Civilization 4
Aufwendiger als nötig: Mit einem Blick ist es tatsächlich möglich, alle Verbesserungen in einer Stadt auf der Übersichtskarte zu erkennen.
Das Wichtige zuerst: Civilization 4 bleibt Civilization! Trotz 3D-Grafik, trotz mehr Anfängerfreundlichkeit und trotz der drastischen Veränderungen im Spielgefüge erwartet die Fans eine konsequent gelungene Sid-Meier-Fortsetzung. Ausdrückliche Entwarnung also auch für anspruchsvolle, langjährige Liebhaber der Serie, die in allzu weit gehenden Veränderungen schon einen Niedergang des Mythos wähnten. Die von uns angespielte Programmversion wurde von Fireaxis als Build 65 gekennzeichnet und dokumentiert einen Entwicklungsstand kurz vor dem 5. September. Mit nur knapp 800 Megabyte Umfang würde das größte Civilization aller Zeiten in dieser Version gerade auf eine CD-ROM passen, was sich aber mit dem Fehlen noch jeglicher Multimedia-Inhalte erklären lässt.
Wer schon Civ-3-Erfahrung gesammelt hat, dem bereitet der Einstieg in die Version keine besonderen Schwierigkeiten. Nach dem Einstellen gewohnter Spielparameter, wie Weltgröße, Volk und Schwierigkeitsgrad, landen die Start-Einheiten, also z.B. Siedler und Krieger, wieder direkt auf der neuen 3D-Weltkarte. Die neue Zoom-Funktion mittels Mausrad erweist sich dort schnell als unverzichtbar, funktioniert ohne erkennbare Übergänge und erstaunlich schnell: in nur knapp zwei Sekunden schießt die Kamera von Baumhöhe bis ins Orbit empor. Die im Beta-Status noch träg scrollende Grafik ist insgesamt Geschmackssache.
Kein Meier-Produkt galt je als Augenschmaus - die brauchen das nicht -, und viele Texturen, Animationen und Menügrafiken sind noch gar nicht implementiert. Trotzdem lässt die Betaversion keinen Zweifel daran, dass man grafisch immerhin ins Mittelfeld aufrücken möchte: An Stellen, wo sich früher kein Pixel rührte, tummeln sich heute, dank Gamebryo-Grafikengine, Bonusertrag-Kühe, -Schweine und -Schafe, wogen Baumwipfel im Wind, und glitzert die Gischt der Flussläufe.
Den Civ-Freak reizt mehr ein direkter Blick unter die Motorhaube, und der verwirrt ihn anfänglich, entzückt ihn jedoch später: Alles am Spielgefühl ist irgendwie neu. Neu und doch gleichzeitig vertraut. Der Technologiebaum als Beispiel - brutal gefällt, in Einzelteile zerhackt, neu zusammengenagelt und als Streched Version so schön wieder hingestellt, dass man sich schon nach der dritten Partie fragt, warum der nicht schon immer so war. In sich geschlossene Zeitalter, wie Altertum, Mittelalter und so weiter, gibt es nicht mehr, was endlich die wissenschaftliche Spezialisierung gewährt! Wer ein friedliches Aufbau-Spiel betreiben möchte, wird so nicht mehr gezwungen, auch parallel alle Militärtechnologien freizuschalten - und umgekehrt.
Der erweiterte Technologiebaum erwies sich im wiederholten Testspiel als gut über dem gleichlang gebliebenen Zeitstrahl ausbalanciert, nur rauschen die die ersten zweieinhalb Millennien im Vergleich zu Teil 3 spürbar schneller vorbei; ein anscheinend notwendiger Tribut an viele hinzugekommene Anfangs-Technologien, wie Meditation oder Viehzucht. Die Entwicklung läuft insgesamt langsamer an als in Civ 3, und beschleunigt sich dann stets zum Endgame hin. Es gelingt nicht, durch reine Expansion ganz so große Superimperien wie in den Vorgängern aufzubauen. Weniger, dafür besser ausgebaute und spezialisierte, Städte erfüllen aber denselben Zweck.


Hö, ich habe meins gestern für 39€ bei Amazon bestellt, was für ein neues Game nicht wirklich viel ist.
Da spiel lieber noch mit meinen Lieblings-Japanern in civ 3