Call of Duty
Vorlage aus Hollywood
Während einige vorrücken, geben andere ihnen Feuerschutz.
Nicht nur im Kino haben sich die Call of Duty-Macher bedient. Neben der geschilderten Szene aus Enemy at the Gates spielen Sie beispielsweise eine Folge der amerikanischen Fernsehserie Band of Brothers nach, in der die Fallschirmjäger eine deutsche Artilleriestellung ausheben. Andere Skript-Sequenzen erinnern an den inoffiziellen Vorgänger Medal of Honor: Allied Assault. Etwa wenn Sie eine wichtige Brücke gegen eine Konterattacke verteidigen müssen. Erst als Scharfschütze, später mit der Panzerfaust als Feuerwehr gegen die Wehrmachts-Tanks, die von allen Seiten anrollen. Die Choreographie stammt vom Drehbuchschreiber Michael Schiffer, der unter anderem für Crimson Tide und Peacemaker verantwortlich zeichnet. Untermalt wird die Handlung von einem absolut filmreifen Symphonie-Soundtrack. Wie die Bilder erinnert der Realismus eher an Hollywood denn an eine schraubengenaue Simulation vom Schlage eines IL-2 Sturmovik. Zwar gilt die Faustregel, dass alle der rund 20 Knarren besser treffen, wenn man sich Zeit zum Zielen nimmt, aber auch Dauerfeuer-Freunde werden ihren Spaß haben. Schließlich hinterlässt jeder Gegner nach dem Exitus seine Knarre nebst vollem Magazin und ein, zwei Patronen genügen normalerweise, um einen Feind in die ewigen Bit-Gründe zu senden.
Geliftete Grafik
Als amerikanischer Fallschirmjäger befreien Sie Kriegsgefangene aus einer Bergfestung in den Alpen.
In Szene gesetzt wird das alles wie schon Medal of Honor: Allied Assault von einer aufgebohrten Version der guten, alten Quake 3-Engine. Der haben die Programmierer unter anderem endlich beigebracht, größere Außenlandschaften darzustellen; frühere Q3-Spiele wie Soldier of Fortune 2 waren in puncto Sichtweite und Architektur arg eingeschränkt. Außerdem schafft es Call of Duty, selbst mehrere Dutzend Figuren gleichzeitig in Bewegung zu setzen - die lebensechten Animationen sind eine Klasse für sich. Im Vergleich mit kommenden Titeln wie Half-Life 2 oder Medal of Honor: Pacific Assault sieht Call of Duty leider trotzdem alt aus und auch mit aktuellen Optik-Leckerbissen wie Chrome kann der Activision-Shooter nicht gleichziehen. Auch wenn das Leveldesign stellenweise hitverdächtig ist - etwa im zerstörten Berlin -, ist die Engine manchmal überfordert. Der Hürtgenwald, in dem die Ardennenoffensive tobt, erinnert beispielsweise eher an eine verschneite Salzwüste. Ein Leveleditor soll nachgeliefert werden; vielleicht entlocken ja findige Fans dem Quake 3-Code noch ansehnliche Wälder.


Wenn man Call of Duty mit Vorgängern vergleicht und beschreibt was, verbessert wurde etc. dann hätte man aber auch erwähnen müssen, dass Call of Duty nicht wirklich viel Neues im Vergleich zu den Vorgängern bietet. Das wäre mir als Spieler wichtig so etwas in solch einen Testbericht zu erfahren.
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