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  • Carlos - Der Schakal (Kinokritik / Review)

    Carlos - Der Schakal (7) Quelle: NFP (Warner)

    Die Biografie des gefährlichsten Terroristen des Kalten Krieges ist überlang und überwältigend.

    Er war Verführer, Dandy, brutaler Egomane. Vor allem aber war er in den Siebziger- und Achtziger-Jahren der meistgesuchte Terrorist der ganzen Welt. Sein Name: Ilich Ramírez Sánchez – besser bekannt als "Carlos der Schakal". Der Mann war ein Phantom. Es gab kaum Fotos von ihm, er trug immer eine Sonnenbrille und jettete mit zahllosen gefälschten Pässen um den Erdball. Wer die Bourne-Romane von Robert Ludlum gelesen hat, erinnert sich: In den Büchern war Carlos der Schakal der Erzfeind Jason Bournes.

    Tour de Force
    Wie der Stoff aus einem Krimi klingt auch das Leben des realen Carlos. In Deutschland ist sein Name wohl nur wenigen geläufig. Hier verbindet man die RAF mit Kaltem Krieg und linksextremen Revoluzzern. Carlos war mit den Rote-Armee-Leuten befreundet. Doch seine Terror-Machenschaften und seine globale Vernetzung lassen die RAF beinahe harmlos wirken. Der französische Regisseur Olivier Assayas verfilmte Carlos' sagenhaften Werdegang – ein monumentales Projekt! Zwei Jahrzehnte Tour de Force durch die internationale Terror-Maschinerie. Unzählige Drehorte, Schauspieler aus aller Herren Länder und komplexe geschichtliche Zusammenhänge mussten logistisch und dramaturgisch vereint werden. Hinzu kam die Herausforderung, die ebenso schillernde wie widersprüchliche Persönlichkeit des Schakals zu vermitteln. Assayas löste all das brillant. Sein Werk schildert zunächst in rasanter Szenenfolge Carlos' erste Anschläge in Paris, München und Berlin.

    Stolze drei Stunden
    Für Schlüsselmomente wiederum nimmt der Film sich Zeit, wie etwa für die spektakuläre Geiselnahme der OPEC-Minister in Wien 1974. Auch zwischenmenschliche Geflechte werden intensiv in all ihrer Perversität beleuchtet. Allen voran Carlos' Dreiecksbeziehung mit den deutschen Militanten Johannes Weinrich und Magdalena Kopp. Dramaturgisch ist der Mix ungemein abwechslungsreich. Man muss das deshalb betonen, weil der Streifen stolze drei Stunden dauert. In ausgewählten Kinos läuft sogar eine Langfassung mit fünfeinhalb (!) Stunden an. Versprochen: Keine Sekunde davon ist langweilig.

    Playboy des Terrors
    Der Film schafft das Kunststück, zu unterhalten und zugleich anhand der Figur des Schakals polit-historische Zusammenhänge zu entlarven. Carlos war zunächst entschlossener Marxist, doch schnell durchblickte er die Mechanismen des internationalen Terrorismus. Und so wurde der Mann mit dem ewig selbstbewussten Siegerlächeln zum geschäftstüchtigen Söldner. Zum Playboy des globalen Terrors. Erst 1994 wurde Carlos nach nervenaufreibender Jagd gefasst. Bis heute sitzt er in Paris im Knast. Von seiner Zelle aus versuchte er, den Film zu beeinflussen – vergeblich.

    Widescreen-Wertung
     

    Action
     
    Spannung
     
    Emotion
     
    Humor
     
    Erotik
     
    Anspruch
     
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Carlos - Der Schakal
    Carlos - Der Schakal
    Kinostart
    04.11.2010
    Film-Wertung:
     
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Carlos - Der Schakal
Carlos - Der Schakal (Kinokritik / Review)
Die Biografie des gefährlichsten Terroristen des Kalten Krieges ist überlang und überwältigend.
http://www.pcgames.de/Carlos-Der-Schakal-Film-236223/Tests/Carlos-Der-Schakal-Kinokritik-Review-797056/
04.11.2010
http://www.pcgames.de/screenshots/medium/2010/11/1.01_b2teaser_169.jpg
Carlos, Olvier Assayas, Edgar Ramírez
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