Deutsche Gamestage Berlin: Wer wird Millionär, bunte Strümpfe und Charles Cecil
Man beachte die Strümpfe von Wer wird Millionär-Erfinder David Briggs...
Hat gut lachen: Heiko Hubertz baut derzeit von San Francisco aus das US-Geschäft von Bigpoint aus.
Präsentationen, Keynotes und Diskussionsrunden bildeten den Schwerpunkt des ersten Tages: Unter anderem erklärte Adventure-Legende Charles Cecil (Baphomets Fluch), dass man als Entwickler heutzutage gut auf lästige Publisher verzichten kann - indem man Spiele selbst via Appstore verkauft. Von den extra aus England eingeflogenen Erfindern von Wer wird Millionär war zu erfahren, wie das erfolgreiche TV-Quiz entstanden ist und dass man besser nicht allzuviele Leute nach ihrer Meinung fragt, will man richtig gute Ideen in die Tat umsetzen. Und der Gründer von Bigpoint (Seafight, Farmerama), Heiko Hubertz, erklärte, dass der Mobilspiele-Markt das "nächste große Ding" ist. Erst vor wenigen Tagen hatte die Hamburger Browsergame-Firma bekannt gegeben, dass sich US-Investoren für 350 Millionen Dollar den Löwenanteil an Bigpoint gesichert haben. Damit wird das Unternehmen, das mit dem Verkauf virtueller Güter richtig viel Geld verdient, mit deutlich mehr als einer halben Milliarde Dollar bewertet.
Ab dem heutigen Dienstag geht es ans Eingemachte: Unter anderem wird Christopher Schmitz von Ubisoft darlegen, wie sich die Anno-Serie und insbesondere Anno 2070 weiterentwickeln soll. Bernd Beyreuther (ehemals Radon Labs) präsentiert Drakensang Online und Daniel Dumont erklärt das Wirtschaftssystem von Patrizier Online. Wer wissen möchte, wie man eine eigene Spielefirma gründet, wie man sich bei Vertragsverhandlungen nicht über den Tisch ziehen lässt und wie man eine Spiele-App in den App-Store bringt, ist im Berliner Congresszentrum heute genau richtig - und PC Games ist natürlich für euch vor Ort.
Hier die schönsten Zitate vom ersten Tag.
Diskutierten über die deutsche Regulierungswut beim Jugendschutz: Dead-Island-Produzent Guido Eickmeyer (Deep Silver), Dr. Gerhard Florin (Innogames), Tabea Rößner (Bündnis 90/Die Grünen) und Birgit Roth vom Entwicklerverband GAME.
"Wenn ich Spiele in die Schmuddelecke stelle, muss ich mich nicht wundern, wenn keine Talente nachkommen"
(Dr. Gerhard Florin, ehemals Electronic Arts, jetzt Innogames)
"Ich würde mal behaupten wollen, dass der größte Teil der deutschen Bundestagsabgeordneten inzwischen Spielerfahrung hat. Viele spielen sogar im Bundestag selbst..."
(Tabea Rößner, Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen und Mitglied der Internet-Enquete-Kommission)
"Sobald ein Jugendlicher Gewalt anwendet, ist doch die erste Frage der Gesellschaft: Spielt der denn am Computer? Natürlich gibt es diesen Reflex. Das sind nicht immer die Medien. Ich krieg doch regelmäßig die Briefe von Bürgerinitiativen, Schulen und Elternverbänden, in denen sinngemäß steht: Wie kannst du nur Computerspiele in Schutz nehmen?"
(Dr. Peter Tauber, CDU-Bundestagsabgeordneter und Mitglied der Internet-Enquete-Kommission)
Die illustre Runde bei der "Gamesm, Movies and TV"-Diskussion: Moderator Gunnar Lott (Gameforge), Timo Ullmann (Yager), David Briggs (Wer wird Millionär) und Charles Cecil (Revolution Software).
"Ich komm ja aus Hessen und habe lange mit meinem Ministerpräsidenten, dem früheren Innenminister (gemeint ist Volker Bouffier, Anm. d. Red.), diskutiert, der Computerspiele immer für Teufelswerk gehalten hat. Jetzt hab ich ihn immerhin soweit, dass er zu dem Thema gar nix mehr sagt..."
(Dr. Peter Tauber, CDU-Bundestagsabgeordneter und Mitglied der Internet-Enquete-Kommission)
"Natürlich äußern sich viele Politiker zu Themen, von denen sie keine Ahnung haben. Vielleicht müssen wir einfach abwarten, bis wir eine Generation von Politikern haben, die mit Spielen aufgewachsen sind oder selbst Kinder haben, die wie selbstverständlich am Computer spielen."
(Dr. Peter Tauber, CDU-Bundestagsabgeordneter und Mitglied der Internet-Enquete-Kommission)
"Wir brauchen uns nicht einbilden, dass wir den globalen Online-Markt mit deutscher Regulierung in den Griff kriegen. Wir brauchen eine internationale Lösung."
(Guido Eickmeyer von Deep Silver, der unter anderem das Horror-Actionspiel Dead Island produziert)
"Wenn das Spiel draußen ist, werden die Teams größer": Heiko Hubertz bei den Deutschen Gamestagen.
"Wir verkaufen eine Milliarde virtueller Güter. Jeden Tag"
"Nintendo hat nicht verstanden, wie man mit Entwicklern umgeht."
"In Neuseeland gibt es 34 Millionen Schafe, in Farmerama haben wir bislang 140 Millionen Schafe verkauft"
"Die Entwicklungskosten werden steigen. Mein erstes Browsergame hat gut 10.000 Euro in der Entwicklung gekostet. Derzeit liegen wir bei 2 Millionen Euro und im Jahr 2013 werden es 10 Millionen Euro sein."
"Frauen über 18 sind in den USA eine wichtigere Zielgruppe als Jungs unter 17"
Heiko Hubertz, Gründer von Bigpoint
"Wir haben die Baphomets-Fluch-App einen Tag lang verschenkt. Die Server sind zusammengebrochen und am nächsten Tag haben wir so viele Apps verkauft wie noch nie zuvor."
"Ohne den Appstore wären wir heute bankrott."
Charcles Cecil, Adventure-Legende (Baphomets Fluch) und Revolution-Software-Gründer
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