Colin McRae: Dirt
Jetzt wird's dreckig: Im neuesten Teil der Rallye-Reihe gehen die Entwickler weg vom reinen Zeitfahren und setzen auf mehr Abwechslung.
Mit etwa acht Millionen Spielen gehört die Colin McRae-Reihe zu den erfolgreichsten Rennspiel-Serien überhaupt. Deshalb schickt Sie Codemasters nach zwei Jahren Pause wieder auf die Piste, die fordernder daherkommt als je zuvor. Grund dafür ist, dass Dirt davon weggeht, Sie nur in Rallye-Etappen antreten zu lassen. Diese stehen immer noch auf dem Fahrplan, wechseln sich aber mit Bergrennen, Rallye-Raid, Rallye-Cross oder Läufen der amerikanischen C.O.R.R.-Serie (Championship Off-Road Racing) ab.
Erstmals treten Sie dabei gegen andere Fahrer an, die sich zur selben Zeit auf der Strecke befinden. Diese agieren dabei recht geschickt und aggressiv. Passen Sie nicht auf, schieben Sie Ihre Rivalen kurzerhand von der Strecke, das Rennen endet mit einem Überschlag. So kommt bei den 66 Wettbewerben keine Langeweile auf, denn in jeder Stufe der pyramidal aufgebauten Karriere fahren Sie die Rennmodi im Wechsel.
Zudem kaufen Sie sich nach Events bessere Boliden, die insgesamt 46 Wagen aus zwölf Klassen umfassen. Es erwartet Sie alles Offroadtaugliche von typischen Rallye-Karren über Buggys bis hin zu Trucks. Die Flitzer, zu denen sich auch der R4-Prototyp von Namenspatron Colin McRae gesellt, sind dabei durchweg lizenziert und entsprechen ihren Vorbildern haargenau.
Dies ermöglicht ein detailreiches Schadensmodell. Nach jedem Unfall sehen Sie Ihrem Gefährt an, welche Teile sich gerade verabschiedet haben. So hängt der Seitenspiegel lose an der Fahrertür, die Motorhaube fliegt in hohem Bogen davon oder ein Reifen überholt Sie nach einem Crash.
Virtuelle Realität
Die neue Engine des Spiels macht dies möglich und überzeugt durch ihre Grafik- und Physikeffekte. Die Strecken wirken vor allem im Wald sehr real. Dieser Eindruck entsteht durch den gelungenen Einsatz von Licht und Schatten sowie eine Fülle an Details.
Obwohl die angespielte Xbox-360-Version - aus der die Screenshots stammen - noch nicht alle Effekte in finaler Form enthält, macht das Spiel bereits eine gute Figur. Mit Kleinigkeiten wie umknickendem Gras, Staubwolken und Matsch, Gischt auf nasser Fahrbahn oder jubelnden Passanten spart das Spiel in keiner Sekunde.
Im sonnigen Italien etwa verliert man an einem Waldrand durch den Wechsel von Sonne und Schatten auf der Strecke beinahe die Übersicht. Dagegen ist Ihr Fahrer in den USA fast blind, kommt er von einem sonnigen Wüstenabschnitt in eine Waldpassage. Erst nach ein paar Sekunden hellt sich das Bild wieder auf, die Augen gewöhnen sich an die Lichtverhältnisse.
Die anspruchsvolle Handhabung der Flitzer erhöht den Schwierigkeitsgrad zusätzlich. Arcade-Fans sind hier falsch. Zwar ist das Spiel nicht gänzlich auf Simulation ausgelegt, ein spaßiges Rallye-Spiel wie Sega Rally bekommen Sie aber auch nicht geboten. Irgendwo dazwischen ist Colin McRae: Dirt einzuordnen, es schafft somit den Spagat aus anspruchsvollem Rennspiel und spaßiger Bestzeiten-Jagd.

