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  • Champions of Anteria im Test: Siedler-Action-RPG
    Quelle: PC Games

    Champions of Anteria im Test: Das Siedler-Action-RPG - oder "Schuster, bleib bei deinen Leisten!"

    Die Free2Play-Titel der Düsseldorfer stagnieren, das letzte Anno verkaufte sich im Vergleich zum Vorgänger eher schleppend und aus dem angedachten XXL-Siedler-Projekt ist ein stark entschlacktes Midprice-Rollenspiel geworden. Läutet Champions of Anteria trotz der vielen gestrichenen Features die erhoffte Trendwende ein?

    Mit Die Siedler: Königreiche von Anteria hatte das älteste noch existierende Studio Deutschlands wahrlich Großes vor. Eigentlich wollte man in Düsseldorf ein Spiel entwickeln, das noch mehr potentielle Kunden erreichen sollte als die Vorgänger der erfolgreichen Serie - jedenfalls wenn man den Worten des damaligen Studioleiter Christoph Schmitz Vertrauen schenkte. Als aber am Ende sogar die Entwickler selbst nach der misslungenen Beta-Testphase erkannten, dass die angedachte Zielgruppe sehr wenig Lust auf Free2Play-ähnliche Aufbau-Elemente, kurze Abenteuer in Diablo-Manier und dazu noch eine starke Online-Anbindung hatte, herrschte nach einigen - unserer Meinung nach etwas merkwürdigen - Erklärungsversuchen erst einmal Funkstille seitens Blue Byte. Ein wenig später meldeten sich die Düsseldorfer dann doch zurück und kündigten urplötzlich Champions of Anteria an, das auf das Aufbauen einer Siedlung weitestgehend verzichten und sich stattdessen auf die Action-RPG-Gefechte konzentrieren sollte. Ob der Traditionsentwickler damit den drohenden Totalausfall durch die Entschlackungskur gerade noch so aus dem Wege geht, klärt unser Test von Champions of Anteria.

    05:46
    Champions of Anteria: Video-Review des Siedler-Action-RPG
    Spielecover zu Champions of Anteria
    Champions of Anteria

    Champions of Anteria im Test: Oberflächlich

          

    Der Aufbaustrategie-Part von Champions of Anteria bleibt leider sehr oberflächlich. Produktionsketten oder andere Herausforderungen existieren nicht. Der Aufbaustrategie-Part von Champions of Anteria bleibt leider sehr oberflächlich. Produktionsketten oder andere Herausforderungen existieren nicht. Quelle: PC Games In Champions of Anteria wollen fünf mutige Helden das Fantasy-Königreich von schrecklichen Monstern und Schurken befreien und so für Frieden und Ordnung sorgen. Dafür bestreiten wir mit den Recken kurze, Diablo-ähnliche, Quests und dürfen uns auch ein wenig mit dem Aufbau unseres Dorfes beschäftigen. Ab und zu bekommen wir noch relativ schöne Zwischensequenzen zu sehen, die sowohl auf Englisch als auf Deutsch dank professionellen Sprechern sehr sympathisch vertont wurden. Ebenso mag das Spiel dank seiner liebevollen Fantasy-Optik überzeugen, und auch der Soundtrack wertet die eh schon nette Wohlfühl-Atmosphäre ein wenig auf. Insgesamt könnte man also denken, dass man ziemlich viel für seine 30 Euro bekommt - vor allem, wenn man die Spielzeit von über 30 Stunden bedenkt, die man gut und gerne für ein einmaliges Durchspielen benötigt.

    Von der rundenbasierten Aufbaustrategie-Komponente sollte man aber weder einen ähnlich großartigen Wusel-Faktor noch einen immensen Tiefgang wie etwa in der Siedler-Serie erwarten. Vielmehr hatten wir das Gefühl, dass Blue Byte die vielen detailreichen Gebäude, die man ursprünglich für Die Siedler: Königreiche von Anteria erstellt hatte, nicht gleich in den virtuellen Papierkorb schmeißen wollte. So bauen wir lediglich Ressourcen-Gebäude in unserem beschaulichen Dorf auf, damit wir uns zum Beispiel Heiltränke in der Apotheke oder verbesserte Ausrüstung beim Schmied leisten können. Produktionsketten oder ähnliches gibt es in Champions of Anteria dagegen schlicht und einfach nicht. Stattdessen müssen wir aber darauf achten, dass wir die Gebäude an den richtigen Stellen platzieren, damit wir kleine Boni bekommen. So gibt es einen höheren Ertrag pro Runde für Metall-Ressourcen, wenn die Bauwerke in einem Bergviertel stehen, oder für Natur-Ressourcen, wenn wir sie in einem Wiesen-Areal aufstellen.

    Champions of Anteria im Test: Mangelnde Abwechslung und Bugs

          

    Im Dorf können wir zudem auch in einem relativ unübersichtlichen Forschungsbaum neben verbesserten Ressourcengebäuden auch Ausrüstungsgegenstände für unsere Helden freischalten. Dafür benötigen wir aber sogenannte Ansehens-Punkte, die wir nur durch besetzte Territorien verdienen. Genau hier kommen unsere Helden zum Zug: Auf einer Übersichtskarte können wir einmal am Tag (sprich einmal pro Runde) die Haudegen zu Quests schicken und erobern auf diese Weise die Gebiete, falls der Auftrag erfolgreich abgeschlossen wird. Bevor wir uns aber etwa um das Aufbauen von Verteidigungsanlagen, das Ausschalten eines feindlichen Anführers oder um die Rettung eines Spions kümmern, müssen wir drei Helden bestimmen, die in das Abenteuerchen geschickt werden. Die fünf Charaktere von Champions of Anteria unterscheiden sich dabei am stärksten in ihrer Elementzugehörigkeit. Bruder Anselm ist zum Beispiel ein Blitzmagier und bekommt Boni in den Kämpfen gegen Monster sowie Schurken, die dem Element Wasser zugeordnet sind. Der Kämpfer Vargus macht als Metall-Experte hingegen 35 Prozent mehr Schaden gegen Feinde, die dem Element Natur angehören. Auf dem Papier sorgt das System so für ein ordentliches Schere-Stein-Papier-Prinzip, wodurch wir in der Theorie in jedem Auftrag unterschiedliche Taktiken anwenden müssten. Jedoch macht es am Ende kaum einen Unterschied, ob es sich um einen Verteidigungsauftrag handelt oder um eine Quest, in der wir ein Gebiet von den Schurken befreien sollen. Schlussendlich klappert man die Umgebungen nach Feinden ab und schaltet jeden Gegner aus - oder kämpft an bestimmten Stellen gegen Wellen von Monstern, was aber am Ende auf fast das Gleiche hinausläuft. Ebenso schade ist es, dass die Gegner sich am Ende in nur drei Kategorien einteilen lassen: Nah- und Fernkämpfer sowie Magier. Zwar unterscheiden sich die Feinde im Spielverlauf durch höhere Schadens- und Lebensenergiewerte, aber ihre Taktik bleibt immer gleich. So hat man spätestens nach vier oder fünf Missionen das Gefühl, stets das Gleiche zu tun.
    Ob Verteidigungs- oder Angriffsmission: Die Unterschiede in den Quests sind am Ende sehr marginal. Ob Verteidigungs- oder Angriffsmission: Die Unterschiede in den Quests sind am Ende sehr marginal. Quelle: PC Games

    Doch die mangelnde Abwechslung ist nur eine der vielen Schwächen der kurzen Action-Rollenspiel-Abenteuer. Wir steuern unsere drei Helden wie in einem Echtzeitstrategie-Spiel aus der Vogelperspektive, können aber jederzeit die Zeit anhalten. Das ist auch bitter nötig, denn die Helden agieren von sich aus sehr passiv. Erst wenn wir ihnen exakte Befehle geben und ihre bis zu vier Spezialattacken richtig anwenden, hat die Heldentruppe eine Chance, die Mission zu absolvieren.Zudem stören viele Bugs und Designfehler den Spielspaß. So funktioniert das Erteilen von Befehlen im Pause-Modus eher schlecht als recht. Häufig "vergessen" die Helden ihre Order und bleiben einfach stehen - übrigens auch dann, wenn sie angegriffen werden. Ebenso werden Spezialattacken, die etwa einen Flächenschaden an einer bestimmten Stelle verursachen sollen, oft aus unerklärlichen Gründen zu spät ausgelöst und sind somit komplett für die Katz. Obendrein scheinen die Entwickler noch nicht sehr viel Erfahrung im Echtzeitstrategie-Bereich zu haben, denn die irrsinnigen Laufwege der Helden gehören zu den schlechtesten, die wir seit den Sammlern aus Command & Conquer erlebt haben. Insgesamt bekamen wir aufgrund der vielen kleinen Fehler das Gefühl, dass den Entwicklern anscheinend Zeit fehlte, um das Spiel ausreichend zu optimieren.

    Champions of Anteria im Test: Keine gute Mixtur

          

    Zwar können wir in einem Pause-Modus unsere Attacken planen, doch werden sie ziemlich häufig aus unerklärlichen Gründen zu spät ausgelöst. Zwar können wir in einem Pause-Modus unsere Attacken planen, doch werden sie ziemlich häufig aus unerklärlichen Gründen zu spät ausgelöst. Quelle: PC Games Überhaupt fragen wir uns, wie die Quests mit der Mischung aus Diablo- und MOBA-Spielprinzip so richtig unterhalten sollen. In beiden - relativ offensichtlichen - Vorbildern von Champions of Anteria kontrolliert der Spieler lediglich einen Helden und muss sich daher in einem hektischen Gefecht nur mit seinen eigenen Spezialattacken gut auskennen. Hier müssen wir uns hingegen mit drei Haudegen zeitgleich beschäftigen und dürfen daher fast permanent auf die Pause-Taste drücken. Das mag vielleicht in einem klassischen Rollenspiel wie Baldur's Gate gelegentlich für spannende Kämpfe sorgen, doch wenn ein Spiel nur aus solchen Gefechten besteht, nervt es spätesten nach wenigen Stunden gewaltig - und dabei mangelt es Champions of Anteria, wie bereits erwähnt, am wenigsten am Umfang.

    Daher wundern wir uns ein wenig, wie die Spielidee zu Champions of Anteria entstehen und am Ende für die Produktion freigegeben werden konnte. Scheinbar wollte Blue Byte einen Titel auf den Markt bringen, der ein wenig die Zielgruppe der MOBA-Spieler bedient, aber zugleich den Siedler-Fans nicht ganz fremd ist. Da aber die beiden wichtigsten Spielelemente, sprich das Aufbauen des eigenen Dorfes und die Quests, entweder nur oberflächlich bleiben oder gar nerven, können wir Blue Bytes Mischung aus Action-Rollen-und Aufbaustrategie-Spiel niemanden so recht weiterempfehlen. Zudem drückten die vielen kleinen Bugs auf die Motivation. Das ist wirklich schade, denn wenn es um die Grafik, die Zwischensequenzen, die Sprachausgabe, den Umfang und die Atmosphäre insgesamt geht, kann Champions of Anteria mit den meisten Vollpreistiteln locker mithalten.

    Champions of Anteria (PC)

    Spielspaß
    59 %
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    Grafik und Sound sorgen für eine Wohlfühl-Fantasy-Atmosphäre
    Gute englische und deutsche Vertonung
    Großer Umfang
    Mangelnde Abwechslung
    Aufbaustrategie-Part wirkt aufgesetzt und ist spielerisch relativ unnötig
    Viele kleine Blugs sorgen für viel Frust
    Die Spielmechanik der Quests nervt auf Dauer
    Kein (Koop)-Mehrspielermodus

    • Es gibt 11 Kommentare zum Artikel

      • Von MattiSandqvist Redakteur
        Zitat von xaan
        Hallo,

        ich verzichte jetzt mal auf eine Zitatorgie. Wir scheinen da einfach gegenteiliger Ansicht zu sein. Ganz besonders was den Punkt Tiefgang angeht. Aber das habe ich ja oben im letzten Posting durchgekaut.

        Mir sind die Probleme mit langsamen Reaktionen auf…
      • Von xaan Erfahrener Benutzer
        Hallo,

        ich verzichte jetzt mal auf eine Zitatorgie. Wir scheinen da einfach gegenteiliger Ansicht zu sein. Ganz besonders was den Punkt Tiefgang angeht. Aber das habe ich ja oben im letzten Posting durchgekaut.

        Mir sind die Probleme mit langsamen Reaktionen auf Befehlsketten nicht so aufgefallen.…
      • Von MattiSandqvist Redakteur
        Zitat von xaan
        Mein Punkt ist, dass das nicht jeden gleichermaßen nerven muss. Mir ist ja klar, dass sich Subjektivität schwer aus Spieletests heraushalten lässt. Aber ich denke Dinge die so dermaßen offensichtlich zu 100% eine Geschmackssache sind, kann man als Tester schon durchaus…
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Champions of Anteria
Champions of Anteria im Test: Das Siedler-Action-RPG - oder "Schuster, bleib bei deinen Leisten!"
Die Free2Play-Titel der Düsseldorfer stagnieren, das letzte Anno verkaufte sich im Vergleich zum Vorgänger eher schleppend und aus dem angedachten XXL-Siedler-Projekt ist ein stark entschlacktes Midprice-Rollenspiel geworden. Läutet Champions of Anteria trotz der vielen gestrichenen Features die erhoffte Trendwende ein?
http://www.pcgames.de/Champions-of-Anteria-Spiel-56916/Tests/Review-des-Action-Rollenspiels-der-Siedler-Macher-mit-Video-1206184/
30.08.2016
http://www.pcgames.de/screenshots/medium/2016/08/Champions_of_Anteria_5-pc-games_b2teaser_169.jpg
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