Codename: Panzers
Es gibt da so ein paar Worte aus der deutschen Sprache, die auch Joe Sixpack geläufig sind. "Blitzkrieg" ist so eins, "Panzer" auch. Ersteres hat dem Karlsruher Publisher CDV bereits Glück gebracht. Das gleichnamige Taktikspiel fand weltweit zigtausend Fans. Letzteres soll nun das neueste Projekt zum Erfolg führen, vermittelt es doch auch der internationalen Kundschaft auf einen Blick, was sie erwartet: Panzerschlachten im Zweiten Weltkrieg.
Dabei stammt Codename: Panzers eigentlich aus Ungarn, genauer gesagt aus den Budapester Büros von Stormregion. Der Name sagt Ihnen nichts? Kein Wunder: Swine, das Erstlingswerk der Entwickler, fand vor rund drei Jahren nur wenige Käufer - trotz guter Kritiken. Den meisten war die Märchenwelt, in der Hasen gegen Schweine Krieg führten, einfach zu abgedreht. Sicher widerfährt Codename: Panzers ein besseres Schicksal. Denn das Echtzeit-Spektakel gehört schlicht zu den besten Spielen, die je erschienen sind.
Gestatten, von Gröbel
Für ein Strategiespiel, zumal eines mit historischem Hintergrund, legt Codename: Panzers ungewöhnlich viel Wert auf die Story. Statt sich wie Blitzkrieg oder Sudden Strike mit Schlachtberichten, Frontverläufen und Schwarz-Weiß-Fotos zufrieden zu geben, inszeniert Stormregion nahezu filmreif die ganz persönlichen Erlebnisse von vier Charakteren. Aleksander Vladimiriov heißt die Hauptfigur der russischen Kampagne, Hans von Gröbel die der deutschen. Auf der Seite der Westalliierten ziehen der Amerikaner Jeffrey S. Wilson und der Brite James Barnes mal abwechselnd, mal gemeinsam in den Kampf. Von professionellen Synchronsprechern vorgetragene Tagebucheinträge, Fotos und Briefe erzählen die Geschehnisse zwischen den Einsätzen. In den Missionen selbst treiben mithilfe der Spiel-Engine erstellte Zwischensequenzen die Handlung voran. Weil die Bewegungen mit echten Schauspielern aufgezeichnet wurden, wirken sie ausgesprochen lebensecht. Dass die 3D-Figuren beim Sprechen nicht ihre Lippen bewegen, ist allerdings ein unschöner Stilbruch. Trotzdem: So aufwendig rücken nur wenige Kollegen ihre Geschichten ins Licht, nur Blizzard und Westwood schaff(t)en das - dank prämierter Render-Abteilungen - bislang noch besser.
Raubkatzen-Dompteur
Das Beste: Die Story wirkt nicht einfach aufgesetzt, denn die Helden treten auch im Spiel selber auf - als extrastarke Sondereinheiten. Hauptmann von Gröbel knackt beispielsweise mit seinem Kampfwagen Tiger die Sowjet-Panzer gleich dutzendweise, Sergeant Barnes führt seine Fallschirmjäger höchstpersönlich zum Sieg. Im Spielverlauf werden einem die Männer regelrecht sympathisch. Insbesondere die ständigen Hänseleien zwischen Barnes und Wilson, die sich um Ruhm und Frauen zanken, geben immer wieder Anlass zum Schmunzeln. Besonders cool: In den parallel verlaufenden Geschichten begegnen sich die Verfeindeten mitunter sogar. Wer beispielsweise erst die deutsche Kampagne spielt und später für die US Army ins Feld zieht, wird überrascht sein, wer da in Frankreich plötzlich mit seinem Tiger aus dem Wald rumpelt ... Gut, weder Handlung noch Handelnde gewinnen Nobelpreise, sacken aber auch nicht unter das (Spannungsroman-)Niveau eines C&C Generäle.


panzers ist nur leider kein deutsches spiel.
Doch, ursprünglich schon! (Ideen etc.)
Nur die Entwickler kommen aus den osteuropäischen Ländern und mit denen lässt sich immer gut zusammen arbeiten, was Softwareentwicklung angeht - zumindest.
[hitazcl]
panzers ist nur leider kein deutsches spiel.
Oder was meint Ihr?
[hitazcl]
Hat's ja auch verdient.
Ausser der T-34-Missions-Bug hat bei mir zu einigem Kopfzerbrechen geführt.
Oder was meint Ihr?
[hitazcl]