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Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware

BIU zum Amoklauf: "Kein Versagen des Jugendschutzes"

13.03.2009 11:06 Uhr
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Der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware e.V. (BIU) bezieht Stellung zum Amoklauf des Tim K. in Winnenden. Im Folgenden finden Sie die ungekürzte Mitteilung des Vereins. Auch der Besitz gewalthaltiger Computerspiele kommt in diesem Beitrag zur Sprache.

BIU zum Amoklauf: Am Morgen des 11.03.2009 kam es in Winnenden zu einem tragischen Vorfall, als ein 17-jähriger Mann an der Albertville-Realschule mit einer Schusswaffe gezielt auf Schüler, Lehrer und Passanten schoss. Fünfzehn Personen fanden dabei den Tod, der Täter nahm sich anschließend das Leben. In der aktuellen Medienberichterstattung wird in diesem Zusammenhang zunehmend über Computer- und Videospiele debattiert. Einzelnen Medienberichten ist zu entnehmen, dass im Haushalt des Delinquenten Computerspiele gefunden wurden, die ihn zur schrecklichen Tat ermutigt haben sollen. Die Tatsache, dass der Täter im Besitz von Computerspielen war, ist nicht weiter verwunderlich - Computerspiele sind ein fester Bestandteil der Jugendkultur.

Der tragische Vorfall von Winnenden deutet hingegen auf einen komplexen Tathintergrund hin. Es steht zu vermuten, dass insbesondere die psychische Kondition und das soziale Umfeld des Täters wichtige Faktoren darstellen. Ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen dem Konsum gewalthaltiger Medien und der Tat von Winnenden ist nach derzeitigen Informationen nicht erkennbar.

Aus Sicht des Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware e.V. (BIU) ist im vorliegenden Fall kein Versagen des Jugendschutzes festzustellen. Der BIU warnt mit Rücksicht auf die Opfer der Winnender Tragödie, den Blick auf die eigentlichen Tatumstände nicht durch eine unsachliche Debatte über ein Verbot von sogenannten "Killerspielen" zu verstellen. Die aktuelle Gesetzeslage verbietet bereits heute die Verbreitung von "gewaltverherrlichenden" Computer- und Videospielen auf der Grundlage des Strafgesetzbuches. Die in der Vergangenheit von einigen Politikern geforderte staatliche Kontrolle der Alterskennzeichnung ist seit der Novelle des Jugendschutzgesetzes im Jahr 2003 gesetzlich bindend. Die Alterskennzeichnung selbst ist ein hoheitlicher Verwaltungsakt, der von den Obersten Landesjugendbehörden vorgenommen wird. Dabei kennzeichnen die Obersten Landesjugendbehörden solche Spiele nicht, die von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien indiziert werden könnten. Deutschland verfügt damit im weltweiten Vergleich über das engmaschigste Jugendschutzsystem im Bezug auf Computer- und Videospiele. Ein generelles Verbot von Spielen für Erwachsene käme einer Zensur gleich, welche angesichts der komplexen staatlichen Kontrollmechanismen nicht gerechtfertigt wäre.

Die vielen Todesopfer des tragischen Vorfalls von Winnenden erfordern einen sachgerechten Diskurs zu den Hintergründen des Geschehens. Die aktuelle Forderung der CDU/CSU-Fraktion nach einem schärferen Verbot für Computer- und Videospiele ist daher vollkommen unangemessen und nicht zielführend. Die bestehenden gesetzlichen Regelungen sind ausreichend. Vielmehr gilt es den Vollzug bestehender Gesetze zu verbessern, um eine altersgerechte Abgabe von Computer- und Videospielen an Kinder und Jugendliche zu gewährleisten. Der BIU engagiert sich auch weiterhin für einen starken Jugendschutz und fordert hiermit Politik und staatliche Institutionen auf, diese Bemühungen zu unterstützen.
(Text: BIU)

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13.03.2009 11:06 Uhr
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16.03.2009 22:12 Uhr
Zitat: (Original von BlueScreen am 14.03.2009 11:34)
Warum?

müssen Computerspiele wieder als böse hingestellt werden?

Das ist einfach ein Schlag ins Gesicht. Die Stellungnahme des BIU ist richtig. Spielekiller sind alte verkrustete Politiker, die keine Ahnung mehr von der Jugend haben!

Man kann nicht pauschal 50% der jungen Menschen unter Verdacht stellen!

Ich gehe in Winnenden zur Schule und empfinde es auch vor diesem Hintergrund als Schlag ins Gesicht, eine Verurteilung von PC Spielen zu rechtfertigen.

Eine Diskussion über bessere Bildung und bessere Betreuung findet auch nicht statt. Wir brauchen an den Schulen halb so große Klassen und der Bildungsetat sollte verdoppelt werden, dann könnte eine viel bessere Betreuung stattfinden.

MEHR GELD FÜR BILDUNG!!!


Werd Politiker ich wähl dich ^^
Benutzer
Bewertung: 0
14.03.2009 11:34 Uhr
Warum?

müssen Computerspiele wieder als böse hingestellt werden?

Das ist einfach ein Schlag ins Gesicht. Die Stellungnahme des BIU ist richtig. Spielekiller sind alte verkrustete Politiker, die keine Ahnung mehr von der Jugend haben!

Man kann nicht pauschal 50% der jungen Menschen unter Verdacht stellen!

Ich gehe in Winnenden zur Schule und empfinde es auch vor diesem Hintergrund als Schlag ins Gesicht, eine Verurteilung von PC Spielen zu rechtfertigen.

Eine Diskussion über bessere Bildung und bessere Betreuung findet auch nicht statt. Wir brauchen an den Schulen halb so große Klassen und der Bildungsetat sollte verdoppelt werden, dann könnte eine viel bessere Betreuung stattfinden.

MEHR GELD FÜR BILDUNG!!!
Erfahrener Benutzer
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14.03.2009 11:15 Uhr
Zitat: (Original von Bonkic am 13.03.2009 11:43)
Zitat: (Original von Petra_Froehlich am 13.03.2009 11:37)
Zitat: (Original von Bonkic am 13.03.2009 11:25)
wenngleich in der sache wohl richtig, halte ich die öffentliche stellungnahme eines softwareverbandes für ziemlich überflüssig.
auch erscheint mir der zeitpunkt, gerade mal 2 tage nach der tat, nicht so wirklich glücklich gewählt.


Der BIU *muss* sich ja zu dem Vorfall äußern. Alles andere würde als "Wegducken" interpretiert -- so wie damals im Falle Erfurt, wo die Türen von Publishern und Verband komplett zugingen. Inzwischen läuft das wesentlich professioneller.

Die Sportschützen haben ihre Lobbyisten jedenfalls rasend schnell in Stellung gebracht -- in Talkshows, Interviews und über Politiker-Statements ("kein Handlungsbedarf").


Petra
PC Games



ich seh das anders.
genauso könnte man nämlich auch "getroffene hunde bellen" hereininterpretieren und eben nicht reflexhaftes "wegducken".
ich halte es schlicht für pietätlos und unangebracht, wenn sich so was unbedeutendes wie ein "spielesoftwareverband" genötigt fühlt, eine stellungnahme, in dieser form, bei einer solchen tragödie, abzugeben.

sicher gut gemeint, in der umsetzung eher -in anlehnung an einen polternden altkanzler- "suboptimal".


Ich muss dir wiedersprechen, es ist gut wenn BIU und Usk eine Stellungnahme abggeben. Wenn ich sehe das sich der Chef von „media control“ und andere „Experten“ zu wort melden, dann muss eine offizielle Stellungnahme her.
Man sollte nicht vergessen, dass wir schon ein hartes Jugendschutzgesetz in Deutschland haben und die Eltern müssen wissen was ihre Kinder Spielen oder sich anschauen. Nichtwissen entbindet sie nicht von ihrer Fürsorgepflicht 
Das meiste was jetzt in den Medien oder Politik kommt ist reiner Aktionismus, aber leider keine sachliche Auseinandersetzung mit diesem Thema oder Problematik.
Gibt es schon eine Definition von „Killerspielen“ ?
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
14.03.2009 10:44 Uhr
Zitat: (Original von Huskyboy am 14.03.2009 01:50)
Zitat: (Original von LightningR5 am 14.03.2009 01:11)
Zitat: (Original von pirx am 13.03.2009 18:31)
Sollen sie doch die bösen Killerspiele "verbieten"... der nächste Amoklauf unter diesen Voraussetzungen wird beweisen, dass das nichts bringt.


Wahrscheinlich steigt dann gerade deshalb die Amoklaufrate noch an 


warum sollte sie?

Wer weiss das schon so genau? Die Gründe für Amokläufe sind immer dermassen irrational, das sie schlichtweg niemand nachvollziehen kann. So wie ich das sehe will man uns aber trotzdem immer wieder krampfhaft beweisen, das die Täter eben doch so praktisch quadratisch in Schublade XY passt. Päng, da passt er rein, gut so ist...

Gestern habe ich z.B. einen extrem miesen Artikel im Blick (Schweizer Boulevard Zeitung, Auflage über eine Mio.) gelesen: Fette Überschrift: Er hatte Killerspiele auf dem Computer! Idiotischerweise wird auf den Titel dann im Artikel gar nicht mehr eingegangen... also eben, Schublade Killerspieler, päng, da gehört der rein, weitere Erklärungen sind überflüssig. So einfach werden Stammtisch-Meinungen gemacht.

Mich persönlich würden mal Meinungen von waschechten Profilern -am besten mit jahrzehntelanger Berufserfahrung und, ganz wichtig, ohne Profilneurose- zu der ganzen Thematik interessieren. Die Leute haben immer wieder sehr erstaunliche Einsichten.
Neuer Benutzer
Bewertung: 0
14.03.2009 01:11 Uhr
Zitat: (Original von pirx am 13.03.2009 18:31)
Sollen sie doch die bösen Killerspiele "verbieten"... der nächste Amoklauf unter diesen Voraussetzungen wird beweisen, dass das nichts bringt.


Wahrscheinlich steigt dann gerade deshalb die Amoklaufrate noch an