Hallo Browsergame, herzlich Willkommen im Kapitalismus!
Das Japan-Center in Frankfurt am Main hat 27 Stockwerke, die Konferenzräume befinden sich im ersten Obergeschoss. Es sind vier, der größte bietet Platz für 360 Personen, 300 sind schon belegt am 22. November. Trotz der überschaubaren Besucherzahl des Browsergame-Forum 2008 herrscht reges Gewusel, Aussteller tummeln sich dort, Referenten, Journalisten, ein Rechtsanwalt ist auch da.
Die 300, sie erinnern ein bisschen an die Spartaner, nicht nur ihrer Zahl wegen, sondern weil sie Großes vorhaben mit ihren kleinen Spielen, den Browsergames. Einer präsentiert sein Konzept, andere starren gespannt auf den Bildschirm; ein Miniaturformat bekannter Spielemessen. In wenigen Minuten beginnen die ersten Vorträge, dann referieren Menschen aus aller Welt über den Markt der Browsergames, über Zukunftsvisionen, Pläne und andere Hirngespinste. Sie erzählen von der Vergangenheit, von Zahlen, Fakten und Technik und natürlich auch vom Status quo.
(Kurz-)Geschichte Browser-Spiele
Browserspiele (hier Pirate Galaxy) erfreuen sich immer größerer Beliebtheit.
Das Hier und Heute beim Browsergame, es sieht so aus: Moderne Browserspiele zeichnen sich durch zwei Eigenschaften aus. Die erste: Spielwelten sind persistent, beständig also, sie existieren ohne das Zutun des Spielers. Ob sie nun daran teilhaben oder nicht - das virtuelle Leben geht weiter. Die zweite: Spielwelten basieren auf Interaktion, auf Handel, auf Wettkampf, auf Kooperation; ein ständiger Ansporn, besser zu sein als andere.
Das war nicht immer so. Die ersten Browser-Spiele, datiert auf jene Tage und Monate vor dem Oktober des Jahres 1995, sie mussten sich entscheiden zwischen persistenter Welt und Spieler-Interaktion, zwischen Solo-Fortschritt und Wettkampf. Dann, in besagtem Monat, als die 90er-Jahre schon zur Hälfte vorüber waren, publizierten ein paar Hamburger ein Browser-Spiel, das so funktionieren sollte wie seiner Zeit Dune 2. Es funktionierte so ähnlich, rundenbasiert allerdings und mit einem Fokus auf Wirtschaftskreisläufe, sowohl in einer persistenten Spielwelt als auch durch Interaktionen der Spieler. Das war SOL, ein Browser-MMO.
SOL basierte auf einem Report-System, auf verzögerter Echtzeit sozusagen. Pro Tag standen dem Benutzer eine festgelegte Summe an Reports zur Verfügung, Güter-Produktion festlegen, Handelspartner deklarieren, Gebäude bauen, Report abschicken. Fertig. Eine Übertragung jeglicher Aktivitäten binnen weniger Sekunden nach ihrem Geschehen? Um Himmels Willen, das hätte die Technik gesprengt.
Fünf Jahre später in Oslo, Norwegen: Planetarion geht an den Start. Entwickelt von einer Gruppe von Gehirnakrobaten, der "5th Seasons AS", macht sich das Browser-Spiel auf, die Welt zu erobern. Angeblich, das zumindest berichten Planetarion-Fans, habe die galaktische Wirtschaftssimulation 175.000 Menschen erobert. Dann wurde es kostenpflichtig, Spieler kehrten dem ambitionierten Projekt der Rücken zu, suchten sich neue Spiele. Kostenlose Spiele.
Davon gab es reichlich.
Blick in die Zukunft
Grepolis: Das neue Spiel der Die-Stämme-Herausgeber startet mit einer offenen Beta-Phase im September.
Jemand, der auf dem Browsergame-Forum 2008 referierte, sagte: "Der Markt der Browsergames definiert sich durch Masse, nicht durch Klasse". Das ist hart, aber ehrlich, und es stimmt. Deshalb entwickelt sich momentan das Geschäft mit den Browsergames, das Protokoll des Browsergame-Forum 2008 nennt das "buhlen um kleine, innovative Studios", gebuhlt würde vor allem von den großen Unternehmen.
Bis vor einigen Jahren steckten hinter Browsergames keine perfiden Geschäftspläne, keine Gewinnprognosen. Nur Hoffnung. Hoffnung darauf, dass irgendjemand das eigene Spiel zur Kenntnis nimmt, rumerzählt. Das hat funktioniert, eine Zeit lang nur, aber immerhin. Heute bedarf es einer ausgeklügelten Marketing-Kampagne, PR-Menschen, Leuten, die das Ruder der Propaganda schwingen, um auf die Bildschirme zu bringen, was sonst im Verborgenen bliebe. Die Produktion von Browsergames werde immer kostspieliger, meint Heiko Hubertz von Bigpoint, eine Vermarktung ohne einen starken Publisher sei deshalb kaum zu schaffen.
Wer verdienen will, muss investieren; der Kapitalismus hat den Markt der Browser-Spiele erreicht. Die Zukunft bringt innovatives, die technischen Möglichkeiten wachsen, das Modell kostenpflichtiger Zusatzinhalte, für Ungeduldige und Vielspieler, es scheint sich zu bewähren. Der Kurs steht auf Wachstum, ganz offensichtlich. Das schreibt auch die Veranstaltung der Games Convention Online. "Unsere Aussteller waren hochzufrieden mit der Besucherstruktur, so dass die Basis der Games Convention Online gelegt ist", sagt Wolfgang Marzin, Vorsitzender der Geschäftsführung der Leipziger Messe. Zu Besuch waren mehr als 43.000 Interessierte. So viele Menschen passen gar nicht in das Japan-Center.
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Ah danke, so macht da mehr Sinn. Also eher so ne Nebenbeschäftigung.
Da Spiel ich lieber Lemmings als Browsergame^^ http://www.funnygames.nl/...
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Eindeutig etwas für Leute die zu viel Zeit haben :ugly:
BGs sind eigentlich eher ewtas für Leute, die NICHT ständig spielen können. Bei…