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  • CASTLESTORM

    Castlestorm im Test: Burgen bauen und gleich wieder zerdeppern - nun auch auf dem PC

    Die PC-Version von Castlestorm im Test: Irgendwo zwischen "verrückt" und "genial" liegt die Idee, die Zen Studios für Castlestorm ausgebrütet hat. Eine Mischung aus Tower Defense, Echtzeitstrategie, Action und Angry Birds, in der die Spieler hübsche Burgen aufbauen, nur um sie gleich darauf wieder in Schutt und Asche zu legen. Auf Xbox 360 hat das ungewöhnliche Spiel schon im Mai erste Erfolge gefeiert. Knapp 3 Monate später liegt nun auch eine PC-Version vor.

    Ein paar Minuten in Castlestorm genügen, schon hat man die großen Vorbilder ausgemacht, von denen sich Zen Studios inspirieren ließ. Das kleine Entwicklerteam (bislang eher für Pinball-Spiele bekannt) vermischt konsolige Echtzeitstrategie à la Swords & Soldiers, kombiniert das Ganze aber mit einem Physik-Shooter wie Angry Birds, packt noch Prügel-Elemente dazu und garniert das Gesamtwerk mit einem kleinen Baukasten, in dem der Spieler seine eigene Burg entwerfen kann. Das Ergebnis: Ein sympathischer Genre-Mix, der Spaß macht, ohne wirklich zu begeistern.

    Baumeister und Abrisskommando in einem

    Das Grundprinzip von Castlestorm bekommt man in zwei Kampagnen beigebracht, in denen Ritter und Wikinger gegeneinander antreten – der Spieler darf im Laufe der humorvollen Story beide Seiten spielen. Die meisten Missionen laufen dabei nach dem gleichen Schema ab: Man blickt aus der Seitenansicht auf ein hübsch gestaltetes, knallbuntes Schlachtfeld, wo sich am linken und rechten Bildschirmrand die Burgen beider Parteien befinden. Nun lautet das Ziel, entweder die feindliche Burg in ihre Bestandteile zu zerlegen oder die Flagge des Gegners zu stehlen und in die eigene Festung zu bringen.

    Dazu hat man zwei Werkzeuge zur Verfügung. Das Wichtigste ist die Kanone, die fest auf die eigene Burgmauer montiert ist – mit ihr feuert man Pfeile, Steine, Bomben, explodierende Schafe, Wildschweinraketen und vieles mehr aufs Schlachtfeld. Wenn man pixelgenau die Schwachstellen der feindlichen Festung beschießt und dann mit Genugtuung beobachtet, wie Türme und Mauern physikalisch korrekt in sich zusammenkrachen, dann erinnert das im positiven Sinn an die Zerstörungsorgie Angry Birds – spielerisch simpel, aber spaßig anzuschauen.

    2D-Strategie im hübschen Comic-Look

    Castlestorm im Test: Je nach verbautem Raum können wir verschiedene Einheiten während einer Mission aufs Schlachtfeld beordern. Castlestorm im Test: Je nach verbautem Raum können wir verschiedene Einheiten während einer Mission aufs Schlachtfeld beordern. Quelle: PC Games Während man die meiste Zeit mit Ballern beschäftigt ist, versucht der Gegner, die Festung des Spielers mit Truppen zu überrennen. Die feindlichen Einheiten kann man entweder selbst unter Beschuss nehmen, oder aber man entsendet einfach eigene Truppen: Soldaten, Bogenschützen, Trolle, Reiter, Axtwerfer, Kanoniere, Drachen, Greifen, Heiler, Golems und einige mehr sind im Angebot, jede Einheit mit eigenen Stärken und Schwächen. Einmal gekauft, marschieren die Kämpfer automatisch in Richtung der feindlichen Burg und kloppen sich mit allem, was ihnen auf dem Weg begegnet.

    Weitere Kontrolle über seine Mannen hat man allerdings nicht, eine aktive Einheit lässt sich nicht mehr anklicken oder kommandieren. Umso wichtiger ist es, seine Truppen sinnvoll durchzumischen und sie im richtigen Zeitpunkt loszuschicken. Diese simple Art von Sidescroller-Strategie erinnert an Swords & Soldiers, wird hier aber in farbenfroher, comichafter 3D-Grafik inszeniert. Technisch modern ist das Ganze zwar nicht, aber die witzig designten Charaktere, die hübsch ausgeleuchteten Levels und die prächtigen Hintergründe hinterlassen trotzdem einen schönen Eindruck.

    Ähnlich wie in Swords & Soldiers kann man auch in Castlestorm Zaubersprüche entfesseln, um seine Truppen zu stärken oder gegnerische Einheiten gezielt anzugreifen. Wenn alle Stricke reißen, darf man außerdem eine Heldenheit auf das Schlachtfeld beordern, die man dann für eine halbe Minute selbst steuert. Wie in einem einfachen 2D-Hack&Slay haut, sticht und schießt man sich dann durch die gegnerischen Reihen – das ist zwar nicht wirklich spaßig, kann im Notfall aber über Sieg oder Niederlage entscheiden.

    Baukasten für Burgenbastler

    Zwischen den Missionen gilt es, die eigene Burg aufzurüsten. Dazu öffnet man einen kleinen Editor, in dem man seine Festung wie einen simplen Legobausatz zusammenbastelt. Wie fast alle Menüs ist auch dieser Editor unnötig umständlich zu bedienen, das ist wohl der Konsolenherkunft des Spiels geschuldet. Dafür ist das Prinzip aber schnell kapiert: Die Außenwände werden durch steinerne Wälle gesichert, um feindlichem Beschuss möglichst lange stand zu halten. Dahinter werden dann die empfindlichen Nutzräume untergebracht.

    Castlestorm im Test: Seltene Bosskämpfe bringen etwas Abwechslung ins sonst eher eintönige Spiel. Hier müssen wir einen riesigen Steingolem ausschalten. Castlestorm im Test: Seltene Bosskämpfe bringen etwas Abwechslung ins sonst eher eintönige Spiel. Hier müssen wir einen riesigen Steingolem ausschalten. Quelle: PC Games Manche dieser Zimmer wie Schatzkammer oder Brauerei verbessern zum Beispiel den Rohstoffgewinn während einer Mission. Andere Bauten wie Ställe oder Trainingsraum sind hingegen nötig, um später bestimmte Truppentypen einsetzen zu können. Da man aber ohnehin nur fünf Einheitensorten pro Mission mitnehmen und somit nur fünf Truppenräume pro Burg haben kann, muss man die Festung von Zeit zu Zeit umzubauen. Darum ist es praktisch, dass man fertige Burgen auch abspeichern kann, denn so kann man ein bestimmtes Setup später schnell wieder aufrufen.

    Neben dem Burgbau ist es außerdem wichtig, seine Truppen, Zauber, Räume und Geschosse regelmäßig aufzuwerten. Dazu sammelt man während der Missionen Gold, unter anderem für gelungene Abschüsse, aber auch für das Erreichen von Nebenmissionszielen – beispielsweise einen Einsatz in besonders kurzer Zeit zu absolvieren. Generell ist das Spiel aber recht abwechslungsarm. Die Entwickler bemühen sich zwar um kurze Ablenkungen, etwa Zielschießen oder selten auch mal einen Bosskampf, doch das Grundprinzip bleibt immer gleich.

    Umfang, Multiplayer und DLC zum Release

    Castlestorm ist für 10 Euro über Steam zu haben und bietet neben der mehrstündigen Kampagne auch verschiedenste Herausforderungen und Bonuskarten. Auch ein umfangreicher Mehrspielermodus ist mit an Bord. Im Test kamen Partien gegen andere Spieler meist schnell zustande, allerdings lässt auch hier das Interface etwas zu wünschen übrig, so dass wir mehrmals in ungleichen Partien mit viel zu starken Gegnern landeten. Auch einige Features wirken noch etwas undurchsichtig. Beispielsweise klagen viele Spieler im Forum darüber, dass man nach gewonnenen Partien kein Gold erhält, um weitere Upgrades zu kaufen.

    Solche Schnitzer sollten die Entwickler unbedingt noch mit einem Patch ausbügeln, denn Potenzial für Langzeitspaß ist auf jeden Fall vorhanden. Ein gutes Zeichen: Mittlerweile haben die Entwickler schon ein erstes Update bereitgestellt. Wem der gebotene Umfang noch nicht ausreicht, der kann sich gleich ab Release eine erste DLC-Erweiterung hinzukaufen: Für 3 Euro peppt das Mini-Addon Castlestorm: From Outcast to Savior das Hauptspiel mit 20 weiteren Missionen, neuen Helden, zusätzlichen Einheiten, weiteren Waffen und frischen Umgebungen auf.


    CastleStorm (PC)

    Spielspaß-Wertung
    74 %
    Leserwertung
    (0 Stimmen):
    -
    Pro & Contra
    Originell gemixtes Spielprinzip
    Launiges Burgen-Zerdeppern
    Ordentliche Auswahl an Truppen, Zaubern und Geschossen
    Netter Humor
    Hübscher, comichafter Stil und schön gestaltete Umgebungen
    Burgen lassen sich speichern
    Günstiger Preis (10 Euro) trotz DLC zum Release
    Wird ziemlich schnell eintönig
    Anspruchslose Action-Einlagen
    Noch einige Bedienungsmängel, vor allem in den Menüs
    Balancing und Matchmaking im Multiplayer unausgegoren
    Kaum taktischer Tiefgang

  • CastleStorm

    CastleStorm

    Plattform
    PC
    PS4
    XBO
    X360
    Release
    29.07.2013

    Es gibt 2 Kommentare zum Artikel

    Von FelixSchuetz
    Habe den Koop-Modus nur kurz ausprobiert, aus Platzgründen aber nicht groß erwähnt, weil er imho nicht allzu spannend ist. Im Koop kümmert sich einer um die Burg und der zweite Spieler lenkt den Helden und verkloppt Monster. Da der Nahkampf aber recht öde ist und der zweite Spieler auch sonst nix zu tun hat…
    Von LordCrash
    @Felix Das Spiel sieht irgendwie so aus, als wäre es für Co-op geschaffen worden. Bezieht sich deine Wertung darauf, oder mehr auf den SP Effekt? Kann man noch mal 5 oder 10 Prozent draufrechnen, wenn man das Spiel (nur) im Co-op bzw. gegen menschliche Gegner spielen will oder ist das schon eingerechnet???
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CastleStorm
Castlestorm im Test: Burgen bauen und gleich wieder zerdeppern - nun auch auf dem PC
Die PC-Version von Castlestorm im Test: Irgendwo zwischen "verrückt" und "genial" liegt die Idee, die Zen Studios für Castlestorm ausgebrütet hat. Eine Mischung aus Tower Defense, Echtzeitstrategie, Action und Angry Birds, in der die Spieler hübsche Burgen aufbauen, nur um sie gleich darauf wieder in Schutt und Asche zu legen. Auf Xbox 360 hat das ungewöhnliche Spiel schon im Mai erste Erfolge gefeiert. Knapp 3 Monate später liegt nun auch eine PC-Version vor.
http://www.pcgames.de/CastleStorm-PC-257612/Tests/Castlestorm-im-Test-Burgen-bauen-und-gleich-wieder-zerdeppern-nun-auch-auf-dem-PC-1081310/
01.08.2013
http://www.pcgames.de/screenshots/medium/2013/08/castlestorm_test_0001-pc-games.jpg
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