Online-Abo
Login Registrieren
Online-Abo
Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
als Startseite festgelegt.
    Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
    Mobile als Startseite festgelegt.
    Login Registrieren
  • Broken Age im Leser-Test: Double Fine's neues Meisterwerk? - Leser-Test von Kaisan

    Broken Age sorgte vor rund 2 Jahren für Furore auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter, erreichte es doch ein damals unglaubliches Budget von rund 3,3 Millionen US-Dollar - doch wie steht es um die Qualität von Schafer's neuem Werk?

    Als regelrechtes Pionier-Werk der nur langsam abschwellenden Kickstarter-Welle wird es gehandelt, das mit rund 3,3 Millionen US-Dollar (!) finanzierte Adventure-Projekt Broken Age aus dem Hause Double Fine-Studios, welches geleitet wird vom prominenten Entwickler Tim Schafer. Nun erblickte der erste Part des in zwei Parte aufgeteilte Abenteuers das Licht der Welt für Unterstützer der Kampagne – ob Broken Age an Schafer's Meisterwerke vom Schlage eines Maniac Mansions und Monkey Islands anknüpfen kann, erfahrt ihr in meinem Test zur ersten Hälfte von Broken Age.

    Rebellion auf beiden Seiten: Die Story von Broken Age

    Broken Age verzahnt, wie bereits im Vorfeld des Öfteren bekannt gegeben, zwei Storys von völlig unterschiedlichen Charakteren: Zum einen wäre da Vella, ein junges Mädchen, welches auserwählt wurde für das gängige Opferzeremonie ihres Dorfes, um ein majestätisch anmutendes Monster ruhig zu stellen – nur widerstrebt ihr der Gedanke, ihr Leben zu lassen für das ausgesprochen hässlich anmutende Biest, sodass sie es bekämpfen möchte. Nur sind ihre Familienmitglieder reichlich wenig begeistert von dieser Idee …
    Shay, Protagonist Nummer 2, muss sich weitaus weniger Problemen widersetzen: Er befindet sich im festen Griff zweierlei künstlicher Intelligenzen, welche ihn auf einem Raumschiff festhalten, ihn regelrecht bevormunden und liebevoll pflegen – nur möchte Shay aus der Routine ausbrechen, in welcher er gefangen ist, möchte eigenständig handeln und Abenteuer erleben. Das Problem: Die zwei künstlichen Intelligenzen Shay wird durch zwei künstliche Intelligenzen bevormundet und möchte aus seiner täglichen Routine ausbrechen. (Eigener Screenshot) Shay wird durch zwei künstliche Intelligenzen bevormundet und möchte aus seiner täglichen Routine ausbrechen. (Eigener Screenshot) Quelle: Eigener Screenshot lassen ihn partout nicht entfliehen, wollen sie doch nur das Beste für ihn – sodass auch Shay eine Art Rebellion startet. Dabei verlaufen beide Handlungsstränge parallel, stets lässt sich zwischen den Charakteren wechseln, sodass der Spieler selber definieren kann, welche Handlung er nun verfolgen möchte – wobei beide Handlungsstränge qualitativ gelungen sind: Nebencharaktere wurden herrlich skurill gezeichnet, geben kuriose Dialoge zum Besten und warten nicht selten mit einem herrlich banalen Witz auf, welcher klar Schafers und generell Double Fines Handschrift trägt – und auch wenn der eine oder andere Nebencharakter doch ein wenig zu kurz kommt, so wissen sie in der Summe zu gefallen, hieven das Niveau hier und da gar auf eine Ebene mit Monkey Island oder Day Of The Tentacle. Nur bleiben die eigentlichen Hauptcharaktere über weite Strecken ein wenig blass, werden sie doch größtenteils vernachlässigt und nur selten ins Rampenlicht gestellt – hier wäre weitaus mehr drin gewesen.
    Die eigentliche Rahmenhandlung kann durchaus begeistern, ist sie doch in der ersten Hälfte herrlich wechslungsreich und fantasiegeladen – was hier abgeliefert wird, gleicht einem permanent fließendem Quell der Kreativität. Das ist herrlich erfrischend im Gegensatz zu zahlreichen ernsten Genre-Kollegen, die aktuell auf dem Markt sind, wobei Broken Age das Kunststück schafft und nur äußerst selten in die Albernheit abdriftet. Hier beweisen die Story-Autoren von Double Fine ein gutes Händchen, welches nicht unerwähnt bleiben sollte.
    Ihr lest es sicherlich bereits heraus: Insgesamt bin ich durchaus angetan von der Story von Broken Age, liefert Double Fine doch einprägsame Nebencharaktere und dubiose Dialog-Zeilen ab, die an Zeiten des Höhepunkts des Adventure-Genres erinnern. Die Rahmenhandlung von Broken Age – ganz klar ein Aushängeschild des gesamten Spieles.

    Vella soll, um ihr Dorf zu schützen, geopfert werden - der Gedanke, von einem Monster gefressen zu werden, widerstrebt ihr aber gewaltig ... (Eigener Screenshot) Vella soll, um ihr Dorf zu schützen, geopfert werden - der Gedanke, von einem Monster gefressen zu werden, widerstrebt ihr aber gewaltig ... (Eigener Screenshot) Quelle: Eigener Screenshot

    Klassisch, bodenständig, wenig Anspruch: Das Gameplay von Broken Age

    Gameplay-technisch gibt sich Broken Age betont altmodisch und wagt keine Experimente: Euch erwartet klassische Point&Click-Kost ohne wirkliche Innovationen, welche jedoch auch kaum nötig währen, hat Broken Age doch einen herrlich konstanten Spielfluss. Item-Kombinieren und Dialogrätsel führen zum Erfolg, wobei gesagt sei, dass die enthaltenen Rätsel selbst von Anfängern schnell gelöst sind und kaum ernsthafte Dialoge werden im klassischen Multipli-Choice-Verfahren ausgeführt und sind fast durchgehend gut geschrieben. (Eigener Screenshot) Dialoge werden im klassischen Multipli-Choice-Verfahren ausgeführt und sind fast durchgehend gut geschrieben. (Eigener Screenshot) Quelle: Eigener Screenshot Herausforderungen bieten – da hätte ich mir im Vorfeld doch ein wenig mehr erhofft! Adventure-Profis sind schnell unterfordert, sodass die fehlende Hilfe-Funktion kaum stört – man würde sie sowieso fast nie nutzen.
    Abseits der Rätsel und den klassischen Multipli-Choice-Dialogen, dessen Antwortwahlen übrigens keinen allzu tiefen Einfluss ins Geschehen haben, bietet Broken Age kaum spielerische Substanz, was jedoch bei einem Adventure kaum ins Gewicht fällt. Nur das bereits erwähnte Feature der stets wechselbaren Charaktere sorgt für einen hin und wieder willkommenen Tapetenwechsel.

    Wunderbare Sprecher, herrlicher Soundtrack, traumhafte Grafik: Die Technik hinter dem Adventure-Koloss

    Wer nur einen Blick auf die Screenshots von Broken Age geworfen hat, der wird sofort feststellen können: Broken Age sieht einfach fantastisch aus. Das Adventure baut auf einen herrlich atmosphärischen Bastell-Look, fast jeden Screen könnte man einrahmen und an die Wand hängen – und das will was heißen! Da stört es auch kaum, dass Animationen gelegentlich leicht hölzern wirken.
    Die Prominenz, die Tim Schafer unter den Sprechern versammelt hat (unter anderem Elijah Wood, bekannt aus Der Herr der Ringe, und Jack Black, welcher unter anderem Eddie aus Brütal Legends vertont hat), scheint sich durchaus auszuzahlen: Die grandiosen Sprecher treiben das Spiel über Nebencharaktere kommen hin und wieder zu kurz. (Eigener Screenshot) Nebencharaktere kommen hin und wieder zu kurz. (Eigener Screenshot) Quelle: Eigener Screenshot weite Strecken, schieben sie doch eine gehörige Portion Atmosphäre hinzu – auch der sanfte, sich zumeist dezent im Hintergrund anbahnende Soundtrack ist der dichten Stimmung zuträglich. Das herrlich dichte Soundgeflecht weiß zu begeistern und macht Broken Age bereits eigenständig zu einer besonderen Erfahrung.
    Die Steuerung weicht teilweise von gängigen Adventure-Standards ab: So gibt es keine gesonderten Aktionen, es lassen sich nur Objekte oder Personen anklicken, oder ein Gegenstand lässt sich auf diese ziehen – mehr Interaktionen sind nicht möglich. Das mag vielleicht (genauso wie das Inventar, welches sich ausschließlich durch einen Klick auf einen, sich unten links im Bildschirm befindlichen Button öffnen lässt) einem bald folgendem Tablet-PC-Port zuzuschreiben sein, stört aber kaum im Spielverlauf.
    Insgesamt bereitet Broken Age einen technisch äußerst runden und ausgereiften Eindruck, der durchaus das Entwicklungsbudget widerspiegelt.

    Broken Age baut, wie bereits vorige Spiele von Double Fine, auf einen herrlichen Humor, der auch hier nicht zu kurz kommt. (Eigener Screenshot) Broken Age baut, wie bereits vorige Spiele von Double Fine, auf einen herrlichen Humor, der auch hier nicht zu kurz kommt. (Eigener Screenshot) Quelle: Eigener Screenshot

    Fazit – Adventure-Kost auf verdammt hohem Niveau

    Eines vorweg: Auf eine Stufe mit Maniac Mansion und Monkey Island lässt sich Broken Age aktuell noch nicht stellen. Dazu fehlt es an anspruchsvollen Rätseln und an Tiefe der Hauptcharaktere, auch die Spielzeit ist mit höchstens 4 Spielstunden in der ersten Hälfte (dank der zweiten Hälfte dürfte der Umfang auf ungefähr 7-8 Stunden ansteigen) recht knapp bemessen – was Broken Age aber bisher abliefert, ist Adventure-Kost auf sehr hohem Niveau; der klassische Schafer-Humor ist allgegenwärtig, Dialoge begeistern immer wieder, die Atmosphäre ist dank der Grafik und der überragenden Sprecher unglaublich dicht – und wenn die zweite Hälfte die wenigen Kritikpunkte beseitigt, so würde Broken Age durchaus als Meisterwerk durchgehen. Aktuell reicht es "nur" für ein sehr gutes und atmosphärisches Adventure der alten Schule – nicht mehr, nicht weniger.

    02:19
    Broken Age: Video stellt die Sprecher vor, darunter Jack Black
    Spielecover zu Broken Age
    Broken Age

    Broken Age

    Spielspaß
    Gesamtwertung
    Wertung von: Kaisan
    86 %
    Multiplayer
    82%
    Grafik
    9/10
    Steuerung
    8/10
    Sound
    9/10
    Atmosphäre
    9/10
    PC GAMES
    Spielspaß-Wertung
    76%
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Broken Age
    Broken Age
    Publisher
    Double Fine Productions
    Developer
    Double Fine Productions
    Release
    28.01.2014

    Aktuelle Rollenspiel-Spiele Releases

    Cover Packshot von Die Zwerge Release: Die Zwerge EuroVideo Bildprogramm GmbH , King Art
    Cover Packshot von Candle Release: Candle Daedalic Entertainment
    • Es gibt 0 Kommentare zum Artikel

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 12/2016 PC Games Hardware 01/2017 PC Games MMore 01/2016 play³ 01/2017 Games Aktuell 12/2016 buffed 12/2016 XBG Games 11/2016 N-Zone 12/2016 WideScreen 12/2016 SpieleFilmeTechnik 11/2016
    PC Games 12/2016 PCGH Magazin 01/2017 PC Games MMORE Computec Kiosk On the Run! Birdies Run
article
1105216
Broken Age
Broken Age im Leser-Test: Double Fine's neues Meisterwerk? - Leser-Test von Kaisan
Broken Age sorgte vor rund 2 Jahren für Furore auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter, erreichte es doch ein damals unglaubliches Budget von rund 3,3 Millionen US-Dollar - doch wie steht es um die Qualität von Schafer's neuem Werk?
http://www.pcgames.de/Broken-Age-Spiel-19377/Lesertests/Broken-Age-im-Leser-Test-Double-Fines-neues-Meisterwerk-1105216/
16.01.2014
http://www.pcgames.de/screenshots/medium/2014/01/Aufmacher.jpg
adventure
lesertests