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Call of Duty: Modern Warfare 2 (PC)

Release:
10.11.2009
Genre:
Action
Publisher:
Activision Blizzard

Modern Warfare 2: Eine Frage der Moral - PC Games über die Terroristen-Mission

13.11.2009 16:45 Uhr
|
Neu
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In den Augen vieler Spieler geht Infinity Ward mit seinem neuesten Projekt an einer Stelle zu weit: Dort werden wir Zeuge, wie russische Terroristen in einem Flughafen-Terminal wehrlose Zivilisten hinrichten. Darf ein Stück Unterhaltungssoftware solche Szenen zeigen? Entscheiden Sie selbst!

Sie erleben in 'Kein Russisch' einen Terrorakt hautnah mit. Sie erleben in "Kein Russisch" einen Terrorakt hautnah mit. Wir stehen mit mehreren maskierten und mit schweren Maschinengewehren bewaffneten Männern in einem Aufzug. Einer der Kerle spricht uns mit osteuropäischem Akzent an: "Denkt dran, kein Russisch!" Die Türen des Lifts öffnen sich und wir blicken in ein gut besuchtes Flughafen-Terminal. Noch während wir uns weiter umsehen, bricht Panik aus. Schüsse fallen. Menschen sinken blutüberströmt zu Boden. Die vermummten Gestalten marschieren langsam, aber zielstrebig durch die Wartehalle und lassen Blei auf die Unschuldigen niederregnen. Niemand überlebt den Kugelhagel.

In der deutschen Fassung durchleben wir das beschriebene Szenario als passives Mitglied dieser Terroristentruppe. Sobald Sie einen Schuss auf einen Zivilisten abgeben, bestraft Sie das Spiel mit einem Neustart. Die Originalfassung hingegen verhindert nicht, dass Sie aktiv an dem blutigen Gemetzel teilhaben. "In keiner Weise und in keiner Fassung des Spiels weltweit wird der Spieler angehalten oder dafür belohnt, Zivilisten in irgendeiner Weise zu schaden", erläutert Activision und begründet die Existenz der Mission mit: "Die Szene im Flughafen zeigt die Bösartigkeit und Kaltblütigkeit eines abtrünnigen russischen Bösewichts und seiner Einheit. Durch diese Handlungen der Gegenspieler wird die Dringlichkeit der Mission des Spielers aufgezeigt, diese zu stoppen." Zur deutschen Version äußerst sich der Publisher weiter: "Activision ist bestrebt, deutschen Spielern die volle Gameplay-Erfahrung zu ermöglichen, und hat deshalb diese Szene in der deutschen Fassung (unter Einhaltung der deutschen Gesetzeslage) nicht herausgeschnitten." Die Strafe in der hiesigen Fassung, wenn Zivilisten erschossen werden, ist offensichtlich also dem umsatzrelevanten USK-18-Siegel geschuldet.

Die Terroristen lassen den Zivilisten keine Chance. Die Terroristen lassen den Zivilisten keine Chance. Doch der Level ist noch nicht zu Ende: Unser Terror-Trupp hat die Halle vollständig durchquert, überall stapeln sich die Leichen. Wir begeben uns nach draußen, wo sich gerade Heerscharen von Polizisten und Elite-Soldaten versammeln. Der Rest der Mission ist quasi Ego-Shooter-Standard ... und nicht mal so schlecht: Gegner mit Schilden fordern die Geschicklichkeit der Spieler, die Feuergefechte sind spannend und unterhaltsam.

Vorsicht, der folgende Abschnitt enthält Spoiler, die Ihren Spielspaß beeinträchtigen könnten! Die Auflösung der Szene: Sie sind eigentlich gar kein Terrorist, sondern amerikanischer Undercover-Agent. Makarov, der Anführer des unmenschlichen Unterfangens, weiß das, erschießt Sie am Ende der Mission und schiebt den Terrorakt somit den Vereinigten Staaten in die Schuhe. Die so entstehende Botschaft: Amerikaner verüben einen Anschlag auf Russland. Natürlich war das alles so geplant, um die russische Bevölkerung gegen die USA aufzu­hetzen und einen Krieg zu rechtfertigen. Mit großem Erfolg, wie der Rest des Spiels verdeutlicht.

Das Spiel warnt Sie vor fragwürdigen Inhalten. Dass Sie eventuell Storydetails verpassen, sagt niemand. Das Spiel warnt Sie vor fragwürdigen Inhalten. Dass Sie eventuell Storydetails verpassen, sagt niemand. Falls Sie den vorherigen Abschnitt übersprungen haben, die harmlose Kurzfassung: Bei der Flughafensequenz handelt es sich um eine handlungsrelevante Schlüsselszene, ohne die Sie den Rest der Story kaum verstehen dürften. Das ist besonders deshalb interessant, weil sie optional ist. Sowohl beim Spielstart wie auch direkt vor dieser Mission stellt man Sie vor die Wahl, ob Sie das moralisch grenzwertige Gemetzel erleben möchten oder nicht. Sollten Sie das Ganze auslassen, was angesichts der gezeigten Greueltaten sicherlich die bessere Wahl ist, enthält man Ihnen wichtige Teile der Handlung vor.

   
Thorsten Küchler
„Was Infinity Ward abliefert, ist zu plump, zu kalkuliert!“
Spiele dürfen auch heikle Themen behandeln, ja, sie müssen es sogar! Aber das, was Infinity Ward abliefert, ist einfach zu plump, zu kalkuliert, zu offensichtlich auf Krawall gebürstet. Und das wird nicht nur bei der ominösen Flughafenmission deutlich. Auch an anderen Stellen wirkt die Popcorn-Schießbude wie ein Mix aus Propaganda für die U.S.-Armee und einer Art Militärporno. Handwerklich kann man den Entwicklern nichts vorwerfen, aber der Branche haben sie einen Bärendienst erwiesen – denn dieses Spiel will Skandale provozieren, leider um jeden Preis ...
   
   
Jürgen Krauß
„Moral ist wichtig, steht aber manchmal auch im Weg.“
Ja ja, Moral ist gut und wichtig, aber mal im Ernst: Sie steht uns oft im Weg, wenn wir versuchen, uns gut unterhalten zu lassen. Es hilft also keinem, wenn wir hier die moralische Keule rausholen und zum Rundumschlag ausholen. Viel wichtiger ist doch, wie jeder Einzelne damit umgeht. Aufklärung statt Zeigefinger! Klar, ich finde auch, dass Infinity Ward hier unnötigerweise zu weit geht, vor allem, weil damit den Computerspiele-Gegnern gehörig Munition für die nächste Diskussion geliefert wird. Aber ich würde mich wie ein Heuchler fühlen, das Spiel deswegen zu verdammen.
   
   
Felix Schütz
„Nötige Kontroverse um einen unnötigen Level“
Theater, Kino, Duschgelwerbung – wohin man schaut, es werden moralische Grenzen verschoben. Muss das sein? Vielleicht. Muss es Ihnen, muss es mir gefallen? Nein. Ich bewundere Modern Warfare 2 für seine inszenatorische Wucht, ja, doch von seinem Inhalt bin ich enttäuscht: Wie großartig hätte doch gerade die Flughafenmission ausfallen können, hätte man sie aus Sicht eines Zivilisten erlebt! Panik, Betroffenheit, die Flucht aus Angst ums virtuelle Überleben – das wären Gefühle und ein aufwühlendes Gameplay, die ich einer reißerischen Ballerei tausendmal vorziehe.
   
Print-Redakteur
Moderation
13.11.2009 16:45 Uhr
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Dein Kommentar
Neuer Benutzer
Bewertung: 0
29.12.2009 20:09 Uhr
@TuppesAC
Ich denke, dass das level als Teil der Geschichte fungiert. ich denke, dass nur ein so dramatischer teil einen Krieg auslösen könnte, der eben das szenario darstellt.

PEACE
Neuer Benutzer
Bewertung: 0
26.11.2009 04:55 Uhr
es gibt keine rechtfertigung dafür menschen aliens und andere lebewesen ausser vielleicht aus nahrungsgründen in die luft zu jagen zu erschiessen oder ähnliches
aber bei spielen kann man halt sachen tun die in wirklichkeit unmoralisch wären sowie dramatische konsequensen hätten dazu sind meiner meinung…
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
23.11.2009 11:02 Uhr
Hi,
zum ersten, ich habe mir jetzt nicht 10 Seiten Beschimpfungen und Verteidigungen des "No Russian" Levels durchgelesen. Es wiederholt sich eh immer nur. Ich möchte vielmehr mal die Erfahrung meinerseits wiederspiegeln, die ich mit den gesamten Spiel gemacht habe.
Fangen wir von vorne an, wo man im…

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