AMD-CPUs: Marktübersicht und Kauftipps - Ausblick: AMD Zen

0
Special Antonio Funes - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Aus AMDs Präsentation vom 6.Mai 2015
Quelle: AMD

Wir haben eine große Marktübersicht und Kauftipps zu allen aktuellen AMD-CPUs für die Sockel AM3+, FM2 und FM2+. Außerdem haben wir neue Details zu AMDs geplanter neuer CPU-Familie Zen gesammelt.

Wir widmen uns heute vor allem einer großen Marktübersicht zu aktuellen AMD-Prozessoren. Das bedeutet: die CPUs, die ihr aktuell im Handel für die Sockel AM3+, FM2 und FM2+ noch in diversen Shops bekommen könnt, haben wir alle in jeweils einer eigenen Tabelle pro Sockel und auf jeweils einer eigenen Seite zusammengefasst.

Auf der betreffenden Seite haben wir zudem Prozessoren aus der Übersicht herausgesucht, die wir zum Kauf empfehlen, was das Preis-Leistungs-Verhältnis für den jeweiligen Sockel angeht. Wir geben euch zudem auch den ein oder anderen zum jeweiligen Sockel passenden allgemeineren Tipp. Auf der Seite zum Sockel AM3+ ordnen wir zudem die AMD-CPUs allgemein im Vergleich zu den Intel-Prozessoren ein. Doch wir starten zunächst auf dieser Seite mit einer Zusammenfassung der AMD-Pläne für neue Prozessoren zu AMDs Zen-Plattform.

AMD Zen

Dass AMD an neuen auch für Spiele-PCs interessanten Prozessoren arbeitet, ist kein Geheimnis. Doch genauere Infos sind derzeit noch rar gesät. Meist kam nur die ein oder andere Andeutung und nicht dementierte Vermutungen ans Tageslicht. Kürzlich sorgte aber ein vermeintlicher Leak für Aufsehen. Zwar war nicht klar, ob es sich wirklich um echte Infos oder nur eine Fälschung handelt.

Aus AMDs Präsentation vom 6.Mai 2015 Quelle: AMD Aus AMDs Präsentation vom 6.Mai 2015 Aber das, was in dem mutmaßlichen Leak zu sehen war, bestätigt im Großen und Ganzen die bisherigen Fakten und Vermutungen. Auch unsere Kollegen der PCGamesHardware haben sich ausführlich mit dem Thema beschäftigt. Vor wenigen Tagen hat dann auch AMD offiziell einige Infos herausgegeben, und zwar im Rahmen des Financial Analyst Day. Auf dieser Website von AMD findet ihr unter anderem auch die PDF-Datei (AMD Computing and Graphics Segment Overview, Lisa Su), aus der wir unsere beiden Screenshots rechts neben dem Text gezogen haben. Schon letztes Jahr wurde bestätigt, dass AMD unter dem Codenamen Zen an einer völlig neuen Prozessorfamilie arbeitet, die folglich auch einen neuen Sockel erhalten wird - also neue Mainboards mit neuen Chipsätzen und einem neuen CPU-Steckplatz.

Ausschnitt aus AMDs Roadmap für 2016 Quelle: AMD Ausschnitt aus AMDs Roadmap für 2016 Dieser wird - wie rechts zu sehen - den Namen AM4 tragen und DDR4-RAM nutzen. 2016 sollen die entsprechenden CPUs auf den Markt kommen und sich im Bereich der (aus Gamer-Sicht) Mittelklasse bis High-End wieder erfolgreich mit Intel messen können. Dabei nimmt AMD, was die technische Architektur der CPUs angeht, vom Prinzip der stark auf modularen Komponenten basierten Bauweise Abstand. Bisher mussten die Kerne sich einige Ressourcen untereinander teilen - bei der neuen Familie wird dies nicht mehr der Fall sein. Zudem kommt SMT (simultaneous multithreading) zum Einsatz: jeder Kern kann zwei Threads (quasi Aufgaben) gleichzeitig verwalten, was bei Intel auch unter dem Begriff Hyperthreading bekannt geworden ist. Somit wird ein Prozessor, der physikalisch gesehen nur sechs Kerne hat, effektiv zu einer CPU mit 12 Kernen. Neben Zen arbeitet AMD auch an APU-Updates (CPUs mit integrierter Grafikeinheit) für bestehende Sockel vor allem im Notebooksektor.

Marktübersicht und Kauftipps Sockel AM3+

Mit dem Sockel AM3+ kann AMD in Sachen Gaming-Performance noch mit Intel konkurrieren. Allerdings sind selbst die Top-CPUs für den Sockel AM3+ den Intel Core i5-CPUs unterlegen, wenn es um die durchschnittliche Leistung für Spiele angeht. In manchen Anwendungen abseits von Spielen kann AMD in Einzelfällen sogar die Spitze erklimmen, da die FX-Reihe ab der 6000er-Serie mehr echte Prozessorkerne als die Core i5-CPUs besitzen.

AMD-CPUs: Marktübersicht und Kauftipps - Ausblick: AMD Zen Quelle: PC Games Hardware Auch der höhere Takt kann ein Vorteil sein. Aber im Durchschnitt siegen die effizienteren Intel-CPUs, die trotz geringerem Takt und weniger Kernen für mehr Rechenpower sorgen. Wer trotzdem auf AMD setzt, hat beim Sockel AM3+ aktuell die Wahl zwischen 11 Prozessormodellen, die wir auch in der weiter unten platzierten Übersichtstabelle zusammengefasst haben. Die günstigsten Modelle sind Quadcore-CPUs (vier Prozessorkerne), die wir allerdings für Spieler nicht mehr zum Neukauf empfehlen. Mindestens einen FX-6300 solltet ihr für einen Gaming-PC wählen: sechs Kerne und ein Takt von 3,5 Gigahertz (4,1 Gigahertz im Turbo) sind für 100 Euro zu haben. Wer mehr ausgibt, sollte den FX-6350 überspringen und gleich zum FX-8320E greifen.

AMD FX-8320E (8 x 3,2 GHz, 130 Euro) Quelle: PC Games Hardware AMD FX-8320E (8 x 3,2 GHz, 130 Euro) Der Achtkerner hat einen Standardtakt von nur 3,2 Gigahertz, dreht im Turbo aber auf 4,0 Gigahertz auf. Der FX-8320E ist eine stromsparendere Version des FX-8320 und kostet 130 Euro. Eine weitere E-CPUs wäre zu empfehlen, wenn ihr noch mehr Geld investieren möchtet: der FX-8730E taktet im Standard mit 3,3 Gigahertz und mit 4,3 Gigahertz im Turbomodus. Für vernünftige Nutzer endet hier die Fahnenstange bei AMD. Doch wem Stromverbrauch und Preis unwichtig sind, der findet bei den FX-9000er-CPUs noch mehr Leistung. Hier wäre der FX-9590 das empfehlenswertere der beiden erhältlichen Modelle. Im Turbo beeindruckt der Achtkerner mit 5,0 Gigahertz Takt - allerdings ist der Strombedarf - genau wie beim FX-9730 - enorm. Über 80 Watt mehr Strombedarf als bei den FX-8000ern unter Volllast sind zu verzeichnen. Im Vergleich zu einem sogar etwas schnelleren modernen Intel Core i5 sind es sogar 130 bis 160 Watt mehr. Kostenpunkt: ab 230 Euro. Übrigens: alle CPUs für den Sockel AM3+ in der Marktübersicht gehören zur Vishera-Familie.

Der Vorgänger Zambezi ist nicht mehr auf dem Markt vertreten, außer mit einzelnen Restposten in manchen Shops. Vorsicht müsst ihr auch bei der Mainboard-Kompatibilität walten lassen: es gibt einige Mainboard-Modelle für den Sockel AM3+, die nur mit CPUs bis 95 Watt TDP kompatibel sind. Bei solchen Mainboards kommen als Achtkerner nur die beiden E-Modelle in Frage, und auch dann müsst ihr beim Mainboardhersteller nachsehen, ob diese CPUs kompatibel sind oder nicht. Gegebenenfalls ist für einen einwandfreien Betrieb noch ein BIOS-Update nötig. Die TPD bezeichnet die mögliche Wärmeverlustleistung einer CPU, also der Wärme, die ein Prozessor in Watt gemessen maximal abgeben kann - die TDP wird eigentlich als Anhaltspunkt zur Planung einer Kühlung angegeben und entspricht nicht, wie manch einer denkt, dem genauen Strombedarf - aber sie ist trotzdem zumindest ein Indiz für den ungefähren Stromverbrauch bei Last.

Modell Familie Takt Turbo TDP IGP Preis ab
FX-4300 Vishera 4 x 3,8GHz 4,0 GHz 95W nein 60 Euro
FX-4350 Vishera 4 x 4,2 GHz 4,3 GHz 125W nein 100 Euro
FX-6300 Vishera 6 x 3,5 GHz 4,1 GHz 95W nein 100 Euro
FX-6350 Vishera 6 x 3,9 GHz 4,2 GHz 125W nein 120 Euro
FX-8320E Vishera 8 x 3,2 GHz 4,0 GHz 95W nein 130 Euro
FX-8320 Vishera 8 x 3,5 GHz 4,0 GHz 125W nein 140 Euro
FX-8350 Vishera 8 x 4,0 GHz 4,2 GHz 125W nein 170 Euro
FX-8370E Vishera 8 x 3,3 GHz 4,3 GHz 95W nein 170 Euro
FX-8370 Vishera 8 x 4,0 GHz 4,3 GHz 125W nein 190 Euro
FX-9730 Vishera 8 x 4,4 GHz 4,7 GHz 220W nein 220 Euro
FX-9590 Vishera 8 x 4,7 GHz 5,0 GHz 220W nein 230 Euro

IGP = interne Grafikeinheit; Preise Stand 15.5.2015

0
  1. Seite 1 AMD-CPUs: Einleitung und Ausblick auf Zen
  2. Seite 2 AMD-CPUs: Marktübersicht und Kauftipps Sockel FM2+
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 07/2026 PCGH Magazin 08/2026 play5 08/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk