CastleStorm (PC)

Release:
29.07.2013
Genre:
Strategie
Publisher:
k.A.
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Castlestorm im Test: Burgen bauen und gleich wieder zerdeppern - nun auch auf dem PC

01.08.2013 16:08 Uhr
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Die PC-Version von Castlestorm im Test: Irgendwo zwischen "verrückt" und "genial" liegt die Idee, die Zen Studios für Castlestorm ausgebrütet hat. Eine Mischung aus Tower Defense, Echtzeitstrategie, Action und Angry Birds, in der die Spieler hübsche Burgen aufbauen, nur um sie gleich darauf wieder in Schutt und Asche zu legen. Auf Xbox 360 hat das ungewöhnliche Spiel schon im Mai erste Erfolge gefeiert. Knapp 3 Monate später liegt nun auch eine PC-Version vor.

Castlestorm im Test: Castlestorm vermischt auf lässige Weise Tower Defense, Echtzeitstrategie und Angry-Birds-Geballer. Castlestorm im Test: Castlestorm vermischt auf lässige Weise Tower Defense, Echtzeitstrategie und Angry-Birds-Geballer. [Quelle: Siehe Bildergalerie] Ein paar Minuten in Castlestorm genügen, schon hat man die großen Vorbilder ausgemacht, von denen sich Zen Studios inspirieren ließ. Das kleine Entwicklerteam (bislang eher für Pinball-Spiele bekannt) vermischt konsolige Echtzeitstrategie à la Swords & Soldiers, kombiniert das Ganze aber mit einem Physik-Shooter wie Angry Birds, packt noch Prügel-Elemente dazu und garniert das Gesamtwerk mit einem kleinen Baukasten, in dem der Spieler seine eigene Burg entwerfen kann. Das Ergebnis: Ein sympathischer Genre-Mix, der Spaß macht, ohne wirklich zu begeistern.

Baumeister und Abrisskommando in einem

Das Grundprinzip von Castlestorm bekommt man in zwei Kampagnen beigebracht, in denen Ritter und Wikinger gegeneinander antreten – der Spieler darf im Laufe der humorvollen Story beide Seiten spielen. Die meisten Missionen laufen dabei nach dem gleichen Schema ab: Man blickt aus der Seitenansicht auf ein hübsch gestaltetes, knallbuntes Schlachtfeld, wo sich am linken und rechten Bildschirmrand die Burgen beider Parteien befinden. Nun lautet das Ziel, entweder die feindliche Burg in ihre Bestandteile zu zerlegen oder die Flagge des Gegners zu stehlen und in die eigene Festung zu bringen.

Dazu hat man zwei Werkzeuge zur Verfügung. Das Wichtigste ist die Kanone, die fest auf die eigene Burgmauer montiert ist – mit ihr feuert man Pfeile, Steine, Bomben, explodierende Schafe, Wildschweinraketen und vieles mehr aufs Schlachtfeld. Wenn man pixelgenau die Schwachstellen der feindlichen Festung beschießt und dann mit Genugtuung beobachtet, wie Türme und Mauern physikalisch korrekt in sich zusammenkrachen, dann erinnert das im positiven Sinn an die Zerstörungsorgie Angry Birds – spielerisch simpel, aber spaßig anzuschauen.

2D-Strategie im hübschen Comic-Look

Castlestorm im Test: Je nach verbautem Raum können wir verschiedene Einheiten während einer Mission aufs Schlachtfeld beordern. Castlestorm im Test: Je nach verbautem Raum können wir verschiedene Einheiten während einer Mission aufs Schlachtfeld beordern. [Quelle: Siehe Bildergalerie] Während man die meiste Zeit mit Ballern beschäftigt ist, versucht der Gegner, die Festung des Spielers mit Truppen zu überrennen. Die feindlichen Einheiten kann man entweder selbst unter Beschuss nehmen, oder aber man entsendet einfach eigene Truppen: Soldaten, Bogenschützen, Trolle, Reiter, Axtwerfer, Kanoniere, Drachen, Greifen, Heiler, Golems und einige mehr sind im Angebot, jede Einheit mit eigenen Stärken und Schwächen. Einmal gekauft, marschieren die Kämpfer automatisch in Richtung der feindlichen Burg und kloppen sich mit allem, was ihnen auf dem Weg begegnet.

Weitere Kontrolle über seine Mannen hat man allerdings nicht, eine aktive Einheit lässt sich nicht mehr anklicken oder kommandieren. Umso wichtiger ist es, seine Truppen sinnvoll durchzumischen und sie im richtigen Zeitpunkt loszuschicken. Diese simple Art von Sidescroller-Strategie erinnert an Swords & Soldiers, wird hier aber in farbenfroher, comichafter 3D-Grafik inszeniert. Technisch modern ist das Ganze zwar nicht, aber die witzig designten Charaktere, die hübsch ausgeleuchteten Levels und die prächtigen Hintergründe hinterlassen trotzdem einen schönen Eindruck.

Ähnlich wie in Swords & Soldiers kann man auch in Castlestorm Zaubersprüche entfesseln, um seine Truppen zu stärken oder gegnerische Einheiten gezielt anzugreifen. Wenn alle Stricke reißen, darf man außerdem eine Heldenheit auf das Schlachtfeld beordern, die man dann für eine halbe Minute selbst steuert. Wie in einem einfachen 2D-Hack&Slay haut, sticht und schießt man sich dann durch die gegnerischen Reihen – das ist zwar nicht wirklich spaßig, kann im Notfall aber über Sieg oder Niederlage entscheiden.

Baukasten für Burgenbastler

Zwischen den Missionen gilt es, die eigene Burg aufzurüsten. Dazu öffnet man einen kleinen Editor, in dem man seine Festung wie einen simplen Legobausatz zusammenbastelt. Wie fast alle Menüs ist auch dieser Editor unnötig umständlich zu bedienen, das ist wohl der Konsolenherkunft des Spiels geschuldet. Dafür ist das Prinzip aber schnell kapiert: Die Außenwände werden durch steinerne Wälle gesichert, um feindlichem Beschuss möglichst lange stand zu halten. Dahinter werden dann die empfindlichen Nutzräume untergebracht.

Castlestorm im Test: Seltene Bosskämpfe bringen etwas Abwechslung ins sonst eher eintönige Spiel. Hier müssen wir einen riesigen Steingolem ausschalten. Castlestorm im Test: Seltene Bosskämpfe bringen etwas Abwechslung ins sonst eher eintönige Spiel. Hier müssen wir einen riesigen Steingolem ausschalten. [Quelle: Siehe Bildergalerie] Manche dieser Zimmer wie Schatzkammer oder Brauerei verbessern zum Beispiel den Rohstoffgewinn während einer Mission. Andere Bauten wie Ställe oder Trainingsraum sind hingegen nötig, um später bestimmte Truppentypen einsetzen zu können. Da man aber ohnehin nur fünf Einheitensorten pro Mission mitnehmen und somit nur fünf Truppenräume pro Burg haben kann, muss man die Festung von Zeit zu Zeit umzubauen. Darum ist es praktisch, dass man fertige Burgen auch abspeichern kann, denn so kann man ein bestimmtes Setup später schnell wieder aufrufen.

Neben dem Burgbau ist es außerdem wichtig, seine Truppen, Zauber, Räume und Geschosse regelmäßig aufzuwerten. Dazu sammelt man während der Missionen Gold, unter anderem für gelungene Abschüsse, aber auch für das Erreichen von Nebenmissionszielen – beispielsweise einen Einsatz in besonders kurzer Zeit zu absolvieren. Generell ist das Spiel aber recht abwechslungsarm. Die Entwickler bemühen sich zwar um kurze Ablenkungen, etwa Zielschießen oder selten auch mal einen Bosskampf, doch das Grundprinzip bleibt immer gleich.

Umfang, Multiplayer und DLC zum Release

Castlestorm ist für 10 Euro über Steam zu haben und bietet neben der mehrstündigen Kampagne auch verschiedenste Herausforderungen und Bonuskarten. Auch ein umfangreicher Mehrspielermodus ist mit an Bord. Im Test kamen Partien gegen andere Spieler meist schnell zustande, allerdings lässt auch hier das Interface etwas zu wünschen übrig, so dass wir mehrmals in ungleichen Partien mit viel zu starken Gegnern landeten. Auch einige Features wirken noch etwas undurchsichtig. Beispielsweise klagen viele Spieler im Forum darüber, dass man nach gewonnenen Partien kein Gold erhält, um weitere Upgrades zu kaufen.

Solche Schnitzer sollten die Entwickler unbedingt noch mit einem Patch ausbügeln, denn Potenzial für Langzeitspaß ist auf jeden Fall vorhanden. Ein gutes Zeichen: Mittlerweile haben die Entwickler schon ein erstes Update bereitgestellt. Wem der gebotene Umfang noch nicht ausreicht, der kann sich gleich ab Release eine erste DLC-Erweiterung hinzukaufen: Für 3 Euro peppt das Mini-Addon Castlestorm: From Outcast to Savior das Hauptspiel mit 20 weiteren Missionen, neuen Helden, zusätzlichen Einheiten, weiteren Waffen und frischen Umgebungen auf.

   
Felix Schütz
„Angry Burg & Soldiers? Lustige Mischung.“
Castlestorm ist witzig, günstig und vereint gut zusammengeklaute Ideen zu einem sympathischen Konzept: Burgen bauen und wieder einreißen, dazu Truppen ausheben, durch die Gegend ballern und zwischendurch neue Upgrades kaufen – das alles fügt sich zu einem kurzweiligen Spiel zusammen, das sein Geld absolut wert ist. Allzu tiefgängig und abwechslungsreich ist es zwar nicht, aber für eine Partie zwischendurch reicht das Ganze völlig aus. Auch die PC-Umsetzung geht in Ordnung, allerdings sollten die Entwickler noch etwas an der Benutzerführung arbeiten und vor allem ein paar der offenen Fragen im Multiplayer klären - hier hat das Spiel noch Verbesserungsbedarf.
   
CastleStorm (PC)
Spielspaß-Wertung

74 %
Leserwertung
(0 Votes):
-
Originell gemixtes Spielprinzip
Wird ziemlich schnell eintönig
Launiges Burgen-Zerdeppern
Anspruchslose Action-Einlagen
Ordentliche Auswahl an Truppen, Zaubern und Geschossen
Noch einige Bedienungsmängel, vor allem in den Menüs
01:39
CastleStorm: Launch-Trailer zum XBLA-Spiel
Für die Verwendung in unseren Foren:
Print-Redakteur
Moderation
01.08.2013 16:08 Uhr
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Dein Kommentar
Print-Redakteur
Bewertung: 0
02.08.2013 10:16 Uhr
Zitat: (Original von LordCrash;9615031)
@Felix
Das Spiel sieht irgendwie so aus, als wäre es für Co-op geschaffen worden. Bezieht sich deine Wertung darauf, oder mehr auf den SP Effekt? Kann man noch mal 5 oder 10 Prozent draufrechnen, wenn man das Spiel (nur) im Co-op bzw. gegen menschliche Gegner…
Gesperrt
Bewertung: 0
01.08.2013 19:03 Uhr
@Felix
Das Spiel sieht irgendwie so aus, als wäre es für Co-op geschaffen worden. Bezieht sich deine Wertung darauf, oder mehr auf den SP Effekt? Kann man noch mal 5 oder 10 Prozent draufrechnen, wenn man das Spiel (nur) im Co-op bzw. gegen menschliche Gegner spielen will oder ist das schon eingerechnet???