so vieler negativer Kritik muss ich doch auch mal meine Meinung zum Spiel äußern. Vorweg, ich war von C&C3 auch etwas anttäuscht und war begeistert von Supreme Commander. Seitdem hatten es neuere RTS-Spiele schwer bei mir zu landen. Company of Heroes ist dann noch gekommen und mir gefiel das Micromanagment und das Scenario. Nun kam Alarmstufe Rot 3 und ich dachte, ach, was is doch wieder der X-te Aufguss eines alten Spiels ohne jegliche Inovation.

        Ich hab mir die Demo zugelegt und fand das Prinziep (etwas langsamer als C&C3 und mehr Mirco), die Optik und vorallem das Einheiten/Fraktionsdesign sehr gelungen.
        EA hier mal ein richtig gutes, solides, wenn auch nicht überraschend inovatives Spiel abgeliefert hat.

        Der Single Player Part ist zwar ganz nett uns spaßig, aber richtig Laune macht es im Multiplayer. Alle Einheiten haben Spezialfähigkeiten (max 1) und das Schere-Stein-Papier Prinziep wurde fast perfekt ausbalanciert. Das Pump&Go aus C&C3 wurde stark entschärft und die Möglichkeiten der Seeschlachten verleihen dem ganzen eine echte taktische Alternative (warum nicht schon seit C&C-Generals so?). Am meisten bin ich vom abgedrehten Einheitendesign und der KOMPLETT unterschiedlichen Spielweise der 3 Seiten begeistert. Außerdem gibt es keinen Tankrush oder eine perfekte Strategie... auch abgedrehte Taktiken können, wenn sie ausgeklügelt sind, zum Erfolg führen.

        Also nochmal, WOW und danke EA! Man merkt das ein anderes Team an RA3 arbeitete als jenem aus C&C3. Der strategische Tiefgang aus Supreme Commander wird natürlich bei weitem nicht erreicht, die Matches dauern im druchschnitt zwischen 10 und 20 Minunten, aber es macht einfach riesen Spaß... und ist doch das wichtigste! Hinzu ist der Steuerungs-Kompfort über Kurztasten und neuen Einheitemverhalten (Agressiv, Überrollen, Rückwärts fahren,...) ebenfalls sehr gut gelungen.

        Ich bezeichne solche Spiele (RA3, COH,...) als Taktik-Spiel, da es drauf ankommt eine ausgeklügelte Taktik anzuwenden und auf die des Gegners zu reagieren (ich rede hier nur vom MP mit Menschen). Supreme Commander ist für mich jedoch der Inbegriff eines Strategie Spiels, weil man eine langfristige Strategie anstrebt und nicht kurzfristig eine Taktik anwendet. Hier geht es um planen und auch mal Land/Einheiten zu opfern um das angestrebte strategisch durchdachte Endziel zu erreichen. Bei Taktik-Spielen ist jede Einheit kostbar und muss jederzeit mit Bedacht angewendet werden.

        So, und zum Thema DRM: Als Half Life 2 erschien, haben sich auch alle aufgeregt über die Online Zwangsaktivierung, heute stört Steam wohl keinen mehr. Weiterhin hatte ich bis jetzt noch nie Probleme mit DRM geschützen Spielen (Dead Space, Alarmstufe Rot 3, Spore). Die Tatsache das man jedoch Online sein muss um es zu starten find ich jedoch auch mehr als störend. Am besten wurde es im Missionpack von COH gelöst: Spiel installieren, Online Profil anlegen, wenn man das Spiel das nächste mal startet und der Online-Account Authorisiert wurde, startet das Spiel ohne DVD, ist kein Internet vorhanden wird die DVD als Kopierschutz verlangt! :)
      • Von Pope Gelegenheitsspieler/in
        AW: Spieletest - C&C: Alarmstufe Rot 3: Pünktlich zum Release: Command&Conquer - Alarmstufe Rot 3 im Test

        Dieses Spiel könnte das beste Spiel der Welt sein und ich würde es wegen DRM nicht kaufen. Das wollte ich nur nochmal in den Raum werfen, damit es auch wirklich jeder mitbekommt.
      • Von Bonkic Mitglied
        AW: Spieletest - C&C: Alarmstufe Rot 3: Pünktlich zum Release: Command&Conquer - Alarmstufe Rot 3 im Test

        Zitat von Litusail am 02.11.2008 10:08

        Was war den neu auser Grafik, Koop Mosus ( der für Singelplayer volkommen irrelavant ist ) und einer dritten Fraktion? Nichts und deshalb ist die wertung von PCGames auch volkommen gerechtfertigt. :-)
        nur leider hat "neu", respektive "innovativ" zunächst mal wenig bis gar nix mit der güte eines titels zu tun. ;-)
      • Von Boesor Spiele-Professor/in
        AW: Spieletest - C&C: Alarmstufe Rot 3: Pünktlich zum Release: Command&Conquer - Alarmstufe Rot 3 im Test

        Zitat von SeelenToaster am 01.11.2008 23:30


        Faktum ist doch das AR3 enttäuschend ist, unfair und Quietschbunt!
        Das wäre nur ein Fakt, wenn man Dinge wie "enttäuschend" oder "unfair" in klaren Kategorien messen könnte.
      Direkt zum Diskussionsende
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