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  • Ein Ausflug auf den Schrottplatz - Carmageddon: Reincarnation angetestet

    Die Kontrahenten in Flammen aufgehen zu lassen macht wenigstens für ein paar Minuten Spaß. Quelle: PC Games

    Die in Deutschland zumeist indiziert oder nur geschnitten erschienene Car-Combat-Reihe von Stainless Games hat einen neuen Serien-Ableger im deutschen Steam-Store stehen. Wir haben den Titel ausführlich angespielt und erklären euch, warum ihr dieses Machwerk auch lieber unangetastet dort lassen solltet.

    Die Carmageddon-Reihe ist für ihren hohen Gewaltgrad berühmt-berüchtigt, was ihr in Deutschland deshalb auch entweder die Schere oder gleich eine Indizierung einbrockte. Statt nur wie bei anderen Car-Combat-Spielen die anderen Autos zu zerstören, ist das Überfahren von Fußgängern fest im Gameplay verankert. Auch Carmageddon: Reincarnation geht diesen Weg. Quasi im Sekundentakt zerfetzen arglose Pixel-Passanten zu einer Wolke aus Blut und Gedärmen und die Gliedmaßen prasseln auf den Asphalt.

    Trotz dieser zelebrierten Brutalität ist der Titel jedoch auch im deutschen Steam-Store völlig ungeschnitten. Reine Download-Games prüft die USK schließlich nicht. Ob man den Gewaltgrad nun verdammt oder nicht, man ist als vom deutschen Jugendschutz gebeutelter Zocker sicherlich versucht ein hämisches "Ätsch!" in Richtung der Prüfstelle zu rufen, doch nach mehreren Stunden mit Carmageddon: Reincarnation wünscht man sich eigentlich nur, dass dieser furchtbar langweilige, veraltete und gewaltverherrlichende Murks in irgend einem dunklen Abgrund verschwindet und dort nie wieder herauskommt.

    Technik von vorgestern

    Selbst der Einsatz von Power-Ups macht kaum Spaß. Selbst der Einsatz von Power-Ups macht kaum Spaß. Quelle: PC Games Schon der erste Blick auf Carmageddon: Reincarnation lässt Schlimmes vermuten, grafisch zieht der Titel nämlich selbst gegen etliche PS2-Spiele den Kürzeren. Die unscharfe, breiige, von Tearing geplagte Optik ist schlichtweg eine Beleidigung für das ganze Videospielejahr 2015. Schön auch, dass der Titel trotzdem unfassbar viel Performance frisst und regelmäßig ruckelt. Allerdings ist es auch egal, auf welcher Detailstufe ihr dieses technische Trauerspiel zockt. Hässlich ist es immer. Einzig der stampfende und zur Thematik des Spiels passende Metal-Soundtrack ist ganz cool geraten. Das ist aber auch nur ein geringer Trost für den Rest.

    Brutal langweilig

    Doch nicht nur die Technik stammt aus einer Mottenkiste aus dem Jahr 2000, auch das Gameplay-Gerüst hat man dort gefunden und schnell unter die "Grafik" geschlampt. Während sich euer erstes Vehikel zwar schwammig steuert, aber immer noch gut beherrschbar ist, sind die meisten anderen freispielbaren Fahrzeuge kaum zu kontrollieren. Das macht aber nichts, denn die hundsmiserable KI kann dies ebenso wenig und irrt oftmals verzweifelt über die Kurse, bevor sie schließlich gegen eine Wand fährt.

    Neben dem Multiplayer-Modus (online fanden wir übrigens kaum Mitspieler) lockt vor allem der Karrieremodus. Hier nehmt ihr an verschiedenen Events teil, die verlangen, dass ihr jeweils drei verschiedene Disziplinen meistert. Am spaßigsten sind dabei noch die Death Races, in denen ihr die anderen Fahrzeuge zerstören müsst. Zumindest anfangs bereitet es kurz Schadenfreude, wenn ihr in einen Gegner crasht und dieser in einem Feuerball aufgeht oder ihr mit einem Power-Up gleich mehrere Kontrahenten gleichzeitig ausschaltet. Dank der Effekte aus dem hässlichsten Teil der Hölle und der mit dem Intellekt einer toten Ratte gesegneten Gegner, hat man davon aber auch nach circa 20 Minuten genug.

    Wow, ein Checkpoint-Rennen! Gähn. Wow, ein Checkpoint-Rennen! Gähn. Quelle: PC Games Die weiteren Disziplinen sind sogar noch öder. Gerade die normalen Rennen sind so lächerlich einfach, dass man sich wach halten muss, um die Zieleinfahrt zu erleben. Statt einer spaßigen, mit Power-Ups gespickten Raserei im Stile eines Mario Kart (nur eben auf hart getrimmt) fährt die KI nämlich nur in einem unkoordinierten Pulk, crasht gegen Hindernisse und nimmt Abkürzungen, die keine sind. So ist man meist schon nach der ersten Kurve auf dem ersten Platz und fährt problemlos vorneweg in Richtung Ziel. Schnarch.

    Wer jetzt noch nicht fest schläft, startet ein Checkpoint-Rennen. Besagte Checkpoints ploppen zufällig irgendwo auf und ihr müsst diese natürlich als Erster anfahren. Macht das zehn mal und ihr habt gewonnen. Das ist dann auch in wenigen Minuten erledigt, denn die Ki-Fahrer rammen sich lieber gegenseitig kaputt statt die Checkpoints anzufahren. Doch diese Disziplin gibt es selbstverständlich nicht nur in langweilig, sondern auch noch in geschmacklos.

    Langweilig brutal

    Da sich die Entwickler wohl darüber im Klaren waren, dass die Spielmechanik in Carmageddon: Reincarnation ungefähr so viel Spaß macht wie Fußpilz, wird nämlich die Gewalt gegen Passanten geradezu zelebriert. Statt Checkpoints müsst ihr somit in einer anderen Disziplin eben markierte Fußgänger überfahren, die dann (Achtung: Sarkasmus!) ganz super Spielspaß-bringend ihre pixeligen Eingeweide auf der Motorhaube verteilen. Wow!

    Fahrt ihr die Passanten möglichst brutal über den Haufen, bekommt ihr Bonuspunkte. Fahrt ihr die Passanten möglichst brutal über den Haufen, bekommt ihr Bonuspunkte. Quelle: PC Games Ja, überzogene Gewalt kann in einem gewissen Maße unterhaltsam oder gar ästhetisch sein. Die Brutalität in Carmageddon ist jedoch einfach nur plakativ, stumpf und wertet das Spiel in keiner Weise auf. Wir wollen uns sicher nicht als moralische Instanz aufspielen, Bonuspunkte für das Töten von um ihr Leben bettelnden Passanten finden wir jedoch äußerst fragwürdig. Der Fokus auf die extreme Gewaltdarstellung ist keineswegs aufregend, sondern einfach nur ermüdend. Der Titel bietet spielerisch und technisch rein gar nichts, für das es sich lohnen würde, die veranschlagten 25 Euro auszugeben und versucht deshalb schlicht mit seiner Brutalität, Käufer zu finden.

    Unser Angetestet-Fazit

    Wir machen es kurz: Finger weg! Diesen Murks braucht wirklich niemand.

    03:18
    Carmageddon: Reincarnation - Brutaler Murks - unsere Video-Eindrücke
  • Carmageddon: Reincarnation
    Carmageddon: Reincarnation
    Developer
    Stainless Games
    Release
    21.05.2015
    Es gibt 21 Kommentare zum Artikel
    Von ChristianDoerre
    Dass du das Spiel auch doof findest, war mir schon klar. Der Rest hat sich allerdings so gelesen, als ob du zu den…
    Von RoTTeN1234
    Sauber. Ich stimme deinem "Test" übrigens zu. Das Spiel bietet wirklich nicht mehr, aber in letzter Zeit stoßen mir…
    Von ChristianDoerre
    Aus dem Spiel selbst. Wird dort im Ladebildschirm sogar beworben. Zur "sinnbefreiten Aussage": Diesen Halbsatz mit dem…

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    • Es gibt 21 Kommentare zum Artikel

      • Von ChristianDoerre Benutzer
        Dass du das Spiel auch doof findest, war mir schon klar. Der Rest hat sich allerdings so gelesen, als ob du zu den Leuten gehörst, die sofort aufschreien, wenn jemand es wagt, Gewalt in Spielen zu kritisieren. Sorry, dann war das genauso ein Missverständnis, wie deine Interpretation von meinem Satz.
        Deinem letzten Satz kann ich deshalb nur zustimmen 
      • Von RoTTeN1234 Erfahrener Benutzer
        Zitat von ChristianDoerre
        Aus dem Spiel selbst. Wird dort im Ladebildschirm sogar beworben. Zur "sinnbefreiten Aussage": Diesen Halbsatz mit dem von dir erwähnten Beispiel zu vergleichen, fällt dann wohl ebenso in die Kategorie sinnbefreit. Nach der von dir zitierten Aussage wird…
      • Von ChristianDoerre Benutzer
        Zitat von RoTTeN1234
        Dann macht es nicht und spart euch solche sinnbefreite Aussagen. Das ist genauso gut wie "Ich bin kein Rassist, aber...". Muss gestehen, dass ich den Text schrecklicher finde als das Spiel. BTW es gibt KEINE Bonuspunkte wenn Passante um ihr Leben betteln. Woher habt ihr denn den Schmarrn?
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Carmageddon: Reincarnation
angetestet - Ein Ausflug auf den Schrottplatz
Die in Deutschland zumeist indiziert oder nur geschnitten erschienene Car-Combat-Reihe von Stainless Games hat einen neuen Serien-Ableger im deutschen Steam-Store stehen. Wir haben den Titel ausführlich angespielt und erklären euch, warum ihr dieses Machwerk auch lieber unangetastet dort lassen solltet.
http://www.pcgames.de/Carmageddon-Reincarnation-Spiel-19730/News/angetestet-Ein-Ausflug-auf-den-Schrottplatz-1160277/
29.05.2015
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